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Nachwuchs bei den Siebenschläfern

Am Wochenende ist Siebenschläfertag in der Hebelei. Mit den Tieren hat dieser Tag aber nichts zu tun.

Am Wochenende ist in der Hebelei Siebenschläfertag. Angeblich entscheidet sich dann, wie das Wetter in den kommenden sieben Wochen wird.
Am Wochenende ist in der Hebelei Siebenschläfertag. Angeblich entscheidet sich dann, wie das Wetter in den kommenden sieben Wochen wird. © privat

Diera-Zehren. Am Wochenende werden im Elbetierpark Hebelei Führungen zu den Siebenschläfern angeboten. Weltweit gibt es rund 30 verschiedene Arten von Schläfern. Die auch als Bilche oder Schlafmäuse bezeichneten Nagetiere leben in Asien, Afrika und Europa. In Deutschland gibt es vier Arten von Schläfern. Den Baumschläfer, Gartenschläfer, die Haselmaus und der Siebenschläfer. Im Elbetierpark werden sie bereits seit 2009 gehalten. "Bei den Siebenschläfern gab es mehrfach Nachwuchs. Bereits in den letzten Jahren pflanzten sich die schwer zu züchtenden Tiere bei uns fort. Sie werden in Deutschland nur in drei Zoos gehalten, sind somit eine zoologische Besonderheit", sagt Tierpark-Betreiber Sven Näther.

Acht Monate Winterschlaf

Für seinen Winterschlaf gräbt sich der Siebenschläfer im September bis zu einem Meter in die Erde ein, um dort vor Frost geschützt zu sein. Er nimmt in seiner Erdhöhle eine kugelförmige Körperhaltung ein, um seine Wärmeabgabe bestmöglich zu reduzieren. Spätestens Anfang Mai nach bis zu acht Monaten gräbt er sich nach einer mehrstündigen Aufwachphase wieder aus. Um den langen Zeitraum in der Erde zu überleben, zehrt der Siebenschläfer von seinen Fettreserven, die er sich über den Sommer angefressen hat, und seine Herzschlagfrequenz verringert sich von etwa 300 auf fünf Schläge pro Minute. So ist es ihm auch möglich, mit dem geringen Sauerstoffvorrat in seiner Erdhöhle bei einer Körpertemperatur von bis zu fünf Grad Celsius auszukommen. Zur Vermeidung eines Zelltodes bei niedrigeren Temperaturen wird der Winterschlaf von kurzen Aufwärm- und Aufwachphasen unterbrochen.

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18 Tiere im Emsland ausgewildert

Am Wochenende ist Siebenschläfertag. Nach einer alten Bauernregel verhält sich das Wetter sieben Wochen lang so wie an diesem Tag. Der Siebenschläfertag hat mit den Tieren nichts gemeinsam, sondern geht auf eine alte Legende zurück. Danach hatten sieben junge Christen in der Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Decius in einer Berghöhle nahe Ephesus Zuflucht gesucht, wurden entdeckt und eingemauert. Sie sollen 195 Jahre lang geschlafen haben bis man sie wieder fand und weckte.

Auch die Gartenschläfer werden seit vier Jahren im Elbetierpark erfolgreich gezüchtet. "Sie sind die am meisten bedrohte Nagetierart. Rund die Hälfte des Bestandes ist bereits ausgestorben. Leider auch im Nationalpark Sächsische Schweiz, dessen Maskottchen sie sind", sagt Sven Näther.

Da der Tierpark sehr gut nachzüchtet, konnten 18 Gartenschläfer an die Universität Osnabrück reisen und wurden dort im Emsland/Niedersachsen ausgewildert. Zuvor wurden sie vom Nagetierspezialisten Professor Rüdiger Schröpfer gechippt. So kann man sie wieder erkennen. Die Gartenschläfer werden auch im Rahmen einer Bachelorarbeit erforscht. Es ist geplant, weitere Tiere für das Auswilderungsprojekt zur Verfügung zu stellen, so Näther. (SZ/jm)

Die Führungen finden am Sonnabend und Sonntag jeweils um 11, 14 und 16 Uhr statt. Auf Vorbestellung gibt es auch Nachtführungen zu den Tieren. Hierbei haben die Besucher die größte Chance, alle im Park gehaltenen Schläfer und auch andere nachtaktive Tiere zu sehen. Anmeldungen für alle Führungen unter www.tierpark-hebelei.de

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