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Neue Firma für den Breitbandausbau?

Im Frühjahr sollen die Bagger in den ersten Lommatzscher Ortsteilen rollen. Allerdings unter anderer Flagge.

Vor gut einem Jahr schlossen Bürgermeisterin Anita Maaß und Enso-Netz Geschäftsführer Wolfgang Jäger die Vereinbarung zum geförderten Breitbandausbau ab..
Vor gut einem Jahr schlossen Bürgermeisterin Anita Maaß und Enso-Netz Geschäftsführer Wolfgang Jäger die Vereinbarung zum geförderten Breitbandausbau ab.. © Lutz Weidler

Lommatzsch. Was es bedeute, dass Deutschland die Digitalisierung verschlafen hat, merken jetzt vor allem diejenigen auf dem Lande, die in der Coronazeit im Heimbüro arbeiten oder lernen müssen. So bekam die Stadt Lommatzsch zwar für Schülerinnen und Schüler Tablets gestellt. Doch die nutzen in den ländlichen Ortsteilen wenig bis nichts, weil kein schnelles Internet anliegt.

Das soll nun besser werden, aber es dauert. Wohl bis Ende 2023. Das Versprechen der Bundesregierung, dass jeder Haushalt über schnelles Internet verfügen werde, würde damit fünf Jahre zu spät eingelöst. Ursprünglich war dies für das Jahr 2018 versprochen worden.

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Während die Versorgung mit schnellem Internet in der Kernstadt praktisch abgeschlossen ist, sollen die Arbeiten in den Ortsteilen nun bald beginnen. Die Stadt hatte mit der Energieversorgung Sachsen Ost (Enso) einen Vertrag abgeschlossen. Doch jetzt ist plötzlich die Sachsen-Energie zuständig. Wie das? Warum macht das jetzt eine andere Firma? Und hat das Auswirkungen für die Bürger oder gar auf die Bauzeit?

Die Antwort ist jedesmal "nein". Denn die Firma ist nicht neu, sie heißt nur anders. Seit dem 1. Januar 2021 firmiert die Enso Energie Sachsen Ost AG jetzt als Sachsenenergie AG. Sachsenenergie entsteht aus der Verbindung von Drewag, den Dresdner Stadtwerken, und Enso, heißt es in einer Pressemitteilung. "168 Kommunen und die sächsische Landeshauptstadt haben sich zusammengetan, um gemeinsam neue Wege in Sachen Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit zu gehen und dabei die Energiewende konstruktiv voranzutreiben. Von diesem gemeinsamen Kraftakt profitieren nicht nur die 1,5 Millionen Einwohner im Versorgungsgebiet, sondern die gesamte Region", so Pressesprecherin Viola Martin-Mönnich. In den kommenden zehn Jahren wolle Sachsenenergie über zwei Milliarden Euro in die Versorgungsinfrastruktur investieren. Maßgeblich dabei sei das Ziel, das Versorgungsgebiet mit Glasfaser zu erschließen.

Glasfaser für 600 Privathaushalte

Für die Einwohnerinnen und Einwohner ändere sich nichts. Das gelte auch für den Breitbandausbau zur Schaffung von Highspeed-Internetanschlüssen in den Lommatzscher Ortsteilen. Hier sei in den zurückliegenden Monaten einiges passiert, die Planungen für die Innerorts- und Außerortserschließungen liefen derzeit auf Hochtouren, so Viola Martin-Mönnich.

Im Frühjahr sollen in den Ortsteilen die ersten Bagger rollen, so das Wetter mitspielt und der Boden nicht durchgefroren ist. Zunächst sollen die Ortsteile Altlommatzsch, Scheerau und Striegnitz erschlossen werden. Danach geht es in Dörschnitz und Klappendorf weiter. Baustart soll dort in der ersten Jahreshälfte sein.

Bis Ende 2023 sollen rund 600 Privathaushalte und Gewerbebetriebe in den ländlichen Ortsteilen der Stadt Lommatzsch einen Glasfaser-Direktanschluss erhalten. Dazu müssen auf einer Länge von 68 Kilometern insgesamt 252 Kilometer Glasfaser verlegt werden.

Prüfen, ob Auftrag erteilt wurde

Da der Baustart nun in greifbare Nähe rückt, sollten Grundstückseigentümer im Ausbaugebiet noch einmal prüfen, ob sie das im letzten Jahr noch von Enso Netz versandte Schreiben, den sogenannten „Auftrag zur Errichtung eines Breitbandanschlusses“ erhalten und unterschrieben zurückgesendet haben, empfiehlt Viola Martin-Mönnich. Nur dann könne das Haus einen kostenlosen Glasfaseranschluss erhalten.

"Für die Verkabelung im Haus ist in Gebäuden bis zu zwei Wohn- oder Geschäftseinheiten der Eigentümer selbst zuständig. Er kann das Heimnetzwerk selbst installieren oder eine Fachfirma für diese Leistung beauftragen. In Gebäuden mit mehr als zwei Einheiten errichten wir unter bestimmten Voraussetzungen die Verkabelung im Haus", so die Pressesprecherin.

Diese Voraussetzungen seien, dass das Gebäude für die Errichtung eines Glasfasernetzes geeignet ist und ein Telekommunikationsprodukt bei der Sachsenenergie AG beauftragt wird. Das heißt also: Wer bisher einen anderen Anbieter für Telefon und Internet hat, muss wechseln.

Grundstückseigentümer aus den geförderten Ortseilen, die sich unsicher sind, sollten sich an die Servicenummer 0800 5075100 oder an [email protected] wenden – dort werde dann geprüft, ob das Grundstück im Sinne des Förderprojektes anschlussberechtigt ist. In diesem Fall kann der Auftrag erneut zugestellt werden.

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