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Meißen.Lokal

Nahrungsergänzung - bringt das Punkte?

Zink, Magnesium, Vitamin D & Co. - viele Menschen verfallen diesen vermeintlichen Alltagshelfern. Diätassistentin Peggy Dathe klärt auf, wie man diese sinnvoll einsetzt.

Bevor man bei einem vermuteten Mangel zu Nahrungsergänzungsmitteln greift, sollte man seine genauen Werte messen lassen.
Bevor man bei einem vermuteten Mangel zu Nahrungsergänzungsmitteln greift, sollte man seine genauen Werte messen lassen. © Pixabay.com

Wer mit Haarausfall, schlechter Haut, Muskelkrämpfen oder Antriebslosigkeit zu kämpfen hat, stand sicher schon des Öfteren vor dem Regal der Nahrungsergänzungsmittel in der Drogerie. Doch hilft die regelmäßige Einnahme dieser Mittelchen wirklich bei der Ursachenbekämpfung oder kommt da eher der Placebo-Effekt zum Vorschein? Meißen.Lokal hat die Meißner Diätassistentin Peggy Dathe zum Thema befragt.

Nahrungsergänzungsmittel und ihre Tücken

"Es ist nicht gut, einfach irgendein Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, ohne seine Körperwerte zu kennen. Bei mir ist die Devise: "Messen, handeln, messen". Eine große Anamnese hilft dabei, spezielle Schwachpunkte im Körper aufzudecken. Um die Ursachen zu behandeln, schaut man anschließend, ob und welche dafür notwendigen Vitamine und Mineralstoffe im Körper vorhanden sind. Um eine vollumfängliche Aussage treffen zu können, nehme ich Werte aus Blut, Urin und Speichel. Daran kann man schlussfolgern, ob und welche Nahrungsergänzungsmittel in welcher Dosis überhaupt Sinn machen. Manchmal ist auch der Darm zu sehr geschädigt, um überhaupt ausreichend Vitamine und Mineralstoffe zu verwerten, und muss erst einmal aufgebaut werden.", erklärt Peggy Dathe.

Warum erzielt man mit einigen Ergänzungsmitteln keine Erfolge?

"Wenn man einen großen Mangel aufweist, jedoch nur eine geringe Dosis bestimmter Mineralstoffe und Vitamine zu sich nimmt, bringt das gar nichts. Und dann heißt es: „Das wirkt nicht.“. Außerdem ist die Qualität der Produkte entscheidend. Ein schönes Beispiel sind dabei immer die Magnesium-Brausetabletten aus der Drogerie. Die dort oft vorzufindenden chemischen Verbindungen, wie z. B. Magnesiumcarbonat oder -oxid, haben eine schlechte Bioverfügbarkeit. Das heißt, der Körper kann sich davon recht wenig zu Nutze machen. Immens wichtig ist zu beachten, dass jeder Körper individuell ist. Jeder reagiert demnach anders auf die verschiedenen Verbindungen.

Entscheidend ist auch, was zu welchem Zeitpunkt zusammen oder allein eingenommen werden sollte. Wenn ich also zum Beispiel einfach die falschen Verbindungen von Zink zusammen mit Selen zu mir nehme, bilden diese einen Komplex, den der Körper nicht aufspalten kann und werden einfach wieder ausgeschieden.", so die Diätassistentin.

Aufgrund falscher Anwendungen rückten Nahrungsergänzungsmittel in den letzten Jahren in ein ziemlich schlechtes Licht. "Werden jedoch die Produkte richtig dosiert, die auf die eigenen Körperwerte angepasst sind, kann man damit viel erreichen."

Der König der Ergänzungsmittel: das Vitamin D

Vitamin D nimmt der Mensch bekanntlich über das Sonnenlicht auf. Vor allem im Winter stellt uns das vor eine große Herausforderung. Denn das winterliche Sonnenlicht reicht in unseren Breitengraden nicht aus, um im Körper Vitamin D zu produzieren. Die Sonne steht in den Wintermonaten dafür viel zu tief. Doch wann produziert der Körper denn dann Vitamin D?

"Eine hilfreiche Eselsbrücke ist dabei immer: Der eigene Schatten muss kürzer sein als ich selbst. Dann ist die Sonne im optimalen Winkel, sodass im Körper Vitamin D produziert werden kann.", so Peggy Dathe. "Voraussetzung, um Vitamin D aufzunehmen ist aber auch, dass man seine nackte Haut auch der Sonne zeigt. Das bringt aber wiederum auch nichts, wenn man einen höheren Lichtschutzfaktor als 8 auf der Haut hat. Daher empfehlen Mediziner eine dem Hauttyp angemessene Sonneneinstrahlung von 10 bis 20 Minuten ohne Sonnenschutz. Um das Hautkrebsrisiko aber so gering wie möglich zu halten, sollte man nach dieser Zeit die Sonnencreme auftragen."

Auch das Alter der Haut spielt bei der Vitamin-D-Produktion eine große Rolle. "Studien haben gezeigt, dass ab 60 Jahren wenig bis gar kein Vitamin D mehr über die Haut produziert wird."

Was passiert eigentlich bei dauerhaftem Vitamin-D-Mangel im Körper?

"In erster Linie ist Vitamin D für die Knochenbildung wichtig. Erheblicher Vitamin-D-Mangel kann daher Osteoporose nach sich ziehen. Aber auch das Immunsystem wird dadurch geschwächt. Zudem kann ein Mangel zu Depressionen, wie zur Winterdepression, beitragen.

Leider wird Vitamin D häufig als „Vitamin“ belächelt. Bei seiner Entdeckung hat man es fälschlicherweise dieser Gruppe zugeordnet und dies nie korrigiert. Vitamin D ist eigentlich eine Hormonvorstufe. Und welche weitläufigen Wirkungen Hormone in unserem Körper haben, wissen wir sehr eindrücklich von den Schilddrüsen- oder auch den Stresshormonen.“

Kann man Vitamin D im Sommer als Vorrat für den Winter ansammeln?

"Nein. Meine Meinung ist, dass es nicht reicht. Ich empfehle zweimal im Jahr eine Messung durchzuführen. Einmal nach dem Winter und einmal nach dem Sommer, um gegebenenfalls eine Nahrungsergänzung anzupassen."

Was kann man einnehmen, um seinen Vitamin-D-Haushalt aufrecht zu erhalten?

"Ich nehme zum Beispiel über das ganze Jahr Vitamin D täglich als Öl ein. Beim Öl sind kaum Zusatzstoffe enthalten und es ist schon in der fettigen Lösung drin. Denn es ist ein fettlösliches Vitamin, welches unbedingt, auch wenn bereits im Öl gebunden, in Verbindung mit Nahrung eingenommen werden muss. Man kann es also gut in den Joghurt einrühren oder während der Mahlzeit pur einnehmen."

Sie wollen mehr über gesunde Ernährung und deren Auswirkung auf den Körper wissen? Ab sofort gibt es jede Woche ein neues Thema von und mit Diätassistentin Peggy Dathe auf dem Stadtportal Meißen.Lokal zum Lesen.

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