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Nie wieder Kreidetafeln

Während andere Schulen gerade mal die Fördermittelbescheide erhalten haben, ist der Digitalpark an der Grundschule schon realisiert.

Insgesamt vier digitale Tafeln gibt es an der Grundschule in Niederau.
Insgesamt vier digitale Tafeln gibt es an der Grundschule in Niederau. © Claudia Hübschmann

Niederau. Die Gemeinde Niederau hat den Digitalpakt in der Grundschule Niederau fast vollständig umgesetzt. "Damit sind wir wohl eine der ersten Schulen im Landkreis, während andere gerade mal den Förderbescheid erhalten haben", sagt der Niederauer Hauptamtsleiter Ronny Reichel.

Um die Schule fit für die Zukunft zu machen, wurden unter anderem sieben Kilometer Kabel verlegt, vier interaktive Tafeln angeschafft und ein neues Computerkabinett eingerichtet. "Dazu haben wir zwei Klassenzimmer zusammengelegt und 28 moderne Schüler-Arbeitsplätze geschaffen", so der Hauptamtsleiter. Zudem wurden I-Pads angeschafft. Insgesamt kostete die Digitalisierung 215.000 Euro, davon waren 108.000 Euro Fördermittel.

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Laut Dieter Adam, der seit 1992 der Leiter der Grundschule ist, wurde ein Klassensatz Android-Geräte, insgesamt 28 Stück, neu angeschafft. Die vorhandenen Office-Tablets wurde ebenfalls auf eine Anzahl von 28 ergänzt und15 I-Pads angeschafft. "Wir haben jetzt auch Ausleihgeräte für bedürftige Schüler, die keine eigenen Geräte besitzen", so der Schulleiter.

So macht lernen Spaß. Aus zwei Klassenzimmern wurde ein modernes Computerkabinett mit 28 Arbeitsplätzen für die Schülerinnen und Schüler.
So macht lernen Spaß. Aus zwei Klassenzimmern wurde ein modernes Computerkabinett mit 28 Arbeitsplätzen für die Schülerinnen und Schüler. © Claudia Hübschmann

Vielerorts schnelles Internet

Dies jetzt umso wichtiger, das die Schulen wieder geschlossen werden und in Heimunterricht übergegangen werden muss. Während in manchen Gemeinden hier fehlendes schnelles Internet ein Problem ist, sieht es in der Gemeinde Niederau besser aus. Laut Bürgermeister Steffen Sang (parteilos) verfügen bereits jetzt 3.000 der 4.000 Einwohner über schnelles Internet. "Ein Großteil von Niederau und Ockrilla kann zwischen 100 und 150 Mbit nutzen. Auch der kleinste Ortsteil Gohlis hat Breitband", so der Gemeindechef. Noch nicht ausgebaut sind die Ortsteile Jessen, Großdobritz und Gröbern.

Insgesamt kostet der Breitbandausbau in der Gemeinde Niederau rund sechs Millionen Euro.

Gewerkschaft: Geld reicht nicht aus

Für den Digitalpakt stehen in Sachsen insgesamt 250 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Geld soll digitale Infrastruktur von Schulen gefördert werden. Vorrangig geht es darum, Verkabelung, Schulserver oder WLAN-Netzwerke zu fördern. Aber auch die Anschaffung von interaktiven Tafeln, Displays oder von Laptops, Notebooks und Tablets wird unterstützt.

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