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Meißen

Meistergeiger spielen in Meißen

Die Teilnehmerzahl des internationalen Wettbewerbs hat sich verdoppelt. Die jüngste Violinistin kommt dieses Jahr aus Deutschland.

Im letzten Jahr haben etwas mehr als 20 Teilnehmer mitgemacht. Dieses Jahr war die Nachfrage viel höher.
Im letzten Jahr haben etwas mehr als 20 Teilnehmer mitgemacht. Dieses Jahr war die Nachfrage viel höher. © Musikakademie Meißen

Meißen. Im Mai musste der Wettbewerb coronabedingt verschoben werden, jetzt kann er doch stattfinden. Mit 43 Nachwuchstalenten aus aller Welt ist der Zulauf so groß wie nie. Die Teilnehmer hat es aus über 13 Ländern nach Meißen gelockt: Aserbaidschan, Armenien, Deutschland, Österreich, China, Japan, Südkorea, Taiwan und USA.

Natürlich werden die Teilnehmer nicht quer über den Erdball eingeflogen - meistens studieren die Musiker irgendwo in Europa. Deshalb kam es trotz Corona erst zu zwei Absagen. Vielmehr ist das Interesse aufgrund der Pandemie deutlich gestiegen: Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich die Teilnehmerzahl verdoppelt.

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 Ein Grund für das rege Interesse mag die hohe Präsenz in den sozialen Medien gewesen sein, tatsächlich seien die hohen Teilnehmerzahlen aber durch Corona begünstigt worden: "Dieses Jahr haben viele Veranstaltungen einfach nicht stattgefunden", bedauert Annette Unger, künstlerische Leiterin der Kunstakademie Meißen.  Die Musiker lechzen danach, endlich wieder vor Publikum zu spielen."

Die vielen neuen Teilnehmer sorgen für ordentlich Konkurrenz: Für Unger, die auch in der Jury sitzt, ist es ein besonders vielversprechender Jahrgang. Allein der Blick in die Biografien der jungen Künstler ließ sie staunen. "In Asien ist es tatsächlich so, dass die Kinder viel früher zu spielen beginnen", berichtet Unger. 

"Das ist natürlich einem großen Druck geschuldet - das Spielen eines Instruments gehört einfach zum guten Ton einer Familie dazu. Das ist bei uns schon lange nicht mehr der Fall." Allerdings dürfe auch nicht vergessen werden, dass die jüngste Teilnehmerin in diesem Jahr aus Deutschland kommt.

Der Wettbewerb wurde 2009 zu Ehren des 100. Geburtstags des berühmte Konzertmeisters der Dresdner Philharmonie, Szymon Goldberg, ins Leben gerufen: "Es hat natürlich super gepasst, dass Goldberg selber so jung war", erklärt Unger. Die Teilnehmer des Violinen-Wettbewerbs sind nämlich zwischen 13 und 30 Jahren alt und treten im Laufe der Woche in zwei verschiedenen Altersgruppen gegeneinander an: In der Vorrunde spielen alle Teilnehmer einen Satz von Bach, eine technisch anspruchsvolle Caprice und etwas von einem klassischen Komponisten - um die Leistung der Teilnehmer miteinander vergleichen zu können.

In den Finalrunden können die jungen Musiker ihre Stücke frei wählen. Vor allem in der zweiten Runde zeige sich deutlich, welche Persönlichkeiten in den Violinistinnen steckt. Wer über alle drei Runden hinweg die meisten Punkte holt, auf den wartet ein Preisgeld von 1.000 Euro - gesponsert vom Rotary Club Meißen.

Der Wettbewerb biete sich vor allem für junge Musiker an, die sich zum ersten Mal international beweisen möchten. Denn trotz aller Strenge und Regularien, könne der Violinen-Wettbewerb in Meißen mit seiner familiären Stimmung punkten, betont Unger.

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Von Montag bis Freitag finden täglich Aufführungen in der Musikakademie Meißen statt. Der Eintritt ist kostenlos, außer für das Violinkonzert am Donnerstagabend: Dafür nimmt der Verein 12 Euro. Aufgrund der aktuellen Hygienebestimmung wird um eine Anmeldung per E-Mail gebeten.

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