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Meißner Weihnacht ohne G-Regeln

Mit Hochdruck laufen die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt in Meißen. Die Organisatoren halten die Risiken für vertretbar – und hoffen auf die Vernunft.

Von Harald Daßler
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Unter freiem Himmel hatten Uwe Reichel (r.) und Andreas Krauses (l.) vom Gewerbeverein im vorigen Jahr gemeinsam mit der Leiterin der Freien Werkschule Dorothee Finzel die Glühweintasse für die Meißner Weihnacht präsentiert.
Unter freiem Himmel hatten Uwe Reichel (r.) und Andreas Krauses (l.) vom Gewerbeverein im vorigen Jahr gemeinsam mit der Leiterin der Freien Werkschule Dorothee Finzel die Glühweintasse für die Meißner Weihnacht präsentiert. © Claudia Hübschmann

Meißen. Ein überdimensionales Plakat an der Elbstraße kündigt es bereits an: Meißen wird Weihnachtsstadt. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. An diesem Samstag wird der Weihnachtsbaum auf dem Markt aufgestellt, und es beginnt der Losverkauf für die weihnachtliche Lotterie. Am 22. November, dem Montag nach dem Totensonntag, wird der Weihnachtsmarkt eröffnet, kündigen Wirtschaftsförderer Martin Schuster und der Chef des Gewerbevereins Meißen Uwe Reichel an.

Natürlich habe man die Vorschriften und die Vorgaben des Gesundheitsamtes im Blick, sagt Uwe Reichel. In einem Schreiben an das Gesundheitsamt verweist der veranstaltende Gewerbeverein darauf, dass die Meißner Weihnacht unter freiem Himmel sowie in mehreren Verweilbereichen – auf dem Markt, am Heinrichsplatz auf dem Kleinmarkt sowie vor dem Café Zieger – stattfindet. Somit lasse sich gewährleisten, dass nie mehr als 999 Personen zusammenkommen. Nach den noch bis zum 25. November und damit drei Tage nach Eröffnung der Meißner Weihnacht in Sachsen geltenden Vorsichtsmaßnahmen liegt bei dieser Personenzahl die Grenze für Veranstaltungen, für die es keinerlei G-Regeln bedarf. Damit kann auf den Nachweis einer überstandenen Infektion, der Impfungen und Tests verzichtet werden, ebenso auf das Zählen der Besucher und das Nachverfolgen von Kontakten.

Aushänge werden auf die bislang üblichen Hygieneregeln in Zeiten der Pandemie hinweisen. Die verschiedenen Verkaufsstände und Fahrgeschäfte für Kinder werden so angeordnet, dass alle Weihnachtmarktbesucher Abstand halten können. Das Programm auf der Bühne am Markt, wo die tägliche Verlosung, der von den Sponsoren bereitgestellten Preise der Weihnachtlotterie stattfindet, soll so vorbereitet werden, dass ein größerer Abstand zum Publikum gewahrt werden kann. Außerdem werden alle Veranstaltungen mit Pausen organisiert, erläutern die Organisatoren im Pressegespräch.

Viele Anfragen, die bei der Stadt in den vergangenen Wochen eingingen, hätten sie bestärkt, die Meißner Weihnacht vorzubereiten, erklären Uwe Reichel und Martin Schuster übereinstimmend. In den vergangenen Tagen haben sie vieles abgewogen und bedacht. Dabei sind sie zu dem Schluss gekommen, dass die Risiken auch in Zeiten steigender Inzidenzen vertretbar sind – natürlich auch in der Hoffnung auf die Vernunft der Weihnachtsmarktbesucher.

Die Lose für die Weihnachtliche Lotterie werden bereits ab diesem Wochenende in der Hütte auf dem Marktplatz verkauft.
Die Lose für die Weihnachtliche Lotterie werden bereits ab diesem Wochenende in der Hütte auf dem Marktplatz verkauft. © Gewerbeverein Meißen

Vorfreude auf die Meißner Weihnacht kommt bereits mit dem Losverkauf auf. In der Hütte auf dem Markt kümmern sich in diesem Jahr Schüler der Freien Werkschule darum die Lose an den Mann und die Frau zu bringen. Sie tun das für den Trägerverein der Schule „Miteinander“. Traditionell übernehmen Meißner Vereine den Losverkauf zur Meißner Weihnacht. Ein Drittel der Einnahmen fließt in die Vereinskasse. Wie Uwe Reichel informiert, haben viele Unternehmen der Stadt bereits größere Mengen an Losen geordert, auch um sie an Mitarbeiter und Geschäftskunden zu verschenken. Die Gewinne für die tägliche Verlosung stellen Unternehmen aus Meißen und Umgebung zur Verfügung.

Der Werkschul-Verein war im vorigen Jahr für den Losverkauf auserkoren worden. Da die Meißner Weihnacht wegen des Lockdowns vor einem Jahr abgesagt werden musste, war der Verein erneut angefragt worden. Aus der Absage im vorigen Jahr resultiert auch, dass die 2020er Glühweintassen in diesem Jahr Verwendung finden. Sie waren mit einem Motiv zum 20-jährigen Bestehen der Freien Werkschule im vorigen Jahr kreiert worden.

Superintendent Andreas Beuchel und Pfarrer Stephan Löwe von der katholischen St. Benno-Gemeinde werden die Meißner Weihnacht am 22. November um 16 Uhr eröffnen. Wie es in Meißen Tradition ist, laden Konditormeister Dirk Zieger und Oberbürgermeister Olaf Raschke zum Stollenanschnitt. Dies dürfte eine erste Bewährungsprobe für das Einhalten von Hygieneregeln und Wahren des Abstandsgebots sein. Eine weitere ist das an den Wochentagen um 17 Uhr, an den Wochenenden um 15.30 und am Heiligen Abend um 11 Uhr beginnende Programm auf der Bühne, wo es Kulturbeiträge gibt und die täglichen Preisträger der weihnachtlichen Lotterie ermittelt werden.

Vom 1. bis 24. Dezember erscheint das Rathaus wieder als Adventskalender. Die Öffnung der 24 Fensterläden-Türchen im Verlauf der Adventszeit erfolgt dann bei den täglichen Verlosungen auf dem Markt. Zum besonderen Ambiente in der Weihnachtsstadt soll auch die Festbeleuchtung beitragen, die bereits vor dem Weinfest über den Gassen der Altstadt angebracht wurde. Mit Beginn der Meißner Weihnacht wird sie an allen Tagen bis 22 Uhr leuchten, bis in den Februar hinein, kündigt Uwe Reichel an. Möglich wird dies durch die Meißner Stadtwerke, die neben der Sparkasse Meißen als Hauptsponsor der Meißner Weihnacht fungieren.