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Notebooks kommen in die Schulen

In den nächsten Tagen wird der Heimunterricht für die Kinder und Jugendlichen in Meißen einfacher, die bislang nicht die richtige Technik hatten.

Vorfreude, schönste Freude: Bibi aus der fünften Klasse im Franziskaneum Meißen an einem der zehn Notebooks, die Schülern von der Firma PDV-Systeme Sachsen geschenkt wurden.
Vorfreude, schönste Freude: Bibi aus der fünften Klasse im Franziskaneum Meißen an einem der zehn Notebooks, die Schülern von der Firma PDV-Systeme Sachsen geschenkt wurden. © Claudia Hübschmann

Meißen. Die Schulleiterin des städtischen Gymnasiums Franziskaneum Heike Zimmer bringt es an diesem Nachmittag auf den Punkt: "Es ist ein bisschen wie Weihnachten", sagt die Pädagogin.

Der Unterschied zum Heiligabend: Die Bescherung findet nicht unter dem festlich geschmückten Baum statt, sondern an insgesamt zehn Tischen, die in der Sporthalle aufgereiht sind. Hier fällt der Startschuss für die Ausgabe von Rechnern an Schüler, denen es aus verschiedensten Gründen bislang nicht möglich war, im Heimunterricht an eigener oder geeigneter Technik zu arbeiten.

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Engpässe bei Technik umgangen

Sowohl im ersten Lockdown als auch jetzt wieder hätten die Pädagogen feststellen müssen, dass es in den Familien eine sehr große Spannbreite gebe, was die technischen Möglichkeiten anbelangt. Alle Schüler sollten jedoch mit den gleichen Voraussetzungen am Heimunterricht teilnehmen können, sagt Heike Zimmer. Eine Hürde bestehe für Eltern, Kinder und Jugendliche darin, diesen Bedarf anzumelden, das heißt, nach Hilfe zu fragen. Sie sei deshalb sehr dankbar, dass innerhalb kürzester Zeit zehn Familien auf das Angebot reagiert hätten, und nun an diesem Nachmittag ein Notebook erhalten sollen.

Möglich wird dies durch eine Initiative der Dresdner Firma PDV-Systeme Sachsen. Den Spezialisten für IT-Systeme gibt es mittlerweile seit 30 Jahren. Das Unternehmen zählt 86 Mitarbeiter. Aus der Firmenzentrale haben sich Geschäftsführerin Tina Gruhl und Fachplaner Kai-Uwe Schurig nach Meißen auf den Weg gemacht.

Bereits 2020 hätten sie von der Braunschweiger Initiative "Hey Alter" aus Braunschweig erfahren. Unter ihrem Dach werden dezentral ältere, aber gut funktionierende Rechner eingeworben. Partnerbetriebe arbeiten sie für den Unterrichtsgebrauch auf. Anschließend werden die Geräte an Familien verteilt, wo entsprechende Lücken bestehen. Dieser Ansatz schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe: Die durch die Pandemie bedingten Engpässe bei neuen Notebooks werden umgangen. Aufgrund der Vergabe als Geschenk entfallen Vertragswerke und mögliche Haftungsprobleme. Es entsteht kaum bürokratischer Aufwand.

Auslieferung der städtischen Computer läuft an

Durchschnittlich drei Stunden hätte eine Gruppe engagierter Kollegen pro Gerät benötigt, um dieses wieder auf Vordermann zu bringen, erzählt Kai-Uwe Schurig. Die bundesweiten Standards gibt "Hey Alter" aus Braunschweig vor. Gespendet wurde das Material vom Gemeinschaftsverpfleger DLS Radeberg. Dank des Unternehmens kann sogar die doppelte Menge verteilt werden. Statt zehn stehen 20 Notebooks bereit, um dem Lernprozess zu Hause neuen Schwung zu verleihen.

Schulleiterin Heike Zimmer zufolge werden die Rechner nach internen Absprachen bereitgestellt. Die Kollegen und Klassenleiter sind mit den Verhältnissen in den meisten Familien gut vertraut. Diese Informationen könnten nun genutzt werden.

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Parallel läuft, nach Angaben der Chefin des Franziskaneums, die Auslieferung der Computer an, welche der Schulträger, die Stadt Meißen, als Leihgeräte angeschafft hat. Der Prozess dafür dauerte länger als ursprünglich erwartet. Ausschreibung und Beschaffungsprobleme machten sich bemerkbar. Schließlich wurden die Notebooks noch so eingerichtet, dass sie künftig aus der Ferne gewartet und mit Updates versehen werden können. In einer ersten Charge werden am Franziskaneum 32 Rechner erwartet. Späterhin nochmals die gleiche Menge.

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