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Muckis machen mit Medikamenten

Ein Meißner bestellt sich Tabletten im Internet, die bei Kraftsportlern beliebt sind. Nun sitzt er wegen Besitzes von Dopingmitteln vor Gericht.

Mit Pillen möchte der Angeklagte seinem Muskelaufbau auf die Sprünge helfen. Was er da im Internet bestellt, ist allerdings verboten.
Mit Pillen möchte der Angeklagte seinem Muskelaufbau auf die Sprünge helfen. Was er da im Internet bestellt, ist allerdings verboten. © Friso Gentsch/dpa

Meißen. Nein, rein äußerlich ist der kräftige, kahlköpfige und auch im Gesicht tätowierte Meißner kein Sympathieträger. Spontan drängt sich der Gedanke auf: Diesem Mann der Marke Türsteher möchte man nicht nachts allein begegnen.

Der erste Eindruck täuscht nicht. Das zeigt sein Vorstrafenregister, die Richterin spricht von einem „Buch“. 15 Mal wurde der 41-Jährige schon verurteilt, fast immer wegen Körperverletzung oder gefährlicher Körperverletzung, aber auch wegen Bedrohung, Nötigung, Beleidigung. Mehrfach saß er im Gefängnis. So wurde er beispielsweise vom Landgericht Dresden zu einer Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt, die er größtenteils absaß.

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Oft gab es auch Geldstrafen. Nach eigenen Angaben hat der Mann Schulden zwischen 12.000 und 15.000 Euro aus Straftaten. Neben Geldstrafen muss er auch die Gerichtskosten abbezahlen. Die jetzigen Vorwürfe passen nicht so recht in sein Vorstrafenregister. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unerlaubten Besitz von Dopingmitteln vor. Bei einer Hausdurchsuchung wurden bei ihm Tabletten gefunden, die zum Doping geeignet sind und beim Muskelaufbau helfen sollen. 500 Tabletten waren in der Dose, einen Teil davon hatte er schon genommen. Für eine „Kur“ seien zwölf Stück am Tag davon nötig, erklärt er.

Den Muskeln einen "Schub" geben

Die jetzigen Vorwürfe passen nicht so recht in sein Vorstrafenregister. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unerlaubten Besitz von Dopingmitteln vor. Bei einer Hausdurchsuchung wurden bei ihm Tabletten gefunden, die zum Doping geeignet sind und beim Muskelaufbau helfen sollen. 500 Tabletten waren in der Dose, einen Teil davon hatte er schon genommen. Für eine „Kur“ seien zwölf Stück am Tag davon nötig, erklärt er.

Bestellt hatte er die Tabletten im Internet, die Lieferung kam aus Thailand. Er habe sie „normal“ bestellt, sagt der Angeklagte, also nicht im Darknet. Normal heißt aber noch lange nicht legal. In Deutschland sind diese Medikamente nämlich verboten. Weil Juristen die doppelte Verneinung lieben, spricht der Staatsanwalt von einer „nicht geringen Menge“.

Zeugen sind nicht geladen, zu leugnen gibt es auch nichts. Der Angeklagte ist geständig. „Ich habe nach ein paar Jahren wieder mit Sport angefangen“, sagt er. Offenbar ging ihm aber der Muskelaufbau nicht schnell genug. Mit den Tabletten habe er sich einen „Schub“ geben wollen. Er will Muckis machen mit Medikamenten.

Billige Pillen werden jetzt sehr teuer

80 Euro habe er für das Döschen mit den verbotenen Pillen bezahlt. Das kann nun für ihn teuer werden. Das Gesetz sieht für Besitz von Dopingmitteln eine Geldstrafe oder bis zu drei Jahren Haft vor. Erschwerend kommt für den Angeklagten hinzu, dass er die Tat beging, obwohl er unter zweifacher Bewährung stand. Er profitiert allerdings von der Langsamkeit der Justiz. Denn es hat fast drei Jahre gedauert, bis es zu dem Verfahren kam. Im Dezember vorigen Jahres wurde die letzte noch offene Bewährungsstrafe erlassen. Ein Bewährungswiderruf ist also jetzt nicht mehr möglich.

Während der Staatsanwalt auf eine Geldstrafe von 4.000 Euro plädiert, sucht der Verteidiger nach entlastenden Argumenten. Neben dem Geständnis ist das für ihn auch, dass sein Mandant mit den Dopingmitteln nicht andere, sondern nur sich selbst geschadet habe. Er plädiert auf eine Geldstrafe von nur 400 Euro. Wegen der langen Verfahrensdauer solle die Hälfte davon als verbüßt angesehen werden, so der Verteidiger. Blieben also gerade noch 200 Euro.

Die Richterin verhängt eine Geldstrafe von 2.400 Euro. Dabei habe sie schon die lange Verfahrensdauer berücksichtigt. Ein weiterer Ausgleich stehe nicht mehr im Raum, sagt sie. Wäre der Angeklagte zeitnah verurteilt worden, wäre es wohl nicht bei einer Geldstrafe geblieben.

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