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"Kenne keine Rede- und Denkverbote"

Der neue Landrat des Kreises Meißen Ralf Hänsel erhält von der AfD ein mehrdeutiges Antrittsgeschenk.

HIer noch am Schreibtisch in Zeithain: Der parteilose Politiker Ralf Hänsel hat mittlerweile souverän seine erste Kreistagssitzung als Landrat gemeistert.
HIer noch am Schreibtisch in Zeithain: Der parteilose Politiker Ralf Hänsel hat mittlerweile souverän seine erste Kreistagssitzung als Landrat gemeistert. © Sebastian Schultz

Meißen. Er wolle als Meißner Landrat eine "pragmatische Sachpolitik" betreiben. Das hat Ralf Hänsel (parteilos) bei seiner kurzen, aber prägnanten Antrittsrede auf der jüngsten Sitzung des Kreistages Meißen in der Riesaer Stadthalle "Stern" angekündigt. Er sei stolz darauf, jetzt hier von den Kreisräten stehen zu dürfen, so der frühere Zeithainer Bürgermeister weiter. Sein Dank gehe an die Wähler, welche ihm bereits im ersten Wahlgang das Vertrauen schenkten. Rede- und Denkverbote kenne er bis auf extremistische Äußerungen nicht.

In Richtung der AfD-Fraktion äußerte der Kreischef, dass er mit "Blau" umgehen könne. Wenn sich die Farbe "Blau" im übertragenen politischen Sinne allerdings in "Braun" verwandele, dann sei für ihn eine Grenze überschritten. Der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Meißner Kreistag Julien Wiesemann zählte zu den ersten Gratulanten, welche Hänsel in seinem neuen Job viel Glück wünschten. Er übergab ihm einen gut verpackten Kaktus, mit der Anmerkung, dass es sich zwar um einen stachligen Gesellen handele. Wer jedoch verstehe, ihn richtig anzufassen, der werde nicht verletzt. Für die Fraktion der CDU übergab Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) einen der am höchsten dekorierten sächsischen Weine. Einen Sinnspruch dazu sparte er sich.

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Als Nachfolgerin Hänsels im Kreistag nahm die Riesaer Finanzbürgermeisterin Kerstin Köhler in den Reihen der CDU-Fraktion Platz. Er freue sich, mit ihr eine ausgewiesene Expertin im Kreistag begrüßen zu dürfen, so Hänsel. Ein besonders starker Applaus kam von der Riesa-Fraktion um Oberbürgermeister Marco Müller (CDU). Ausdrücklich begrüßt wurde von Hänsel zudem, dass mit Kerstin Köhler der Kreistag weiblicher werde. Dieser ist nach wie vor sehr stark von Männern dominiert.

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