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Mit GPS-Karte zum Rodigtturm

Wandern in der Nossener Umgebung ist für Ortsunkundige zum Teil eine Herausforderung. Ein neues Angebot kann dabei nun helfen.

Axel Silbermann (l.) und Wilfried Kröger haben touristische Ziele von vier Kommunen in einer Internetpräsenz zusammengefasst.
Axel Silbermann (l.) und Wilfried Kröger haben touristische Ziele von vier Kommunen in einer Internetpräsenz zusammengefasst. © Claudia Hübschmann

Nossen. Wie wandere ich zum Rodigtturm? Diese Frage hat sich so mancher bei einem Kurztrip zum neuen Nossener Wahrzeichen gestellt. Eine Hilfe dabei bietet jetzt das Angebot der Website flussperlen.online. Dort können gps-Karten heruntergeladen werden. Damit kann man ganz genau sehen, wo die Tour langführt. Zwei Männer haben sich dafür auf die Strecke begeben, um die Karte online als Orientierungshilfe im Gelände bereitzustellen. Doch dies ist nur ein Punkt des EU-geförderten Leader-Projektes der Bürgerinitiative „Kulturerbe Reinsberg“, bearbeitet von Wilfried Kröger aus Reinsberg und Axel Silbermann aus Meißen.

Begonnen hatte alles vor fünf Jahren, als Gäste in der kleinen Pension der Krögers sagten, es sei wunderschön in der Gegend. Aber kein Mensch weiß davon, erzählt der Reinsberger Architekt. „Im Internet sind entweder keine oder nur ein Flickenteppich an Informationen zu finden.“ Das war der Anlass, darüber nachzudenken, wie Abhilfe geschaffen werden kann. „Wir fragten uns also: Wie kann man die Fülle an Kulturschätzen entlang der Freiberger Mulde und Bobritzsch rund um die Orte Nossen, Großschirma, Halsbrücke und Reinsberg besser vermarkten“, erzählt Kröger. Gemeinsam mit Kommunikationsdesigner Axel Silbermann erarbeiteten sie ein Konzept. Drei Jahre hat es gedauert, bis sie an den Start gehen konnten.

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„Viele Urlaubsziele werden heute online erkundet. Deshalb haben wir nun diese Internetpräsenz erstellt“, sagt Kröger. So wurden für jede der vier Kommunen zwei Routen digitalisiert. In Nossen führt ein Weg von der Wallburg zur Stadt, über den Rodigtturm. Eine weitere Tour geht vom Kloster Altzella zum Zellwald, sagt Silbermann.

Interessierte können sich auf Webseite eintragen lassen

Unmengen weiterer Informationen lassen sich auf flussperlen.online finden: über Schlösser, Burgen und Denkmäler sowie Mühlen, Kirchen und Fachwerkbauten. Es gibt Interessantes zur Flora und Fauna und zu besonderen Naturkundepfaden.

Auch Hinweise über Unterkünfte, Campingplätze, Gaststätten und Verpflegung sind vorhanden. Auf Übersichtskarten sind Standorte eingetragen. Bei einem Klick darauf erhält man alle Informationen einschließlich Kontaktdaten. Hinweise zu regionalen Produkten, Werkstätten und Veranstaltungen runden die Internetpräsenz ab. Bei Events beispielsweise wird auf Veranstaltungskalender verwiesen. Und es gibt eine Rubrik Kulturpfade sowie Sagen und Geschichten. Auch werden die historischen Eisenbahnstrecken und ihre Förderer wie das Bahnbetriebswerk Nossen vorgestellt. „All diejenigen, die noch in die Webseite integriert werden möchten, können sich gern melden. Sie müssen nichts dafür bezahlen und es gibt auch keine Folgekosten“, betont Kröger.

Doch das Leader-Projekt beinhaltet nicht nur die online-Plattform mit all den umfangreichen Informationen. So werden mehrere Tafeln mit Karten und QR-Code aufgestellt. Die Verfügbarkeit der Mobilnetze wurde dabei geprüft, sagt Silbermann. Im Nossener Ortsgebiet wird es drei Detailschilder geben, die auch auf die Webseite hinweisen: am Rodigtturm, Klosterpark und an der Bushaltestelle am Markt.

Kommunen bekommen Handbuch

Das Projekt endet dieses Jahr. Trotzdem wollen Kröger und Silbermann die Internetpräsenz auf dem neusten Stand halten. Gerade im Bereich Kost und Logis sei dies nötig. Deshalb stehen sie derzeit mit den Kommunen in Verhandlung. „Wir machen ein Angebot zur regelmäßigen Aktualisierung.“ Zudem bekommen die vier Kommunen ein Handbuch ausgehändigt, indem alles erklärt ist. Darin befinden sich auch Hinweise, was seitens der Kommune noch zu tun ist, sagt Kröger. Denn viele Dinge sind den beiden bei ihren Erkundungen aufgefallen. Beispielsweise nennt er einen großen Mangel an vorhandenen Reitwegen.

Damit die Internetpräsenz auch gefunden wird, werde sie auf den kommunalen Webseiten verlinkt sein. Zudem soll sie in den Mittelsachsen-Atlas integriert werden. „Mit diesem Projekt wollen wir auch die vielen ehrenamtlichen Akteure unterstützen, die im touristischen Bereich tätig sind“, sagt Kröger.

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