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Neuer Bürgerpark für Meißen

Noch dieses Jahr soll das Triebischtal einen Erholungspark bekommen. Die Fläche soll nachhaltig genutzt werden, die Ideen dazu kamen von den Meißnern selbst.

Von Marvin Graewert
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Oberbürgermeister Olaf Raschke umreißt anhand des Bauplans, was auf den 1,5 Hektar entstehen soll.
Oberbürgermeister Olaf Raschke umreißt anhand des Bauplans, was auf den 1,5 Hektar entstehen soll. © SZ

Meißen. Die ersten Wege im neuen Bürgerpark Triebischtal sind abgesteckt, die ersten Entsiegelungsarbeiten abgeschlossen, ansonsten ist der ehemalige Kohlelagerplatz noch eine graubraune Brachfläche. Bis Dezember soll sich das ändern. Das Gelände am Triebischufer zwischen Lessingstraße und Jaspisstraße wird nach den Vorstellungen der Meißner umgestaltet: "Im Vorfeld der Bauarbeiten wurde bei vielen Begehungen intensiv über die Wünsche der Bürger diskutiert", sagt Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos). Die gesammelten Ideen wurden danach vom Landschaftsbüro La21 weiterentwickelt und zum Baustart am Montag vorgestellt.

Ausgehend vom Aldi-Parkplatz soll in drei Monaten ein beigefarbener Fußweg durch den Park führen, der einen Schwenk zur Bahnlinie macht und von Masten beleuchtet ist. Auf dem Weg warten Bänke, mit eingelassenen Porzellanelementen des Meißner Künstlers Olaf Fieber: "Alle Bänke wurden mit ganz unterschiedlichen Naturornamenten gestaltet, es gibt aber auch eine Bank mit Herzchen, auf der sich Verliebte treffen können", sagt die Landschaftsplanerin Marion Brod-Kilian des La21. Der 860 Quadratmeter lange Asphaltweg ist die einzige versiegelte Fläche im Park.

Auf dem restlichen Gelände sollen auch diejenigen auf ihre Kosten kommen, die sich nicht in die Planung einmischen konnten: Insekten, Pflanzen und Haustiere. Hunde bekommen sogar eine eigene Spielwiese, mit einer Sandgrube zum Buddeln, Natursteinen und Baumstämmen. Einen Zaun gibt es nicht: Die Wiese ist mit einem Graben vom Rest des Geländes abgetrennt, als psychologische Schwelle für die Hunde.

Parallel zur Triebisch soll ein unbefestigter Uferweg verlaufen und mit Kopfweiden einen typischen Auencharakter vermitteln. Dazwischen Schmetterlings- und Wildbienenwiese, wo Kräuter und Gräser ungestört wachsen können und nicht betreten werden dürfen. Gleichzeitig ist eine solche Wiese auch sehr wenig pflegeintensiv, da sie nur zweimal im Jahr gemäht werden muss.

So sehen die Pläne für den Bürgerpark im Triebischtal aus.
So sehen die Pläne für den Bürgerpark im Triebischtal aus. © Stadt Meißen

Zudem wird im Park ein Aussichtshügel aufgeschüttet, darauf ein 1,5 Meter hoher Sandsteinblock mit direktem Blick auf die Bennokirche. Angrenzend am S-Bahnhof soll es die Möglichkeit geben, Fahrräder abzustellen. Dazwischen sollen vor allem Eichen, Weiden, Erlen und Eschen angepflanzt werden. Über die nicht zugänglichen Bereiche, wo die Natur in Ruhe gelassen werden soll, wird mit Infotafeln aufgeklärt: Mit Grafiken wird auf Pflanzen und Tieren eingegangen, die sich im neuen Stadtpark ansiedeln sollen, sowie über die Geschichte des ehemaligen Kohlelagerplatzes informiert. Und auch um Hochwasser brauche man sich keine Sorgen zu machen - obwohl ein Großteil der Fläche im Überschwemmungsgebiet der Triebisch liegt - denn das Gelände wird so gestaltet werden, dass es viel Wasser aufnehmen kann.

Obwohl im Bürgerpark so viele neue Elemente geplant sind, soll dieser bereits Ende November für seine Besucher öffnen. Die unterirdischen Arbeiten wurden bereits abgeschlossen und Heiztrassen unter dem Boden verlegt. Das sorgt nicht nur für einen freien Blick auf die Triebisch, sondern auch für bessere Emissionswerte. Nach einer Winterpause soll das Gelände im Frühjahr 2022 weiter begrünt werden. "Wir sind froh, dass auf dem ehemaligen hässlichen Kohlelagerplatz, der in den letzten Jahren als Baulagerplatz diente, tatsächlich eine grüne Oase entsteht", sagte Raschke.

Rund 493.000 Euro investiert die Stadt Meißen in die Planung und Umsetzung des Bürgerparks, 80 Prozent der Ausgaben fördert die Sächsische Aufbaubank über das Förderprogramm Integrierte Stadtentwicklung EFRE 2014-2020. Die Planung liegt schon eine Weile zurück: Bereits 2017 hatten junge Landschaftsarchitekten im Rahmen des „Peter-Joseph-Lenné-Preises“ ihre Konzepte für das Areal eingereicht. Diese wurden im Rahmen einer Ausstellung im Rathaus präsentiert. Diskutiert wurde das Vorhaben außerdem im Rahmen verschiedener Bürgerveranstaltungen, etwa bei einem Bürgerrundgang mit anschließendem Gespräch im Herbst 2018.