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"Mitte-Links wohlwollend angenommen"

Nach der Wahl des Meißner Landrates am Sonntag möchte niemand Verlierer sein.

Nach dem Auszählen am Sonntag folgten am Montag erste Analysen der Meißner Landratswahl.
Nach dem Auszählen am Sonntag folgten am Montag erste Analysen der Meißner Landratswahl. © Claudia Hübschmann

Meißen. Im ersten Wahlgang ausgeschieden, aber trotzdem gut gelaunt. So ließe sich die Stimmung bei maßgeblichen Unterstützern der Landratskandidaten Elke Siebert (Bündnisgrüne) und Thomas Kirste (AfD) am Montag zusammenfassen. "Grundsätzlich sind wir mit dem Ergebnis zufrieden", schreibt der Vorsitzende des Meißner Kreisverbandes der Partei Die Linke, Erik Christopher Richter. Ähnlich äußert sich der Kreissprecher der Bündnisgrünen Volker Herold.

Richter weiter: Das Wahlbündnis aus seiner Partei, den Bündnisgrünen und Sozialdemokraten für Elke Siebert habe den Wählern eine Möglichkeit geboten, auch Mitte-Links ihr Kreuz zu setzen. Dies sei von rund 20 Prozent der Wähler wohlwollend angenommen worden. Im schwierigen Vergleich zu den Anteilen, welche die Direktkandidaten von Rot-Rot-Grün bei der Landtagswahl 2019 in den vier Meißner Wahlkreisen holten, nehmen sich die 20 Prozent allerdings etwas dünn aus. In drei von vier Meißner Wahlkreisen konnten die Bewerber von Bündnisgrünen, Linkspartei und SPD vergangenes Jahr um zwei beziehungsweise sogar 13 Prozentpunkte besser abschneiden.

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Mit Bundestagswahl nicht gleichsetzbar

Möglicherweise haben nach Ansicht des Grünen Volker Herold zahlreiche Wähler aus dem linken Lager auf die Kompetenz des parteilosen Verwaltungsfachmannes Ralf Hänsel gesetzt, auch wenn dieser offiziell für die Christdemokraten ins Rennen ging. Erik Christopher Richter formuliert es so: "Elke Siebert ist im Kreis Meißen ein neues politisches Gesicht, daher sind wir mit dem erzielten Ergebnis zufrieden." Konsequenzen für den anstehenden Bundestagswahlkampf möchte der Riesaer noch nicht ableiten. Die beiden Wahlen ließen sich kaum vergleichen. Zuerst würden die Ergebnisse intern ausgewertet, um anschließend Strategien zu entwickeln.

Zumindest in einer Hinsicht wird Richters Meißner Genosse und Chef der dortigen Stadtratsfraktion Tilo Hellmann deutlicher. Er sei zwar ebenfalls stolz auf Elke Siebert, selbst wenn er sich natürlich mehr gewünscht hätte. Unverständlich bleibe nach wie vor für ihn, warum "gerade in unserem wundervollen Landkreis der Kandidat einer faschistischen, sexistischen, homophoben, unsozialen, inkompetenten und rechtsextremen Partei fast 30 Prozent erhält."

Zukunftsthemen machen vor dem Kreis nicht halt

Der angesprochene Bewerber Thomas Kirste sieht sich und seine Partei dagegen in ihrem Kurs bestätigt. Immerhin sei er gegen zwei Dreierbündnisse von Parteien angetreten. Der Meißner verweist in diesem Zusammenhang auf die Unterstützung Hänsels durch CDU, aber auch durch Freie Wähler und FDP. 

Kirste bedauert, dass es seiner Partei, wie den anderen Parteien gleichermaßen, nicht gelungen ist, die Nichtwähler zu mobilisieren. Dies müsse analysiert und Konsequenzen gezogen werden. Das Bündnis Rot-Rot-Grün habe mit einem Ergebnis von unter 20 Prozent gezeigt, dass die im Wahlkampf durch seine Kandidatin forcierten Themen an den täglichen Problemen der Mensch und aktuellen Existenzsorgen vorbeigingen.

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Widerspruch hierzu kommt vom Sprecher der Bündnisgrünen im Kreis Volker Herold. Er fordert vom künftigen Kreischef Hänsel, dass dieser nicht nur die Verwaltung führt, sondern gute Antworten auf die Zukunftsthemen findet, die vor dem Landkreis nicht halt machen werden. "Der Klimawandel wird uns stark beschäftigen, die Jugend bleibt nicht einfach so im Landkreis, das soziale Miteinander, besonders auch das gesellschaftliche Klima, müssen gestärkt werden", so Herold.

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