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Deshalb klappt's an der Pestalozzischule

Im letzten Jahr haben zehn Schüler in Meißen keinen Abschluss geschafft. Doch bald soll es Platz geben, um auf die unterschiedlichen Probleme einzugehen.

Mit der Erweiterung der Pestalozzi Oberschule soll ein außergewöhnliches Bildungsprojekt etabliert werden.
Mit der Erweiterung der Pestalozzi Oberschule soll ein außergewöhnliches Bildungsprojekt etabliert werden. ©  Archiv/Claudia Hübschmann

Meißen. Wenn acht Prozent der Schüler im Jahr 2017 keinen Hauptschulabschluss bekamen, spricht das für sich. Laut dem Statistischen Landesamt lag das sogar unter dem Bundesdurchschnitt. Durch das Projekt „Produktives Lernen“ soll diese Zahl schrumpfen: Für sogenannte abschlussgefährdete Schüler wird der Unterricht praxisorientierter und findet nur noch an zwei Tagen in der Schule statt. Die restlichen Tage ersetzt ein Praktikum in einem Unternehmen ihrer Wahl. Für die meisten Schüler findet sich so nach zwei Jahren das passende Ausbildungsunternehmen. 

Allerdings gibt es in Sachsen erst acht Schulen, die dieses außergewöhnliche Bildungsprojekt anbieten. Bald soll die Pestalozzischule in Meißen dazu kommen und damit 20 Schülern aus dem Landkreis eine neue Perspektive bieten. Die Stadt Meißen sei aufgrund ihrer Schullandschaft und der Anzahl an Handwerks- und Handelsfirmen besonders prädestiniert für dieses Projekt, erklärte Katrin Nestler, Leiterin des Familienamtes, und teilte mit, dass allein in Meißen zehn Schüler im letzten Jahr keinen Abschluss geschafft haben.

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Die Gründe dafür seien unterschiedlich: Zum Beispiel könne eine erhöhte Belastung in der Familie ausschlaggebend sein. Aber auch die Ausgeschlossenheit auf dem Schulhof sowie die eigene psychische und physische Belastbarkeit spiele eine Rolle.

Platz für diese Probleme soll es bald an der Pestalozzi Oberschule geben. Die muss sowieso umgebaut werden, da dort bereits mehr Schüler lernen als vorgesehen: Die Stadt möchte die Erweiterung nutzen, um das neue Profil zu etablieren: Zum Beispiel durch eine gemeinsame Nutzung der Mensa und Werkstatträume. "Das hat nicht nur organisatorische, sondern auch finanzielle Vorteile", so Nestler. 

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In Freital gibt es das Bildungsprojekt bereits seit 2009. Dort hat Gerd Meyer das Projekt zum Leben erweckt: Gerade bei dem akuten Lehrermangel sieht der Pädagoge die größte Schwierigkeit darin, die passenden Lehrer für die Projektklassen zu finden: "Es brauche jemanden, der das mental aushalten kann und die nötige innere Ruhe mitbringt." Um die entsprechende Qualifizierung der Lehrer soll sich das Landesamt für Schule und Bildung kümmern.

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