merken
Meißen

Meißner kranker als deutscher Durchschnitt

Corona spielt bei Krankschreibungen allerdings eher eine untergeordnete Rolle.

Bundesweit nahm die Zahl der Ausfalltage von 2019 auf 2020 ab. Im Landkreis Meißen ging sie jedoch nach oben.
Bundesweit nahm die Zahl der Ausfalltage von 2019 auf 2020 ab. Im Landkreis Meißen ging sie jedoch nach oben. © dpa/Jens Büttner

Meißen. Die Erwerbstätigen im Kreis Meißen haben sich im vergangenen Jahr durchschnittlich 20 Tage arbeitsunfähig gemeldet und waren damit deutlich häufiger krank als die meisten anderen Beschäftigten in Deutschland. Der Bundesschnitt lag bei 18 Ausfalltagen. Das geht aus einer Auswertung der Gesundheitskasse Barmer hervor.

„Während die Ausfalltage im Vergleich von 2019 zu 2020 bundesweit leicht abgenommen haben, sind sie in unserer Region leider noch ein wenig gestiegen“, sagt Frank Dutschke, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Meißen. Im Jahr 2019 waren die Arbeitnehmer im Landkreis 19,4 Tage ausgefallen. Vor allem psychische Erkrankungen sorgen im Einzelfall bei Frauen und Männern für die längsten Abwesenheiten.

Anzeige
Der ValiKom Transfer
Der ValiKom Transfer

Die Zertifizierung der teilweisen oder vollen Gleichwertigkeit eines Referenzberufes ist ein Impuls für den Arbeitsmarkt von innen heraus!

Rein statistisch fällt im Kreis Meißen jeder Arbeitnehmer 3,5 Tage wegen psychischer Störungen und Verhaltensstörungen aus. „Diesen Trend beobachten wir leider schon seit mehreren Jahren“, sagt Dutschke. „Betriebliche Gesundheitsförderung kann einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der langfristigen Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten leisten. Hier stehen wir den Unternehmen gerne als Partner zur Verfügung, zum Beispiel beim Thema Stressbewältigung.“ Schon mit kleinen Maßnahmen könne man Anregungen zur Gesundheitsvorsorge setzen, so Dutschke.

Arbeitsunfähigkeit je Beschäftigten nach sächsischen Kreisen im Jahr 2020.
Arbeitsunfähigkeit je Beschäftigten nach sächsischen Kreisen im Jahr 2020. © Barmer

Neben psychischen Erkrankungen werden die Menschen in der Region auch besonders häufig mit Muskel-Skelett-Erkrankungen, also beispielsweise Rückenschmerzen, krankgeschrieben. Die Erwerbstätigen in Meißen liegen mit 4,6 Ausfalltagen deutlich über dem Bundesdurchschnitt (4 Tage). „Es ist wichtig, dass man sich schon in jungen Jahren einen gesunden Lebensstil angewöhnt. Ausreichend Bewegung verringert die Wahrscheinlichkeit erheblich, Probleme mit dem Rücken zu bekommen“, so Dutschke.

Weiterführende Artikel

Corona: Andere Krankheiten viel seltener

Corona: Andere Krankheiten viel seltener

Ja, es gibt auch noch andere Krankheitserreger als das Coronavirus: Viele davon wurden in Deutschland aber deutlich seltener registriert. Woran liegt es?

Die dritte große Ausfallursache sind Atemwegserkrankungen, meist Erkältungen, diese schlugen in Meißen 2020 mit durchschnittlich mit 2,9 Tagen zu Buche. „Arbeitsunfähigkeiten, die unter expliziter Angabe einer COVID-19-Erkrankung gemeldet wurden, spielten dabei insbesondere im Hinblick auf die Fehlzeiten anteilig nur eine untergeordnete Rolle“, sagt Dutschke.

Für die Auswertungen zu Arbeitsunfähigkeiten wurden im Gesundheitsreport die Daten von rund 6.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Barmer aus dem Landkreis Meißen ausgewertet. (SZ)

Mehr zum Thema Meißen