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Mysteriöser Schilderklau in Lommatzsch

In Lommatzsch werden in letzter Zeit verstärkt Verkehrszeichen gestohlen oder beschädigt. Ein mutmaßlicher Täter konnte jetzt ermittelt werden.

Die große Leere: Auch dieses Ortsschild von Altlommatzsch wurde von Unbekannten gestohlen.
Die große Leere: Auch dieses Ortsschild von Altlommatzsch wurde von Unbekannten gestohlen. © Gerhard Schlechte

Lommatzsch. Wie weit ist es vom Kreis Meißen aus bis nach Brasilien oder Kalifornien? Die Antwort mag überraschen: etwa 500 Kilometer. Brasilien liegt bei Schönberg in Schleswig-Holstein. Von dort ist es nicht weit bis nach Kalifornien, einem Ortsteil von Schöneberg. Aufgrund der Namen kommt es immer wieder vor, dass Ortseingangsschilder gestohlen werden. So wurde erst kürzlich ein Ortseingangsschild von Altlommatzsch entwendet.

Wer klaut warum ein Ortsschild von Lommatzsch? Das fragte man sich nicht nur in der Stadtverwaltung. Doch es kommt seit einigen Wochen vermehrt vor. Nicht nur Ortseingangsschilder, sondern Verkehrsschilder werden in letzter Zeit gestohlen, zum Beispiel „kein Winterdienst“, „Schritt fahren“, „Sackgasse“, Parkplatzschilder, Vorfahrtsschilder. Immer mehr werde aber auch Vandalismus an Schildern festgestellt, heißt es aus der Stadtverwaltung. Pro Schild entstehe ein Schaden zwischen 100 und 500 Euro.

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Kein Kavaliersdelikt, sondern Straftat

Verkehrsschilder zu stehlen ist kein Dumme-Jungen-Streich und auch kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Zunächst ist es Diebstahl. Dafür drohen laut Gesetz Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Haft. Entstehen bei dem Versuch, das Schild abzumontieren, Schäden, kann auch eine Sachbeschädigung vorliegen.

Richtig unangenehm wird es, wenn durch das Fehlen des Verkehrsschildes eine Gefährdung eintritt, beispielsweise, weil ein Stopp-Schild gestohlen wurde es zum Unfall kommt. Dann liegt sogar eine Gefährdung des Straßenverkehrs vor. "Wer die Sicherheit des Straßenverkehrs dadurch beeinträchtigt, dass er Anlagen oder Fahrzeuge zerstört, beschädigt oder beseitigt, Hindernisse bereitet oder einen ähnlichen, ebenso gefährlichen Eingriff vornimmt, und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Der Versuch ist strafbar", heißt es dazu im Strafgesetzbuch.

Vorfälle fast auf jedem Dorf

Doch es werden nicht nur Schilder gestohlen, sondern Baken und Pfosten umgebrochen, Schilder verbogen und Verkehrsspiegel zerstört. "In den vergangenen Wochen gab es etwa 30 Fälle, fast auf jedem Dorf", sagt Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP). Ein Tatverdächtiger, der in Dörschnitz einen Verkehrsspiegel zerstörte, konnte ermittelt werden. "Wir haben jetzt Strafanzeige gestellt", so die Bürgermeisterin. Doch er ist offenbar kein Einzeltäter. Denn die Diebstähle und der Vandalismus gingen danach weiter.

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Entwenden von Verkehrszeichen hat nicht nur eine materielle Seite. Die Verkehrszeichen dienen der Verkehrssicherheit und haben eine rechtliche Wirkung. Mit der Zerstörung und dem Diebstahl wird in den Hoheitsbereich der Stadt eingegriffen so die Bürgermeisterin. Sie bittet die Bürger, sich zu melden, wenn ihnen fehlende Verkehrszeichen auffallen, damit diese so schnell wie möglich ersetzt werden können. Sollte sich jemand an einem Verkehrsschild zu schaffen machen und bemerkt werden, bittet sie um Anzeige bei der Polizei.

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