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Alle Rechte mit 18, Pflichten erst ab 25?

Jürgen Müller zum Brandstifterprozess - ein Kommentar

Jürgen Müller.
Jürgen Müller. © Symbolbild/dpa

Der Meißner S. ist kein Einzelfall, sondern geradezu ein Paradebeispiel, was passiert, wenn kriminelle Jugendliche und Heranwachsende mit Samthandschuhen angefasst werden und die Justiz mit Wattebällchen wirft. Von insgesamt zwölf Verfahren gegen ihn endeten nur zwei mit einem Urteil. Vorher wurden sämtliche Verfahren gegen ihn eingestellt beziehungsweise von einer Verfolgung abgesehen. Ist es wirklich verwunderlich, wenn ein junger Mann, der nie Konsequenzen für seine Taten spüren muss, immer wieder kriminell wird?

Auch diesmal kam der junge Mann, der bald 22 Jahre alt wird, wieder gut davon. Weil ihn das Gericht im Gegensatz zu den Ausführungen eines renommierten psychiatrischen Gutachters doch nach Jugendstrafrecht und nicht als Erwachsenen verurteilte. Wenn man den Ausführungen des Gutachters folgt, müsste eine Vielzahl von Heranwachsenden nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden, stellte Verteidiger Hendrik Klee fest. 

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Ja, genau so ist es vom Gesetzgeber gewollt. Denn eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht von Tätern, die älter als 18 Jahre aber noch keine 21 Jahre alt sind, soll die Ausnahme sein. Die Ausnahme ist jedoch längst zur Regel geworden. Der Gutachter brachte es auf den Punkt: „Mit 18 Jahren hat man alle Rechte. Mit 25 kommen erst die Pflichten“.

E-Mail an Jürgen Müller

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