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Meißen

Niederauer Narren ziehen Notbremse

Die 38. Faschingssaison wird beendet, bevor sie überhaupt begonnen hat. Damit entfällt auch eine Premiere.

Wolfgang Kutzsche vom Niederauer Karnevalsclubs musste eine traurige Nachricht verkünden.
Wolfgang Kutzsche vom Niederauer Karnevalsclubs musste eine traurige Nachricht verkünden. ©  Foto: Claudia Hübschmann

Niederau. Im September hatte Wolfgang Kutzsche, der Chef des Niederauer Karnevalsclubs, noch Hoffnung. Zwar war wegen Corona die Auftaktveranstaltung am 11. November abgesagt worden. Doch die Niederauer hofften, die insgesamt fünf geplanten Faschingsveranstaltungen im Januar und Februar nächsten Jahres durchführen zu können. Doch jetzt zogen die Narren die Notbremse. "Bis zuletzt hatten wir gehofft, dass die Pandemie besiegt wird oder sich zumindest in Grenzen hält. Doch die Entwicklung und die Voraussagen geben keinen Anlass zu Optimismus. Deshalb haben wir uns schweren Herzens entschlossen, die geplanten Veranstaltungen abzusagen", so Wolfgang Kutzsche. Der Lockdown würde nun erst einmal bis zum 10. Januar fortgeführt. Auch danach sei nicht damit zu rechnen, dass die Maßnahmen derart gelockert werden, um Veranstaltungen durchzuführen. Und so endet die 38. Niederauer Saison, ehe sie begann.

Noch keine Karten verkauft

Die Gesundheit der Mitglieder und Gäste stünde aber im Vordergrund. Zudem habe der Bund Deutscher Karneval einen Aufruf herausgegeben, in dieser Saison auf sämtliche Veranstaltungen zu verzichten. "Ein solcher Aufruf ist zwar nicht verbindlich, sondern jeder Verein entscheidet selbst, doch wir werden uns danach richten", so der Vereinschef.

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Mit der Absage fällt auch die Premiere des Karnevals im Gasthof Großdobritz aus. Dort sollten künftig und beginnend mit dieser Saison die Niederauer Veranstaltungen stattfinden, nachdem das Kulturhaus in Niederau verkauft werden soll. Finanzielle Einbußen was die Spielstätte betrifft haben die Karnevalisten durch die Absage nicht. "Wir haben uns mit den Betreibern des Gasthofes geeinigt", sagt Kutzsche.

Auch Probleme, Geld für Eintrittskarten zurückzuzahlen, hat der Verein nicht. Ein Kartenverkauf fand noch gar nicht statt. Dieser wird traditionell jeweils an nur einem Tag im Dezember durchgeführt.

Erster Ausfall in 38 Jahren

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Es ist das erste Mal in 38 Jahren, dass der Fasching in Niederau ausfällt. Dennoch soll die Saison aus der Statistik nicht gestrichen werden, sondern es soll im kommenden Jahr mit der 39. Saison weitergehen. "Wir hatten ja Vorbereitungen getroffen, haben einiges investiert", sagt Wolfgang Kutzsche und hofft, dass das Prinzenpaar, das für diese Saison vorgesehen war, für 2021/22 gewonnen werden kann. Dann soll jedenfalls wieder Fasching in Niederau stattfinden. "Es wird Zeit, dass nach diesem bescheidenen Jahr wieder etwas Mut, Hoffnung und Fröhlichkeit in die Gemeinde kommt", sagt Wolfgang Kutzsche.

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