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"Michael Grellmann wird vielen fehlen"

Der einstige Cheftrainer und eine starke Stütze des Meißner Gewichthebens verstarb mit 44 Jahren. Ein Nachruf.

Michael Grellmann verstarb am 9. Januar.
Michael Grellmann verstarb am 9. Januar. © Ullrich Brumm

Meißen. "Wir haben unser Bestes verloren, es ist für uns unfassbar." So trauern Marita und Jürgen Grellmann um ihren Sohn, so trauert Katrin um ihren Lebenspartner. Am 9. Januar verstarb Michael Grellmann im Alter von 44 Jahren in der Uniklinik Leipzig. Und da der Name Grellmann ein Synonym für den hervorragenden Ruf des Meißner Gewichthebens ist, traf diese traurige Nachricht auch die Mitglieder des AC Meißen mit voller Härte. „Ich habe die große Trauer erlebt, die seine Eltern um ihr einziges Kind ins Tiefste erschüttert. Auch mich macht der Gedanke sprachlos, dass unser Micha nicht mehr unter uns weilt“, klagt der Vereinsvorsitzende Andreas Wünsche. „Er wird uns so sehr fehlen …“

Eigentlich sollte die sportliche Laufbahn Michael Grellmanns ab 1982 in Meißen dem Fußball gewidmet sein. Doch 1984 wurden die Weichen des Oberschülers in eine andere Richtung gestellt. Vater Jürgen zählte seinerzeit zu den erfolgreichsten DDR-Gewichthebern seiner Altersklasse. Und so absolvierte der Sohn im Trainingsstützpunkt Garsebach unter dessen Anleitung sein erstes Gewichthebertraining. Das allerdings fand die Dresdner Fußball-Legende Klaus Sammer nicht so gut, denn er hätte gern Michael Grellmann weiter in seiner Sportart gesehen.

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An der Hantel stellten sich im Kinderbereich schnell die ersten Erfolge ein, was 1989 eine Delegierung an die Sportschule in Dresden zur Folge hatte. Die Wende wollte es anders. Damit war 1991 Schluss.

Zwischen 1991 und 1994 erkämpfte er als Mitglied der BSG Blaue Schwerter Meißen mehrere Goldmedaillen im Kreis und Bezirk bei Spartakiade und Meisterschaften sowie Medaillen bei Deutschen Meisterschaften. Von 1994 bis 2004 verstärkte er die Meißner Bundesligamannschaft, musste dann aber verletzungsbedingt seine sportliche Laufbahn beenden. Ein Jahr später wurde er gemeinsam mit dem früher international sehr erfolgreichen Peter Petzold einer der Trainer dieses Teams. Ab 2007 übernahm er die Aufgabe des Cheftrainers. Doch auch hier machten gesundheitliche Probleme einen Strich durch die Rechnung. Er musste diese Verantwortung 2020 aufgeben.

Michael Grellmann hinterließ auch im Rahmen des erfolgreichen internationalen Turniers um den Pokal der Blauen Schwerter seine Spuren. „Beim Pokal war er auch immer als Helfer im Einsatz. Auch im Blaue-Schwerter-Org.-Team werden wir Mischi als engagierten Sportkameraden sehr vermissen“, schätzt Michael Hennig ein – ebenfalls früher ein international erfolgreicher Gewichtheber -, der im vergangenen Jahr die Organisationsleitung von Jürgen Grellmann übernommen hatte. (rt/hb/ACM)

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