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Rudern in der Walfischbucht

Eine Meißnerin hilft Kindern in Namibia. Dafür folgt Anna Schmitz-Floeder ihrer Leidenschaft.

Anna Schmitz-Floeder geht nach Namibia, um dort Sport in einer Grundschule zu unterrichten. Wegen Corona kann sie erst im Februar aufbrechen.
Anna Schmitz-Floeder geht nach Namibia, um dort Sport in einer Grundschule zu unterrichten. Wegen Corona kann sie erst im Februar aufbrechen. © Claudia Hübschmann

Meißen. Während andere schon studieren, nimmt sich Anna Schmitz-Floeder eine Auszeit nach dem Abitur. Und zwar in Namibia, im Süden von Afrika. In Walvis Bay, zu Deutsch Walfischbucht, möchte die Meißnerin namibischen Kindern eine Perspektive bieten, indem sie ihnen unter anderem das Rudern beibringt. Sie macht einen Freiwilligendienst über das Bundesprogramm "weltwärts". Wegen Corona kann sie aber erst im Februar nach Namibia reisen.

Die 18-Jährige hat sich schon immer für Sport begeistert. "Ich habe schon einiges davor ausprobiert: Von Turnen bis Einrad-Hockey", sagt sie am Telefon. Seit drei Jahren rudert sie nun, und zwar beim Meißner Ruderclub Neptun. Ab und zu trainiert sie auch am Landesstützpunkt in Dresden-Cotta. Sie habe im Sport erfahren, wie viel Spaß es mache, mit der Mannschaft zu kämpfen und gemeinsam den Sieg oder die Niederlage zu teilen. Diese Begeisterung möchte sie auch an die Kinder in Namibia weitergeben.

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Einige nambianische Kinder sind Nicht-Schwimmer

Walvis Bay, die drittgrößte Stadt Namibias, liegt an der Atlantikküste. Dort wohnt die Abiturientin des Franziskaneums ab Februar gemeinsam mit anderen Freiwilligen. Anna Schmitz-Floeder arbeitet vormittags an der Grundschule "Flamingo Primary School". Dort werde sie den Sportunterricht mit eigenen Ideen unterstützen, um persönliche und soziale Fähigkeiten der Kinder zu fördern. Zudem übernimmt sie ein Projekt ihrer Vorgängerin, die aufgrund von Corona schon eher aus Namibia abreisen musste. Dieses Kajak- und Ruderprojekt führt sie nachmittags fort.

"Da Rudern auf dem offenen Meer sehr schwierig ist, haben wir die Möglichkeit, das Training in einer abgelegenen Bucht und im vor Wellen geschützten Militärhafen durchzuführen", so die Sportlerin. Viele namibianische Jugendliche können aber nicht schwimmen. Deshalb wolle sie zusätzlich zu dem Training im Boot Schwimmunterricht anbieten. Dafür macht sie aktuell ihren Rettungsschwimmerschein, um gewappnet zu sein.

Für Anna Schmitz-Floeder bringt Sport Menschen zusammen. "Ich hoffe, den Kindern so Fairness, Teamgeist und Respekt gegenüber anderen näherzubringen und vor allem die Freude an Bewegung und Training weiterzugeben." Wichtig sei ihr dabei, den zwischenmenschlichen Umgang der Kinder miteinander zu fördern.

Der ASC Göttingen fördert sie. Der Großsportverein mit 10.000 Mitgliedern ist die einzige "weltwärts"-Entsendeorganisation, die sportorientierte Projekte unterstützt und dafür Freiwillige entsendet. Ziel von "weltwärts" sei, Menschen aus der ganzen Welt zusammenzubringen, unter anderem durch Freiwilligendienste. "Non-formales Lernen im gegenseitigen Austausch und die Stärkung internationaler Partnerschaften stehen dabei im Mittelpunkt", heißt es auf der Internetseite.

Die Meißnerin bittet um Spenden

"Nach zwölf Jahren Schule freue ich mich total darauf, etwas komplett Neues zu erfahren", sagt sie. Sie wolle einfach mal weg aus Deutschland. Ihr sei bewusst, nicht die ganze Situation der Grundschüler in Namibia zu verändern. Sie hoffe jedoch, etwas Kleines im Leben der Kinder zu bewegen und ihnen eine Perspektive zu bieten. Das Projekt ist allerdings auf Spenden angewiesen, um unter anderem Sportkleidung zu besorgen sowie Boote und Rudermaterial instand zu halten oder neu anzuschaffen.

Drei Viertel der Kosten des Projekts werden durch das Entwicklungsministerium des Bundes getragen, das "weltwärts" ins Leben gerufen hat. Die restlichen 25 Prozent müssen die Entsendeorganisationen sowie die Freiwilligen selbst organisieren. In Anna Schmitz-Floeders Fall sind das 2.300 Euro, die sie noch benötigt. Alles, was darüber gespendet wird, fließt hundertprozentig in das Projekt, verspricht sie.

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Für weitere Informationen können Sie Anna Schmitz-Floeder kontaktieren: per E-Mail unter [email protected]. Spenden bitte an: Kontoinhaber: ASC Göttingen von 1846 e. V., IBAN: DE10 2605 0001 0000 1110 62, Sparkasse Göttingen, Verwendungszweck: Spende weltwärts Einwerbende: Schmitz-Floeder, Anna. Auf Anfrage gibt es eine Spendenquittung.

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