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Meißner Landrat ist in die CDU eingetreten

Ralf Hänsel hat das schlechte Wahlergebnis erschreckt. Deshalb möchte er ein Zeichen setzen. Der Radebeuler Oberbürgermeister hat das noch nicht vor.

Im neuen Treppenhaus der Landratsaußenstelle Riesa: Landrat Ralf Hänsel (51). Er ist jetzt Mitglied der CDU geworden. Die Partei kann den prominenten Zuwachs gut gebrauchen.
Im neuen Treppenhaus der Landratsaußenstelle Riesa: Landrat Ralf Hänsel (51). Er ist jetzt Mitglied der CDU geworden. Die Partei kann den prominenten Zuwachs gut gebrauchen. © Klaus Dieter Bruehl

Meißen. Der bislang parteilose Meißner Landrat Ralf Hänsel ist in die CDU eingetreten. Das bestätigte er am Montag sächsische.de. "Mich hat das Wahlergebnis sehr erschreckt", sagte er. "Ich möchte ein Zeichen setzen, weil ich von den politischen Zielen der Partei überzeugt bin." Gleich am Montag nach der Wahl habe Hänsel den Aufnahmeantrag ausgefüllt. Zugleich möchte er mit diesem Schritt der CDU auch etwas zurückgeben. "Die Partei hat mich in meiner bisherigen kommunalpolitischen Laufbahn immer unterstützt", so Hänsel. Er stünde jetzt auch für Aufgaben im neuen Kreisvorstand bereit, falls er gebraucht werde.

Der Meißner Kreisvorstand hat vorige Woche dem Aufnahmeantrag zugestimmt. Es gelte zwar noch einige Formalien, wie die Höhe des Mitgliedsbeitrages, zu klären, aber offiziell ist Hänsel bereits Mitglied der CDU, so die stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Daniela Kuge.

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Diese Unterstützung des Landrates kann die CDU im Landkreis Meißen gut gebrauchen. Sie befindet sich nach der schweren Niederlage zur Bundestagswahl gegen die AfD in einer Krise. Ihr Bundestagskandidat Sebastian Fischer tritt nicht mehr zur Wahl als Kreisvorsitzender an. Fischer schaffte - als Nachfolger von Thomas de Maizière - nicht das angestrebte Direktmandat, sondern verlor gegen die AfD-Kandidatin Barbara Lenk. Sie erreichte 31 Prozent, Fischer nur 22,3. Er hatte damit eines der schlechtesten Erststimmenergebnisse aller sächsischen CDU-Direktkandidaten.

Die Wahl des neuen Vorstandes wurde auf den Dezember verschoben. Zuvor soll es eine breite Diskussion mit den Mitgliedern geben. Es gehe dem Vorstand "um Transparenz und Chancengleichheit". In drei oder vier Regionalkonferenzen sollen Meinungs- und Stimmungsbilder in der Partei aufgenommen werden. Das geht auf einen Vorschlag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion zurück.

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Der Radebeuler OB Bert Wendsche, der als Parteiloser auch CDU-Fraktionschef im Kreistag ist, folgt dem Beispiel Hänsels noch nicht. Auf eine Anfrage von sächsische.de antwortete er am Montag: "Derzeit gibt es bei mir keine derartigen Überlegungen."

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