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Plötzlich ein Surren

Die Brandmeldeanlage sorgte dafür, dass die Ausschusssitzung am Montagabend abgebrochen werden musste.

Dieses Bild zeigte sich im Livestream, nachdem die Zuschauer Zeugen des Brandalarms im Rathaus – und des Reagierens darauf – geworden waren.
Dieses Bild zeigte sich im Livestream, nachdem die Zuschauer Zeugen des Brandalarms im Rathaus – und des Reagierens darauf – geworden waren. © SZ-Screenshot

Meißen. Ein surrender Ton unterbricht Christian Friedel jäh. Der Amtsleiter für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur ist gerade dabei, ein Konzept vorzustellen, wie die Stadt die durch die Corona-Schutzmaßnahmen verursachten Einbußen möglichst schnell verringern kann, als ein Signal ertönt, das nicht anders als ein Alarm zu deuten ist. Die Ausführungen des Redners sind – zumindest für die Zuschauer der im Livestream übertragenen Ausschusssitzung – nicht mehr zu vernehmen, als die anwesenden Stadträte sich von den Plätzen im Großen Ratssitzungssaal erheben. Der Livestream im Internet bricht ab.

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Die jähe Unterbrechung der Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses am Montagabend war durch einen Schwelbrand auf der Damentoilette im historischen Rathaus verursacht worden. Die automatische Brandmeldeanlage hatte um 18.37 Uhr den Alarm ausgelöst. Als die Freiwillige Feuerwehr Meißen mit insgesamt 19 Einsatzkräften anrückte, hatte der Hausmeister das Problem bereits mit einem Feuerlöscher beseitigt, berichtet Wehrleiter Frank Fischer. Gegen 19.20 Uhr war der Einsatz im Rathaus beendet.

Die Ermittlungen zur Brandursache laufen. An der Elektrik könne es nicht liegen, sagt Frank Fischer – was auch heißt: Möglicherweise ist in der Toilette gezündelt worden.

Als die Feuerwehrleute am Montagabend das Rathaus verließen, war auch die Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses beendet. Das Konzept zur Wiederankurbelung des Tourismus soll nun nochmal im Stadtrat vorgestellt und diskutiert werden. Die im nichtöffentlichen Teil der Tagesordnung vorgesehenen Punkte sollen zu einem späteren Zeitpunkt behandelt werden, sagt Stadträtin Ute Czeschka (Bürger für Meißen/SPD).

Unbehagen bereitet ihr, wie im Saal am Montagabend reagiert wurde, als das Surren ertönte. Es sei zunächst wohl als Fehlalarm gedeutet worden – anders sei es nicht zu erklären, dass die Sitzung nicht sofort abgebrochen wurde. Zwar hätten die Techniker im Rathaus sofort gehandelt, der Saal sei aber viel zu zögerlich geräumt worden, sagt Ute Czeschka. Dadurch sei Zeit verstrichen. Im Falle eines größeren Brandes hätte das lebensbedrohlich sein können.

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Man dürfe sich nicht darauf verlassen, dass Brandmeldeanlagen auch Fehlalarme verursachen, mahnt Ute Czeschka. Die Stadträtin sieht dringenden Handlungsbedarf. Ereignisse und Reaktionen der Beteiligten vom Montagabend sollten gründlich ausgewertet werden. Und sie regt an, alle Stadträte umgehend über das Verhalten im Havariefall im Rathaus zu unterrichten.

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