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Mit Vollgas zum Mühlentag

Im Triebischtal herrschte zum Pfingstmontag reges Besucheraufkommen. Besonders an der Barth-Mühle Klipphausen war es rappelvoll. Ein Report.

Das Duo "Liedfass" sorgte musikalisch für gute Stimmung in der Barth-Mühle. Auch wenn der Mühlentag abgesagt wurde, gab es für radelnde Besucher der Mühle im Triebischtal Bratwurst, Getränke, Kuchen und Kaffee im Freien.
Das Duo "Liedfass" sorgte musikalisch für gute Stimmung in der Barth-Mühle. Auch wenn der Mühlentag abgesagt wurde, gab es für radelnde Besucher der Mühle im Triebischtal Bratwurst, Getränke, Kuchen und Kaffee im Freien. © Claudia Hübschmann

Von Julian Wolf

Meißen/Klipphausen. Obwohl der Deutsche Mühlentag von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung, kurz DMG, offiziell abgesagt und auf den 12. September 2021 verschoben wurde, luden dennoch drei Wassermühlen in und um Meißen zum Spaziergang, kurzem Verweilen oder Rundgängen und Besichtigungen ein.

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Die Fichtenmühle Garsebach verkaufte ab 12 Uhr Kaffee und Kuchen zum mitnehmen, der Appenhof/Wetzelmühle in der Tännichtbachstraße bot den Besucherinnen und Besuchern ein gemütliches Plätzchen im Grünen, ebenfalls mit Speisen und Getränken to go. Eher ruhig blieb es hier, hält doch die Coronavirus-Pandemie weiterhin an und wurden Lockerungen trotz einer Fünf-Tage-Inzidenz von unter 100 noch nicht offiziell beschlossen.

Einen regelrechten Publikumsandrang erlebte derweil die Barth-Mühle in Klipphausen. Auf der Nossener und Meißener Straße war schon ab 10 Uhr viel los. Hunderte Radfahrer und Spaziergänger machten sich bei sonnigen 19 Grad am Pfingstmontag auf den Weg, um in der grünen Natur die Corona-Krise am Feiertag einmal zu vergessen.

Uwe Riße (r.) zeigt die Oldtimer auf dem Gelände der Barth-Mühle.
Uwe Riße (r.) zeigt die Oldtimer auf dem Gelände der Barth-Mühle. © Claudia Hübschmann

Auch viele Oldtimer waren unterwegs. Blitzblank geputzt und frisch poliert stellten sich vor allem alte Mercedes-Fahrzeuge und historische US-amerikanische Muscle Cars zur Schau. „Jetzt, wo wir endlich schönes Wetter haben und die Fallzahlen sinken, fahren wir unsere Oldtimer nun aus und holen den Männertag eben an Pfingsten nach“, hieß es von einer Gruppe aus Weinböhla, die in Meißen unterwegs war.

Bauunternehmer Uwe Riße, der die Barth-Mühle besitzt, ließ sich am Montag nicht lumpen, putzte einige seiner Oldtimer heraus und stellte sie den Leuten vor. Begeisterung machte sich bei den Besuchern breit. Live-Musik mit Akkordeon, Gitarre und Geige gab es auf dem großen Hof vom Duo „Liedfass“, Bock- und Bratwürste, Wiener im Brötchen, Bier, der hauseigene Wein und Softdrinks wurden den Hofgästen angeboten.

Hinweisschilder und Stehtische mit genügend Abstand sorgten für einen Corona-konformen Ablauf des Tages, und das Personal wurde zuvor negativ auf COVID-19 getestet. Etwas Normalität kehrte im Leben der Besucher ein.

Richard, Helena und Thessa pflücken Blumen am Ufer der Triebisch an der Barth-Mühle im Triebischtal.
Richard, Helena und Thessa pflücken Blumen am Ufer der Triebisch an der Barth-Mühle im Triebischtal. © Claudia Hübschmann

Für Uwe Riße war es eine Herzensangelegenheit, am Pfingstmontag zu öffnen. „Beim Mühlentag handelt es sich um eine jahrhundertealte Tradition. Man muss sehr genau abwägen, ob man diese Veranstaltung nun wiederholt weglässt oder ob man den Leuten in Gottes freier Natur schlicht und einfach ein paar schöne Stunden für sich und mit anderen bietet“, sagt der Bauingenieur, der im vergangenen Jahr aufgrund von Corona den Mühlentag ähnlich nur in kleiner Form feiern konnte: „Im letzten Jahr hatten wir einen guten Probelauf. Mit der entsprechenden Rücksicht bekommt man diese Veranstaltung verantwortungsvoll hin. Bei schönem Wetter sowieso!“

Als eine Art Pilotprojekt in Krisenzeiten, aber vor allem als Ansporn für weitere Veranstalter aus der Region sollte die Feierlichkeit zum Mühlentag dienen. „Wir sollten uns etwas trauen, die Gemeinschaft wieder suchen und finden, auch mit einer gewissen körperlichen Distanz“, meint Uwe Riße.

Mit diesem Konzept im Hinterkopf gab es hier auch Mühlen-Führungen vom Personal mit Mund-Nasen-Bedeckung zwischen ständigen Lüftungsperioden. Nach dem Motto „Wir sind negativ getestet und positiv gelaunt“ hat es am Pfingstmontag gut geklappt.

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