merken
PLUS Meißen

Mit offenen Ohren durch die Stadt

Die Gästeführerinnen Brigitte Lustik und Annett Wauer-Knobloch haben einen Zweitjob in Meißen übernommen.

In und für Meißen unterwegs Annett Wauer-Knobloch (l.) und Brigitte Lustik sind Citymanagerinnen.
In und für Meißen unterwegs Annett Wauer-Knobloch (l.) und Brigitte Lustik sind Citymanagerinnen. © Claudia Hübschmann

Meißen. „Wenn ich Gäste durch Meißen führe, dann fallen mir auch Dinge auf, die stören.“ So begründet Annett Wauer-Knobloch, warum sie seit dem 1. Juni einen weiteren Job neben ihrer Tätigkeit als Stadtführerin ausübt. Als Citymanagerin will sie dabei helfen, dass Mängel im Erscheinungsbild der Stadt schnell benannt und beseitigt werden. Ansprechpartner für Händler, Dienstleister und Gastronomen der Stadt sein.

Anzeige
Open-Air Kino am Elbufer – Programm
Open-Air Kino am Elbufer – Programm

Für alle Filmbegeisterte hält das Programm wieder tolle Highlights - das aktuelle Kinoprogramm für die Woche vom 27.07. bis 02.08.2021 finden Sie hier.

Mülltonnen, die Tage vor der Leerung auf der Straße stehen, Aufsteller mitten auf den Gehwegen, Hundedreck oder Sperrmüll, der eine Woche lange vor mehreren Hauseingängen in der Fährmannstraße liegt – es sind sehr konkrete Missstände, die sie benennt. Hier schnell zu helfen, vor allem beim Finden von Lösungen, ist eine der Aufgaben von Annett Wauer-Knobloch und Brigitte Lustik, die sich jetzt offiziell als Meißens Citymanagerinnen vorstellten.

Die beiden Frauen haben das Büro in der Fleischergasse 2 bezogen, in dem Stadtteilmanager Marcel Noack in den vergangenen drei Jahren anzutreffen war. Sie wollen die Arbeit ihres Vorgängers, der sich vor allem als Kümmerer bezeichnet hatte, fortsetzen. Ihnen wäre es aber lieber, als gute Feen wahrgenommen zu werden.

Brigitte Lustik, die viele Jahre in der Porzellan-Manufaktur gearbeitet hat, und Annett Wauer-Knobloch, die berufliche Erfahrungen im Handel und als Gesundheitsberaterin gesammelt hat, sind beide Ur-Meißnerinnen – und als solche bestens bekannt mit vielen Einzelhändlern und Gastronomen der Stadt. Da erfahren sie viel, von Sorgen und Nöten ebenso wie von möglichen Ideen für neue Geschäfte. Für Wirtschaftsförderer Martin Schuster hat dies den Ausschlag für die Entscheidung gegeben, die beiden Frauen mit der Aufgabe zu betrauen.

Nicht mehr nur in der Altstadt

Nachdem die auf drei Jahre begrenzte Förderung der Stelle des Stadtteilmanagers ausgelaufen war, übernimmt die Stadt nun die Finanzierung des Projekts. Das hat den Vorteil, dass der Wirkungsradius nicht mehr auf die Altstadt begrenzt ist. Die beiden Neuen sind Ansprechpartnerinnen für Händler, Dienstleister und Gastronomen aus dem gesamten Stadtgebiet. Auch deshalb nennen sich Brigitte Lustik und Annett Wauer-Knobloch – anders als ihr Vorgänger – Citymanagerinnen. In den 40 Stunden im Monat, in denen beide diese Funktion zunächst bis Ende November ausüben, werden sie vor allem in der Stadt unterwegs sein, mit offenen Ohren. Im Büro sind sie an jedem Dienstag in der Zeit von 14 bis 16 Uhr ansprechbar.

Die Stadt hofft aber auch auf die Netzwerke und Kontakte, die beide in diesen Zweit-Job mitbringen. Das bringt kurze Wege in beiden Richtungen mit sich: Händler, Dienstleister und Gastronomen können sich mit ihren Sorgen und Nöten an die Citymanagerinnen wenden. „Bei wirtschaftlichen Problemen können wir nicht helfen“, sagt Brigitte Lustik, „aber wir können Tipps und über den Wirtschaftsförderer Kontakt zur Industrie- und Handelskammer oder zur Sächsischen Aufbaubank vermitteln“.

Interesse für einen Besuch wecken

Die Citymanagerinnen sollen ebenso die Akteure in der Stadt zusammenbringen. Nun, da die Stadt langsam wieder zur Normalität findet, sind Ideen gefragt, um Händler, Gewerbetreibende und Gastronomen zu unterstützen. Bei Aktionen, die neugierig machen auf den Besuch von Geschäftsstraßen – etwa die „Kunst im Schaufenster“-Ausstellung, die in dieser Woche beginnt, sind sie dabei.

Weiterführende Artikel

„In Meißen öffnen die Läden länger“

„In Meißen öffnen die Läden länger“

Der Gewerbeverein bereitet Veranstaltungen und Aktionen vor, um die Geschäfte in der Stadt zu beleben. Die SZ sprach darüber mit Vereinschef Uwe Reichel.

Cölln: Auf der Suche nach Projekten

Cölln: Auf der Suche nach Projekten

Im Sanierungsgebiet werden jetzt Ausgleichsbeiträge fällig. Wofür sollen sie verwendet werden?

Und sie sind ebenso mit von der Partie beim Vorbereiten einer langen Einkaufsnacht: Am 13. August, einem Freitag, sollen möglichst viele Geschäfte in der Innenstadt bis Mitternacht offen bleiben. Gemeinsam mit dem Wirtschaftsförderer, dem Gewerbeverein der Stadt sowie Einzelhändlern und Gastronomen bereiten sie eine besondere Aktion für diesen Abend vor – natürlich auch, um reges Interesse für einen Besuch in den Geschäften zu wecken.

Klar, dass Brigitte Lustik und Annett Wauer-Knobloch auch die Gäste ihrer Stadtführungen darauf aufmerksam machen werden.

Mehr zum Thema Meißen