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Schmidt als Marke

Der Meißner Geschäftsmann Holger Schmidt will in seinem Einrichtungshaus eine neue Idee verwirklichen.

Holger Schmidt und Polsterer Erik Zschoge (r.) wollen eine Stuhl-Produktion in Meißen aufbauen.
Holger Schmidt und Polsterer Erik Zschoge (r.) wollen eine Stuhl-Produktion in Meißen aufbauen. © Harald Daßler

Meißen. Ein echter Schmidt. Das soll schon bald zum Angebot im Einrichtungshaus von Holger Schmidt an der Berghausstraße gehören. „Wir wollen eigene Serien von Stühlen anbieten“, kündigt der Geschäftsführer ein neues Vorhaben an. Damit reagiert Teppich-Schmidt auf die spürbar wachsende Nachfrage nach höherwertigen und langlebigen Sitzmöbeln.

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Diese Nachfrage hatte auch dafür gesorgt, dass die Polsterei auch während des Lockdowns, als auch das Einrichtungshaus geschlossen bleiben musste, viel zu tun hatte. Bis zu 50 Jahre alt sind die Sitzmöbel, die zum Aufarbeiten und Erneuern in Auftrag gegeben werden.

Vor einem Jahr hatte sich in der ersten Etage mit Erik Zschoge ein Polsterer mit eigener Schauwerkstatt angesiedelt. Dem angehenden Meister seines Handwerks kann die Kundschaft hier über die Schultern schauen, wenn er Sofas, Diwans oder Ohrensessel aufarbeitet. Dazu gehört das Erneuern der Federung ebenso wie das Polstern mit Schaumstoffen und das Beziehen der Sitzgelegenheiten mit robusten Stoffen, Leder oder Kunstleder.

Kleine Serien aus Meißen

Zum Aufarbeiten soll nun das Produzieren dazukommen. Dazu wurde der Kontakt zum Freiberger Unternehmen Remi geknüpft. Dort werden Stühle hergestellt, die vor allem an Pflegeheime geliefert werden. Freiberg wird nun auch die hölzernen Gestelle für die Meißner Stühle liefern.

Die hölzernen Konstruktionen sollen dann in Meißen weiterverarbeitet werden. Möglich sind auch kleinere Serien, um nicht nur private Wohnungen, sondern auch Gaststätten, Hotels oder Ferienwohnungen auszustatten. Dabei ist die Idee entstanden, in Meißen eigene Stuhl-Modelle zu entwickeln, berichtet Holger Schmidt. Gemeinsam mit Polsterer Erik Zschoge und einem befreundeten Designer entwickelt er bereits erste Entwürfe für Schmidt-Stühle.

Im nächsten Jahr soll ein erster Meißner Stuhl marktreif sein. Dank der Kooperation mit den Freibergern sollen die hier endgefertigten Stühle vor allem durch Komfort sowie optimale und bequeme Anpassung an die Körperformen überzeugen. Das ist der Anspruch, mit dem Holger Schmidt dieses Projekt angeht. Das beginnt bei der Form der Stuhlgestelle und setzt sich fort bei der Qualität, der für die Polsterung verwendeten Schaumstoffe. Dadurch lässt sich Einfluss nehmen auf die Qualität des Stuhls – und seine Haltbarkeit.

Handwerk zum Anfassen

Um seine Stühle von denen anderer Hersteller oder gar der Massenproduktion zu unterscheiden, wollen Holger Schmidt und Polsterer Erik Zschoge auf die Vielfalt von Materialen, Mustern und Accessoires wie Steppnähten, Falten oder Knöpfen setzen. Und letztlich sollen die Kunden entscheiden, in welcher Farbe und welchem Muster die Stühle für den Wohnzimmertisch, für das Arbeitszimmer oder für die kleinen Bewohner angefertigt werden.

Hier in der Meißner Schauwerkstatt aufgearbeitete und neu bezogene Kinosessel sowie Sitzgelegenheiten mit antiquarischem Wert hat Holger Schmidt bereits in seinem Einrichtungshaus aufgestellt. Gern darf man darin zur Probe sitzen – und von hier aus den Handwerkern im Einrichtungshaus beim Zuschneiden, Nähen oder Ketteln zuschauen. Damit fügt Holger Schmidt dem Konzept „Handwerk zum Anfassen“ in seinem Einrichtungshaus, in dem einschließlich der Auszubildenden 34 Mitarbeiter beschäftigt sind, eine weitere Facette hinzu.

Vorstellen kann er sich auch, seine Produkte in Schaufenstern leerer Geschäfte in der Meißner Innenstadt zu präsentieren. Oder dort Betten zum Probeschlafen aufzustellen. Aber das ist schon wieder eine neue Idee. Echt Schmidt eben.

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