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Zweiter Wahlgang nötig

Bei der Bürgermeisterwahl am 11. Oktober hat kein Kandidat die absolute Mehrheit bekommen. So geht es nun weiter.

Nossen muss ein zweites Mal zur Wahlurne. Beim ersten Wahlgang bekam kein Bürgermeisterkandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen.
Nossen muss ein zweites Mal zur Wahlurne. Beim ersten Wahlgang bekam kein Bürgermeisterkandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen. © Claudia Hübschmann

Nossen. Es war ein bisher harter und so noch nie so erlebter Wahlkampf um den höchsten Posten in der Stadt Nossen. Die meisten Stimmen der drei Kandidaten mit 44,3 Prozent konnte Gerald Rabe für die CDU auf sich vereinen. Christian Bartusch (SPD) kam auf 31,4 Prozent. Angela Haas für die Unabhängige Bürgerliste (UBL) erhielt 24,3 Prozent.

Nach diesem Ergebnis hat sich die Raußlitzerin entschieden, zum zweiten Wahlgang am 8. November nicht anzutreten. „Wenn wieder drei Kandidaten antreten würden, wird sich am Ergebnis nichts ändern“, erklärte sie ihre Entscheidung. „Ich akzeptiere den Wahlausgang. Deshalb trete ich zurück. Das ist Demokratie.“ Sie betonte noch einmal, dass die UBL klar für Veränderungen stehe.

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Im Stadtrat will sie mit der UBL „nun weiter versuchen, zu konstruktiven Lösungen zu kommen. Wir werden weiter für Veränderungen eintreten und den Blick darauf haben, dass Versprechen, die im Wahlkampf gemacht wurden, auch eingehalten werden“, sagte sie. Sich um das Bürgermeisteramt mit all den zusätzlichen Belastungen neben ihrem Beruf beworben zu haben, bereut sie nicht. „Ich hätte mich geärgert, wenn ich es nicht probiert hätte.“ Doch jetzt wolle sie mit ihrer Kraft haushalten. Ihr Resümee aus dem Wahlkampf: „Ich kann ganz beruhigt mit mir sein, ich bin authentisch geblieben.“

Wahlbeteiligung unerwartet niedrig

Enttäuscht zeigte sich Angela Haas allerdings über die Wahlbeteiligung von gerade einmal 55,1 Prozent. In Anbetracht der harten Diskussionen im Vorfeld hätte sie eine viel höhere erwartet. Bei „großer Politik“ könne man es vielleicht noch verstehen, aber bei der „kleinen“ wie in Nossen hatte sie sich rund 70 Prozent Beteiligung erhofft.

Gerald Rabe, wird „auf jeden Fall“ wieder antreten. „Wenn man den ersten Wahlgang klar gewinnt, stellt sich diese Frage natürlich nicht“, teilte er mit. Sein Ergebnis aus dem ersten Wahlgang sei bei zwei Gegenkandidaten ein tolles Ergebnis, meinte er. „Es zeigt vor allem, dass ich mit meinen mir gesteckten Zielen und meiner Programmatik hohen Anklang finde.“

Darauf ließe sich, so Rabe weiter, beim zweiten Wahlgang aufbauen. „Unverändert ist es mein Ziel, als Bürgermeister der Stadt Nossen mit seinen 56 Ortsteilen unsere große und schöne Kommune attraktiver zu gestalten, den Zusammenhalt zu fördern und auszubauen, sowie für eine gesicherte Zukunft zu sorgen.“

Der nun verbleibende Gegenkandidat Christian Bartusch ist mit dem Ausgang des ersten Wahlgangs zufrieden. „Das Ergebnis zeigt, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung eine Veränderung wünscht. Ich trete für ein neues, kooperatives Verhältnis zwischen Einwohnern und Bürgermeister ein, das auch Raum für Kritik und Diskussionen lässt.“ 

Besonders freue er sich, dass er in der Stadt und auf dem Land gut abgeschnitten habe. „Überall akzeptiert zu sein, ist eine wichtige Voraussetzung, um als Bürgermeister die Gräben der letzten Jahre zu schließen. Ich habe mir für die nächsten sieben Jahre viel vorgenommen und möchte meine langjährige Erfahrung in der Kommunalverwaltung sehr gerne nutzen, um unsere Stadt voranbringen.

Die Nossener müssen nun ein zweites Mal an die Wahlurne treten. Wer am 8. November die meisten Stimmen erhält, wird der neue Bürgermeister für sieben Jahre.

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