merken
PLUS Meißen

"Die CDU kann nur noch mit Parteilosen gewinnen"

Die SPD im Landkreis Meißen sieht eine Schwäche der Christdemokraten trotz des Landratswahlsieges. Ihre Partei sei in der politischen Mitte verortet.

Bei der Auszählung der Stimmen zur Landratswahl am Sonntag im Kreis Meißen gewann CDU-Kandidat Ralf Hänsel mit absoluter Mehrheit. Von einer Stärke der CDU will die SPD aber nichts wissen.
Bei der Auszählung der Stimmen zur Landratswahl am Sonntag im Kreis Meißen gewann CDU-Kandidat Ralf Hänsel mit absoluter Mehrheit. Von einer Stärke der CDU will die SPD aber nichts wissen. © Claudia Hübschmann

Meißen. Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Meißen Eyk Schade hat im Zusammenhang mit dem Sieg von Ralf Hänsel (parteilos) als CDU-Landratskandidat am Sonntag im Kreis Meißen betont, dass die CDU fast nur noch mit Kandidaten gewinnen könne, die ihr nicht angehören. Schade nennt in diesem Zusammenhang den Meißner Oberbürgermeister  Olaf Raschke (parteilos) sowie den Radebeuler Oberbürgermeister  Bert Wendsche (parteilos). Die anderen Parteien hätten offenbar in den eigenen Reihen überzeugende Personen, so Schade.

Zudem legt der Sozialdemokrat wert darauf, dass die SPD "ohne Wenn und Aber" in der Mitte des politischen Spektrums der Bundesrepublik einzuordnen ist. Dass die Partei nicht abgeschrieben sei, zeige das Ergebnis von Bürgermeister-Kandidaten Christian Bartusch (SPD), der am Sonntag im ersten Wahlgang in Nossen "beachtliche 31 Prozent" erzielte. "Die Konservativen sind seit Jahrzehnten nicht mehr in der Lage, in den sächsischen Großstädten zu gewinnen. In immer mehr Städten regieren parteilose Bürgermeister. Ein kleiner Hinweis auf die Schwäche der CDU gehört ins Gesamtbild unserer politischen Situation", so Schade abschließend.

PPS Medical Fitness GmbH
Das Gesundheitszentrum für die ganze Familie
Das Gesundheitszentrum für die ganze Familie

Sie wollen mehr Fitness und Gesundheit in Ihr Leben bringen? Lernen Sie die vielen Gesundheitskurse und Angebote kennen und lassen Sie sich von den umfangreichen Angeboten von PPS Medical Fitness begeistern!

Keine Rückschlüsse auf Bundestagswahl möglich

Der Meißner SPD-Kreisverbandsvorsitzende teilte zum gleichen Thema auf SZ-Nachfrage mit, dass er natürlich von dem Ergebnis der Landratswahl etwas enttäuscht sei. Elke Siebert (Bündnisgrüne) habe die Unterstützung der Sozialdemokraten erhalten, da sie inhaltlich und als Person für dieses Amt gut aufgestellt sei.

Der Landkreis Meißen ist Bartuschs Ansicht nach konservativ geprägt. Eine Kandidatin aus dem progressiven Lager habe es daher prinzipiell nicht einfach. Das Ergebnis von knapp 20 Prozent entspreche jedoch in etwa der Stärke des Wahlbündnisses aus Grünen, SPD und Linken bei der Landtagswahl. 

Erschwerend sei hinzugekommen, dass viele Wählerinnen und Wähler der politischen Mitte in erster Linie einen AfD-Landrat verhindern wollten, so der Nossener. Dies könnte auch diesmal – ähnlich wie bei der Landtagswahl – Stimmen aus der demokratischen Mitte bei der CDU gebündelt haben.

Weiterführende Artikel

Barbara Lenk möchte in Meißen für AfD in Bundestag einziehen

Barbara Lenk möchte in Meißen für AfD in Bundestag einziehen

Die Bibliothekarin konnte sich in Thiendorf gegen ambitionierte Mitbewerber durchsetzen.

Ein starker Sieg der politischen Mitte

Ein starker Sieg der politischen Mitte

Kommentar: Ulf Mallek über die Meißner Landratswahl.

Aus der Landratswahl lassen sich Bartusch zufolge keine Schlussfolgerungen auf die im Herbst nächsten Jahres anstehende Bundestagswahl ziehen. Mit Susann Rüthrich hätten die Sozialdemokraten bereits vor zwei Wochen eine engagierte und erfahrene Direktkandidatin für den Wahlkreis nominiert. "Wir gehen gut vorbereitet in diese Wahl", so Bartusch.

Mehr zum Thema Meißen