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Notschlachtungen sind erstmal vom Tisch

Für den Elbetierpark Hebelei gab es nach dem Hilferuf in der SZ eine beispiellose Hilfswelle. Geld kam auch aus dem Ausland.

Sven Näther, der Betreiber des Elbetierparkes Hebelei, sitzt auf den letzten Heureserven. Inzwischen hat sich dank Spenden die Situation erst einmal entspannt.
Sven Näther, der Betreiber des Elbetierparkes Hebelei, sitzt auf den letzten Heureserven. Inzwischen hat sich dank Spenden die Situation erst einmal entspannt. © privat

Diera-Zehren. Für den Betreiber des Elbetierparks Hebelei gab es sozusagen ein vorgezogenes Weihnachtsfest. Weil ihm wegen der Schließung der Anlage und damit fehlender Eintrittsgelder das Geld unter anderem für Tierfutter auszugehen drohte, hatte er sogar in Erwägung gezogen, Tiere notzuschlachten. "Ich war echt in Panik geraten, zumal ich den Eindruck hatte, dass viele Leute coronamüde geworden sind. Wenn nichts passiert wäre, wäre die Sache schiefgegangen", sagt der Betreiber.

Es ist aber etwas passiert. Nicht nur Notschlachtungen sind jetzt erst einmal vom Tisch. "Seit dem SZ-Artikel kamen viele Spenden und Hilfsangebote aus ganz Sachsen , aus Deutschland, sogar aus den Niederlanden und aus der Schweiz", sagt er. Die Spendensummen reichten von einem bis zu 3.000 Euro. Eine Spenderin, die anonym bleiben will, habe eine Stromrate bei der Enso übernommen. So sei die Gefahr der Stromabschaltung erstmal ebenfalls vom Tisch.

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Aber nicht nur Geld wurde gespendet, sondern vor allem auch Heu. "So konnte die Problematik für die nächsten Wochen vorerst entschärft werden", so Näther. Auch Katzenfutter, Vogelfutter, Kaninchenfutter , Gemüse und Obst trafen ein. An einem Wochenende gab es auch einen Arbeitseinsatz, bei dem Meißner Bürger im Park geholfen haben.

Die Dachdeckerfirma Heilscher aus der Gemeinde Diera-Zehren bringt Dachteile für Reparaturen in den Elbetierpark.
Die Dachdeckerfirma Heilscher aus der Gemeinde Diera-Zehren bringt Dachteile für Reparaturen in den Elbetierpark. © privat

Eine Firma möchte die Reparatur von Dächern übernehmen. "Das freut mich sehr, denn neben den Futterkosten laufen ja noch andere auf wie Tierarzt, Strom, Wasser, Versicherungen und Personalkosten. Ich hoffe deshalb, dass die Leute weiter spenden und helfen, denn der Coronawinter wird uns sicher noch bis Ende März beschäftigen. Wenn der Elbetierpark Hebelei weiter geschlossen bleiben muss, kommt ja kein Geld rein", so der Betreiber. "Ich bin überwältigt von der Hilfs- und Spendenbereitschaft, möchte mich bei allen herzlich bedanken", sagt ein gerührter Sven Näther.

Strenge Regeln beim Markttag

Damit wenigstens ein bisschen Geld reinkommt, gibt es an den Wochenenden Kaffee to go am Imbissstand des ansonsten geschlossenen Elbetierparkes. Dieses Angebot gibt es auch am kommenden Wochenende am Sonnabend von 12 bis 16 Uhr und am Sonntag von 10 bis 16 Uhr. Am Sonntag soll in dieser Zeit auch der letzte Bauernmarkt des Jahres stattfinden. Im Gegensatz zu sonstigen Veranstaltungen gibt es diesmal kein Thema, es ist also auch kein Weihnachtmarkt. "Unter den Corona-Umständen konnten wir leider kein Thema vorbereiten'", so der 44-Jährige.

Auf dem Markt gelten strenge Regeln. So ist nicht nur ein Nasen-Mundschutz Pflicht, es wird auch nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern eingelassen. Desinfektionsmittel stehen bereit, Corona-Guids überwachen das Einhalten der Vorschriften. Es herrscht ein generelles Alkoholverbot. "Es wird also keinen Glühwein und dergleichen geben, um die Verweildauer so gering wie möglich zu halten. Dafür gibt es Kaffee, Kuchen und alkoholfreien Punsch, dessen Erlös dem Elbe-Tier-Park Hebelei zu Gute kommt", so Näther.

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Damit es aber wenigstens eine Überraschung gibt im tristen Coronawinter, kommt die Firma "Märchenhafter Besuch Lisa & Silke Ohrnberger" auf den Bauernmarkt. Es werden die Märchenfiguren aus dem Frozen-Film für eine Spendenaktion für den Elbetierpark Hebelei vom "Märchenhafter Besuch" vor Ort sein. Die Eisprinzessin und ihr lustiger Schneemann werden in der Zeit von 10.30 Uhr bis 14.30 Uhr präsent sein. Als Überraschung werden sie für die Kinder persönliche Autogrammkarten ausgeben. Man kann gegen eine Spende ein Foto machen. Der Erlös kommt dem Tierpark zugute. Der Elbetierpark selbst muss allerdings geschlossen bleiben.

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