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Nachzucht seltener Ziegenart geglückt

Im Elbetierpark Hebelei erblickte in diesem Jahr ein Lamm der Girgentana-Ziegen das Licht der Welt.

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Ein Lamm der sehr seltenen Girgentana-Ziegen erblickte im Elbe-Tier-Park das Licht der Welt.
Ein Lamm der sehr seltenen Girgentana-Ziegen erblickte im Elbe-Tier-Park das Licht der Welt. © privat

Diera-Zehren. Im Elbetierpark Hebelei, der sich mit der Nachzucht seltener und vom Aussterben bedrohter Tierarten beschäftigt, ist erneut ein Zuchterfolg gelungen. In diesem Jahr konnte ein Girgentana-Ziegenlamm das Licht der Welt erblicken, teilt Betreiber Sven Näther mit.

Die Girgentana-Ziege stammt ursprünglich aus der italienischen Provinz Agrigento in Sizilien. Die Stadt Agrigento hieß bis 1929 Girgenti, nach ihr ist auch die Hausziegenrasse benannt. Ihre Abstammung ist ungeklärt.

Ein besonders auffälliges Merkmal sind ihre – im Gegensatz zu den meisten anderen Hausziegenrassen – gewundenen Hörner, die beim Bock eine Länge von 80 Zentimetern erreichen können. "Die Vermutung einiger Wissenschaftler ist, das die besondere Hornform die Girgentana-Ziege eine Ausnahme ist und von der zentralasiatischen Schraubenziege abstammt. Deren Hörner sind spiralig nach außen gewunden, während bei der Girgentana-Ziege eine Windung nach innen festzustellen ist", so Näther.

Bestände haben sich erholt

Die Anzahl der reinrassigen Tiere dieser Hausziegenrasse war selbst in Italien bis zum Ende des 20. Jahrhunderts sehr stark zurückgegangen. Grund dafür war die im Vergleich zu moderneren Züchtungen geringe Milchleistung. Heute haben sich die Bestände aufgrund des Interesses von Tiergärten und von Organisationen zur Erhaltung der Vielfalt in der Landwirtschaft wieder erholt. Die Girgentana-Ziege wird in der Landwirtschaftspflege zur Erhaltung der Kulturlandschaft eingesetzt.
Girgentana-Ziegen werden seit über vier Jahren im Elbe-Tier-Park gehalten und gezüchtet seit dem kamen drei Lämmer zur Welt.

"Viele wissen, dass im Herbst die spektakuläre Hirschbrunft überall in Gange ist.
Aber genauso aufregend, auch dramatisch oder sogar gefährlich geht es in den Ziegen- und Schafgehegen zu. Bei einem Besuch im Elbetierpark Hebelei zu den naturnahen Schaf- und Ziegengehege kann man das einmalige und jährlich wiederkehrende Schauspiel der Paarungsspiele bei unseren unterschiedlichen elf Schaf- und Ziegenrassen bestaunen", so der Tierparkchef.

Die Bockzeit, zoologisch Brunst genannt, nähert sich dem Höhepunkt und ist unschwer zu erkennen, wenn man das laute Aufeinanderkrachen der kämpfenden Schaf- und Ziegenböcke mit gleichaltrigen Konkurrenten sieht. Dabei nehmen vor allem die Schafböcke einen weiten Anlauf von bis zu zehn Metern und springen mit vom Boden abgehobenen Beinen und gesenktem Kopf gegen die Stirn des Nebenbuhlers, erklärt er.

Aktion Zaunkönig ins Leben gerufen

Viel Arbeit haben die Mitarbeiter des Elbetierparks in dieser Zeit auch mit Zaunreparaturen, da manche Schaf- und Ziegenböcke auch durch Zaungrenzen hindurch miteinander kämpfen und die in die Jahre gekommen Holzzäune beschädigen.
Deshalb wurde zu Beginn des Jahres die Aktion "Zaunkönig" ins Leben gerufen.
Der Elbetierpark Hebelei sucht dabei viele kleine Zaunkönige, um den in die Jahre gekommen Zaun des Streichelgeheges und anderer Gehege zu erneuern. "Ein Zaunkönig allein ist zwar klein, aber viele kleine Zaunkönige sind stark genug um dieses Projekt zu stemmen", sagt Sven Näther. Mit 35 Euro kann jeder "Zaunkönig" werden. So viel kostet ein neues Zaunsfeld.

Wer helfen möchte, kann über die Paypalfunktion auf der Homepage www.tierpark-hebelei.de oder Elbepark Hebelei -
IBAN: DE04 8505 5000 3100 0050 65/BIC: SOLADES1MEI - Sparkasse Meißen - Verwendungszweck: Hilfe für den Tierpark - Zaunkönig - einzahlen oder direkt in die Spendenbox legen. (SZ(jm)

Der Elbetierpark Hebelei hat den ganzen Winter und an allen Feiertagen durchgehend ab 10 Uhr bis zum Einbrechen der Dunkelheit geöffnet.