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Plan B für das Kunstfest

Die Organisatoren haben mit den Vorbereitungen für das zweite Mai-Wochenende begonnen. Noch gibt es offene Fragen.

Dieses Archivbild zeigt Peter Hänke auf dem angestammten Kunstfest-Gelände an der Johanneskirche in Meißen-Cölln.
Dieses Archivbild zeigt Peter Hänke auf dem angestammten Kunstfest-Gelände an der Johanneskirche in Meißen-Cölln. © Claudia Hübschmann

Meißen. Von vielen wird er angesprochen. Wird es stattfinden? Diese Frage hört Peter Hänke immer wieder. Der 73-Jährige gehört zu den Organisatoren vom Hafenstraße e.V., die das jährliche Kunstfest im Meißner Stadtteil Cölln vorbereiten. Wie viele Meißner wollen auch Mitwirkende und Aussteller wissen, wie es um das Kunstfest in diesem Jahr steht, berichtet Peter Hänke.

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Nachdem es im vorigen Jahr erst vom Mai in den September verschoben und dann abgesagt werden musste, ist es für das Team, zu dem auch Kerstin und Ralf Urban sowie Antje Kypke gehören, so etwas wie eine Frage der Ehre, das Kunstfest in diesem Jahr stattfinden zu lassen. Aber wie organisiert man ein Festwochenende mit Bühnen, Verkaufsständen, Kindermeile und Kunsthandwerkermarkt, das in den zurückliegenden Jahren bis zu 25.000 Menschen anlockte, in Zeiten einer Pandemie?

Für das Wochenende 8. und 9. Mai, das im Meißner Veranstaltungskalender dieses Jahres für das Kunstfest Cölln reserviert ist, lässt sich heute noch keine Aussage treffen, wie sich das Virus auf das Leben in Meißen auswirkt. Aber: „Wir stehen in den Startlöchern“, sagt Peter Hänke. Damit meint er vor allem die Aktivierung zahlreicher Kontakte zu Kunsthandwerkern, Händlern, Schaustellern und Künstlern. Handynummern und E-Mail-Adressen von vielen haben die Organisatoren noch in den Unterlagen vom vorigen Jahr.

Planungen "zweigleisig"

Dass die 16. Auflage des Kunstfestes im vorigen Jahr letztlich abgesagt werden musste, lag vor allem an den örtlichen Gegebenheiten: Um das behördlich geforderte Hygienekonzept umsetzen zu können, hätte das Festgelände rund um die Johanneskirche eingezäunt werden müssen, sagt Peter Hänke. Mit vertretbarem Aufwand war das nicht machbar. Außerdem hätte es weiterer Ein- und Ausgänge bedurft, um den Zugang zum Friedhof freizuhalten.

Auch vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen planen die Kunstfest-Organisatoren für 2021 „zweigleisig“, wie Peter Hänke sagt: Neben dem gewohnten Gelände rund um die Johanneskirche haben sie ein weiteres im Blick – für einen Plan B. So könnte das Kunstfest auch auf den Flächen vor dem Stadion im Heiligen Grund stattfinden.

Hier ist genügend Platz vorhanden, um die Stände von über 100 Ausstellern sowie Kinder- und Kunstmeile aufzubauen. Und die Flächen sind befestigt – damit haben sie sich bei der Inaugenscheinnahme gegen das Gelände am Freizeitbad Wellenspiel durchgesetzt. Auch das Speedway-Stadion war bei der Suche nach einem Ausweichgelände in die engere Wahl gezogen worden. Das Stadion im Heiligen Grund, das in die Fest-Planungen nicht mit einbezogen wird, ist am zweiten Mai-Wochenende frei, so ist es mit der Leitung der Fußball-Abteilung vom MSV 08 bereits abgestimmt.

Aufwändiger als sonst

Im Gelände am Stadion lassen sich Stände und Bühnen so anordnen, dass Abstandsregeln eingehalten werden können. Außerdem können Eingang und Ausgang separat eingerichtet und die Besucher in einer Richtung geleitet werden, erläutert Peter Hänke. So haben die Veranstalter auch zu jedem Zeitpunkt einen Überblick, wie viele Besucher sich auf dem Festgelände aufhalten – und den Anforderungen der Vorsichtsmaßnahmen zum Infektionsschutz genügen.

Im Bereich vor der neuen Gewichtheberhalle ließe sich ein gastronomischer Bereich einrichten. Welche Getränke und ob auch Speisen und Eis angeboten werden können, das hängt von den dann geltenden Vorgaben des Gesundheitsamtes ab.

Auch wenn der Hafenstraße e.V. bei den Kunstfest-Vorbereitungen in der Stadt sowie in den Meißner Stadtwerkern verlässliche Partner weiß – schon wegen der „Zweigleisigkeit“ sind die Planungen in diesem Jahr aufwändiger als sonst. So lassen sich die Anordnungen der Bereiche nicht „Eins zu Eins“ übertragen. Wenn Veranstaltungen im Innern erlaubt sind, können Lesungen im Casino des Stadiongebäudes stattfinden. Die Flächen unmittelbar vor dem Stadion eignen sich gut, um hier die Stationen und Stände für die Kindermeile aufzubauen.

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Am liebsten wäre es den Organisatoren natürlich, wenn das Kunstfest am zweiten Mai-Wochenende an seinem angestammten Platz stattfinden könnte. Daraus macht Peter Hänke keinen Hehl. In etwa vier Wochen müsste die finale Entscheidung getroffen werden, wo das Fest nun genau stattfindet. Dann bleibe genügend Zeit, um alle Mitwirkenden zu benachrichtigen. Ebenso, um Plakate und Flyer drucken und verteilen zu lassen, die auf den Veranstaltungsort hinweisen. „Die Hauptsache ist doch, dass das Kunstfest stattfindet“, sagt Peter Hänke. Das liegt nicht nur ihm am Herzen.

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