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Meißen

Schläfer im Elbetierpark

Im Elbetierpark wird seit fünf Jahren der Gartenschläfer erfolgreich gezüchtet. 18 Tiere dieser bedrohten Nagetierart wurden schon in Niedersachsen ausgewildert.

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Die Siebenschläfer wurden im Elbetierpark Hebelei eingefangen. Haare der Tiere wurden an die Justus-Liebig-Universität Gießen zur weiteren Untersuchung geschickt.
Die Siebenschläfer wurden im Elbetierpark Hebelei eingefangen. Haare der Tiere wurden an die Justus-Liebig-Universität Gießen zur weiteren Untersuchung geschickt. © privat

Diera-Zehren. Keine Winterruhe gibt es im Elbetierpark Hebelei. Hier wird gerade am Gartenschläfer geforscht. Weltweit gibt es etwa 30 verschiedene Arten von Schläfern. Die auch als Bilche oder Schlafmäuse bezeichneten Nagetiere leben in Asien, Afrika und Europa. In Deutschland gibt es vier Arten von Schläfern, den Baumschläfer, Gartenschläfer, die Haselmaus und der Siebenschläfer. Im Elbetierpark werden sie bereits seit 2009 gehalten. Die Gartenschläfer werden seit fünf Jahren erfolgreich gezüchtet. "Sie sind die bedrohteste Nagetierart. Rund die Hälfte des Bestandes ist bereits ausgestorben", sagt Sven Näther, der Betreiber des Tierparks.

Ein neues Forschungsprojekt

Da der Tierpark sehr gut nachzüchtet, konnten 18 Gartenschläfer an die Universität Osnabrück geschickt werden und wurden dort im Emsland/Niedersachsen 2017 ausgewildert. Die Tiere aus der Hebelei wurden dort vom Nagetierspezialisten Professor Rüdiger Schröpfer gechipt. "So kann man sie wieder erkennen. Die Gartenschläfer werden dort auch im Rahmen einer Bachelorarbeit erforscht. Nun ergab sich ein neues Forschungsprojekt", so Näther.

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Derzeit erforscht die Arbeitsgruppe Wildtierforschung der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der Justus-Liebig-Universität Gießen in Kooperation mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im Rahmen des Projekts "Spurensuche Gartenschläfer" den Gartenschläfer in Deutschland mit besonderem Fokus auf die derzeit rückgängigen Populationszahlen. Diese Untersuchungen umfassen auch genetische Untersuchungen, sowohl an Wildtieren als auch an Tieren in Gefangenschaft.

Erdhöhle bis einen Meter tief

Teresa Nava von der Justus-Liebig-Universität Gießen schickte dem Elbetierpark Hebelei ein Probenset zu. Um diese genetischen Untersuchungen zu unterstützen, wurden von den Gartenschläfern des Elbetierpark Hebelei am 12. November Haarproben entnommen. Die Tiere waren wegen des milden Wetters noch wach und konnten so eingefangen werden. Mit einer Pinzette wurden vorsichtig Haare eingesammelt, die nun an die Justus-Liebig-Universität Gießen zur weiteren Untersuchung geschickt wurden.

"Auch jeder einzelne Naturfreund kann bei der Erforschung der Gartenschläfer mithelfen. Unter der Homepage www.gartenschlaefer.de können Beobachtungen, wie die direkte Begegnung oder auch das Quieken, Pfeifen und Murmeln des Gartenschläfers in der Nacht gemeldet werden", sagt Sven Näther. Auf der Homepage kann man auch eine Aufnahme des Gartenschläferpfiffes zum Vergleich abspielen und hören.

Für ihren Winterschlaf graben sich Gartenschläfer im Winter in freier Natur bis zu einem Meter tief in die Erde ein, um vor Frost geschützt zu sein. Er nimmt in seiner Erdhöhle eine kugelförmige Körperhaltung ein, um seine Wärmeabgabe bestmöglich zu reduzieren. "Sie gehören daher zu den Tieren, die um diese Jahreszeit nur selten im Elbetierpark Hebelei zu sehen sind. Alle anderen Tiere in der Hebelei sind jedoch auch im Winter hervorragend zu beobachten", sagt der Betreiber.

Im Park gilt zurzeit die 3G-Regel und Kontaktverfolgung. Das Formular kann man unter www.tierpark-hebelei.de ausdrucken und ausfüllen, um die Wartezeit an der Kasse kurzzuhalten. Für Gäste, die keine Möglichkeit zum Ausdrucken haben, werden an der Kasse Formulare bereitgehalten.

"Der Besuch des Tierparks unter freiem Himmel ist bei Beachtung der allgemeinen Hygieneregeln in Hinblick auf das Infektionsrisiko einem Sonntagsspaziergang zu vergleichen. Sonnenlicht und Bewegung an frischer Luft verringern das Infektionsrisiko sogar gegenüber dem Aufenthalt in geschlossenen Räume", wirbt der Tierparkchef für einen Besuch. (SZ)

Der Elbetierpark ist täglich ab 10 Uhr geöffnet. Auch am Silvestertag ist von 10 bis 16 Uhr offen. Bis zum 30. Dezember werden die Tiere jeweils um 11 Uhr und um 14 Uhr gefüttert. Es wird aber keine Führung oder Erklärungen dazu geben.

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