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Neuer Leiter für Landesgymnasium St. Afra

Die Suche hat etwas länger gedauert. Doch jetzt gibt es wieder einen Vollzeit-Chef für die Hochbegabtenschule in Meißen.

Wer deutlich schneller lernt als andere und breiter gefächerte Interessen verfolgt, ist im Landesgymnasium St. Afra in Meißen bestens aufgehoben.
Wer deutlich schneller lernt als andere und breiter gefächerte Interessen verfolgt, ist im Landesgymnasium St. Afra in Meißen bestens aufgehoben. © Claudia Hübschmann

Meißen. Der kommissarische Leiter des Meißner Landesgymnasiums Bert Xylander dürfte um seinen Job in den letzten Monaten nicht zu beneiden gewesen sein. Seit dem Juli war er als Chef neben dem Geschwister-Scholl-Gymnasium in Nossen auch für die Hochbegabtenschule Meißen zuständig, und musste beide Einrichtungen in den zweiten Lockdown führen. Afra-Leiterin Ulrike Ostermaier hatte sich im Sommer in den Ruhestand verabschiedet.

Nun steht fest, wer auf sie folgen wird. Ab dem 1. Februar übernimmt Stefan Weih die Leitung des Landesgymnasiums für Hochbegabtenförderung in Meißen. Der gebürtige Baden-Württemberger verfügt dem Dresdner Kultusministerium zufolge über enormes Wissen im Bereich der Förderung von Hochbegabten. Zudem hat er sich hier als Dozent und Fortbildner bundesweit einen sehr guten Ruf erarbeitet. Nicht zuletzt haben seine gesamte Persönlichkeit und seine Führungsqualität die Auswahlkommission überzeugt.

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Viele Jahre war er als Lehrer und Fachleiter am Landesgymnasium für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd tätig. Auch bringt der 50-jährige Pädagoge langjährige Führungserfahrung mit. Über acht Jahre leitete Stefan Weih das staatliche Gymnasium Achern im Schwarzwald mit mehr als 1.000 Schülern und rund 95 Lehrkräften. In der ersten deutschlandweiten Vergleichsstudie von Schulen, die 2005 vom Forschungsinstitut Europress im Auftrag der Zeitschrift Capital durchgeführt wurde, erreichte das Gymnasium den Titel Beste Schule Deutschlands in der Gruppe der Schulen mit gymnasialer Oberstufe.

Auf Ulrike Ostermaier folgt als Leiter des sächsischen Landesgymnasiums Meißen ein Mann. Stefan Weih hat in Baden-Württemberg zwei große und erfolgreiche Schulen geführt.
Auf Ulrike Ostermaier folgt als Leiter des sächsischen Landesgymnasiums Meißen ein Mann. Stefan Weih hat in Baden-Württemberg zwei große und erfolgreiche Schulen geführt. © Gymnasium Achern

"Ich freue mich, dass wir einen so erfahrenen Pädagogen für unser Landesgymnasium gewinnen konnten", kommentierte Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) die Personalie. Das Landesgymnasium Sankt Afra gehört zu den profiliertesten Schulen für Hochbegabte in Deutschland. Er sei überzeugt, dass Weih diese Position der Schule weiter ausbauen werde und gemeinsam mit seinem Kollegium Meißen zu einem modernen Zentrum der Begabtenförderung und zur ersten Adresse für Hochbegabte weiterentwickelt.

Zwei Auswahlrunden nötig

SZ-Informationen zufolge war die Suche nach einem neuen Afra-Chef nicht einfach. Das Landesgymnasium ist eine Schule mit Internat, die besondere Anforderungen stellt. In ihr lernen ausschließlich Hochbegabte, welche eine besondere Förderung und spezielle Lehrmethoden benötigen. Darüber hinaus kommt die Schülerschaft aus dem gesamten Bundesgebiet.

In einer ersten Ausschreibungsrunde konnte dem Kultusministerium zufolge kein Kandidat diesen hohen Anforderungen gerecht werden. Um die Qualität am Landesgymnasium zu sichern und weiterzuentwickeln, habe sich die Behörde deshalb für ein zweites Ausschreibungsverfahren entschieden. In diesem konnte Weih als mit Abstand bester Bewerber überzeugen. Aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen in Baden-Württemberg war ein Wechsel erst zum 1. Februar möglich. Dies hat der Freistaat akzeptiert, weil die Eignung des Schulleiters hier im Sinne der Schule wichtiger war, als eine schnelle Nachbesetzung.

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Neben den Herausforderungen des Heimunterrichtes über teils größere Distanzen stand die Führungsmannschaft von St. Afra in den letzten Wochen und Monaten zusätzlich vor der Aufgabe, neue Wege bei der Werbung um die nächsten Afraner-Generationen zu finden. Informationsveranstaltungen in den Landesämtern für Schule und Bildung im Freistaat oder ein Tag der offenen Tür waren nicht möglich. Das Landesgymnasium hat daher digitale Beratungsangebote via Homepage und über Soziale Medien geschaffen. So gab es die Gelegenheit, Fragen in Livekonferenzen direkt von Eltern, Schülern und Lehrern beantworten zu lassen. Die Resonanz auf diese Angebote falle äußerst positiv aus, so das Kultusministerium.

Eine abschließende Aussage zur Zahl der Bewerber ist bislang noch nicht möglich, da die Frist erst am 31. Januar endet. Die bisherige Zahl soll jedoch vergleichbar mit denen der Vorjahre sein.

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