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Turbo-Internet für Meißen

Der Breitbandausbau beginnt. Für 400 unterversorgte Gebäude – wenn die Eigentümer mitmachen.

Insgesamt 40 Kilometer Leerrohre werden in Meißen verlegt. Sie beinhalten Glasfaserleitungen für schnelles Internet: mit mindestens 1.000 Megabit pro Sekunde.
Insgesamt 40 Kilometer Leerrohre werden in Meißen verlegt. Sie beinhalten Glasfaserleitungen für schnelles Internet: mit mindestens 1.000 Megabit pro Sekunde. © Symbolbild: Julian Stratenschulte/dpa

Meißen. Seit fast fünf Jahren arbeitet die Stadtverwaltung Meißen daraufhin: Einen schnellen Internetanschluss in unterversorgten Regionen der Stadt auszubauen. Mit mindestens 1.000 Megabit pro Sekunde, wo sonst nur 30 Megabit pro Sekunde oder weniger anliegen. Insgesamt etwa 720 Haushalte in 400 Gebäuden, darunter auch Unternehmen sowie Schulen. Letzteres ist nicht selbstverständlich. Denn mit der ausnahmslosen Versorgung aller Schulen mit Glasfaserkabeln sei Meißen sachsenweit ein Vorreiter, meint Telekom-Vertreter Rainer Frank. Das Unternehmen hat den Zuschlag für den Netzausbau in Meißen erhalten. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Olaf Raschke unterzeichnete Rainer Frank deshalb den Vertrag. Jetzt müssen nur noch die Eigentümer zustimmen.

„Wenn Meißen die Zustimmung aller Hauseigentümer einholen kann, wäre die Stadt die erste Region, der das gelingt“, erklärt Rainer Frank. Er arbeitet im Infrastrukturvertrieb Region Ost und betreut Projekte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Telekom wünscht sich dabei in Meißen eine Quote von 85 bis 90 Prozent. Das sei realistisch. Rainer Frank führt dies darauf zurück: Bei vielen Menschen fehle noch das Verständnis, warum sie einen schnellen Internetanschluss benötigen. „Selbst wenn es für sie kostenlos ist.“ Er hoffe deshalb, dass es in der Porzellanstadt anders laufe. Dafür müsse aber viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.

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Beim Meißner Projekt handelt es sich um einen „fibre to the building“-Ausbau (FTTP). Das heißt zu Deutsch: Das neue Glasfaserkabel wird bis in die Keller der 400 Gebäude verlegt. „Das ist kostenlos für die Eigentümer“, so Rainer Frank. Das FTTP-Projekt wird dabei mit Mitteln des Bundes und des Freistaates gefördert. Es kostet insgesamt 3,8 Millionen Euro. Davon muss die Stadt etwa zehn Prozent selbst bezahlen. Olaf Raschke will deshalb in den nächsten Wochen gemeinsam mit Wirtschaftsförderer Martin Schuster um die Eigentümer werben. „Internetanschluss muss so selbstverständlich werden wie der Stromanschluss“, so der Oberbürgermeister.

Für das Turbo-Internet in Meißen werden 136 Kilometer Glasfaser – davon 40 Kilometer Leerrohre – verlegt und insgesamt 28 Verteiler aufgestellt. Nicht überall können die Straßen gleichzeitig aufgerissen werden. Das sei eine Herausforderung für die Stadt, so Rainer Frank. Um die Belastungen für die Bürger so gering wie möglich zu halten, werden alternative Verlegemethoden angewandt. Zum Beispiel das Trenching-Verfahren. Hierfür schneidet eine Fräßmaschine einen acht bis zwölf Zentimeter breiten Graben, der 30 bis 40 Zentimeter tief ist. Dorthinein wird dann das Glasfaserkabel gelegt. Oder alte Trassen mit Telefonkabeln aus Kupfer werden verwendet und mit den neuen Kabeln bestückt. So erhalten auch Meißens unterversorgte Randbereiche schnelles Internet.

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