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Schulstart mit Schnelltests: So war's in Meißen

Nur eine Woche hatten die Pestalozzi-Schule und das DRK Zeit, Tests für alle Abschlussklassen zu organisieren. Das könnte nicht das letzte Mal gewesen sein.

Am Montag und Dienstag testen Mitarbeiter wie Johanna Zabe sowie Ehrenamtliche des DRK Schüler und Lehrer von Meißner Schulen. Die Schnelltests sind freiwillig.
Am Montag und Dienstag testen Mitarbeiter wie Johanna Zabe sowie Ehrenamtliche des DRK Schüler und Lehrer von Meißner Schulen. Die Schnelltests sind freiwillig. © Symbolfoto: Claudia Hübschmann

Meißen. Solche Bilder sind sonst vor Einkaufsmärkten zu sehen, wenn es Sonderangebote gibt. Etwa 20 Personen stehen bei Minusgraden kurz vor acht Uhr vor der Athletikhalle im Heiligen Grund. Dort starten die Schnelltests für alle Abschlussklassen der Meißner Schulen. Denn seit Montag werden die Abschlussklassen wieder unterrichtet. Egal, ob in der Oberschule oder am Gymnasium. Am 7. Januar stand fest, dass die Pestalozzi-Oberschule die Schnelltests organisieren soll. Also nur etwas mehr als eine Woche hatte Schulleiter André Pohlenz Zeit, die Massentests zu organisieren. „Ohne das Meißner DRK, die Stadtverwaltung sowie die Lehrkräfte aller Schulen hätten wir das nicht geschafft.“

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Der Schulleiter hätte sich aber gewünscht, dass man ihn vorher angerufen hätte, ob die Pestalozzi-Oberschule überhaupt testen könne. „Man hätte so schnell herausgefunden, dass wir keine geeigneten Räume haben“, sagt André Pohlenz. Denn die schuleigene Aula sei zwar groß, hätte aber zu wenig Ein- und Ausgänge, um Schüler mit ausreichendem Abstand durch die Teststation zu leiten. „Zum Glück haben die Mitarbeiter der Stadt Meißen sofort auf meine Sorgen gehört und eine Alternative gefunden.“

Als der Eingang der Halle am Montagmorgen geöffnet wurde, standen schon die ersten Schüler bereit.
Als der Eingang der Halle am Montagmorgen geöffnet wurde, standen schon die ersten Schüler bereit. © Claudia Hübschmann

40 Schnelltests pro Stunde: Keiner war positiv

In der Athletikhalle gibt es zwei Teststrecken. Wenn die Schüler getestet wurden, müssen sie noch etwa 15 Minuten warten, bis sie ihr Ergebnis erfahren. Getestet werden die Schüler mittels Antigen-Schnelltests. Diese weisen Eiweißkörper des Coronavirus nach, und zwar mittels eines Nasen- oder Rachenabstrichs. Die Tests funktionieren so ähnlich wie Schwangerschaftstests. Etwa 90 Schüler sowie 30 Lehrer wurden bis dahin getestet – 40 Tests pro Stunde schaffen die Freiwilligen vor Ort, also etwa 320 Schüler inklusive Lehrer am Tag. Am Montag waren Schüler aller Abschlussklassen aus Meißen in der Sporthalle, bis auf die des Landesgymnasiums Sankt Afra. Die kommen am Dienstag.

Vor Ort testet ausschließlich geschultes Personal des DRK. Johanna Zabe arbeitet hauptamtlich für den Kreisverband Meißen und koordiniert die Massentests im Landkreis für die Schulen. Neben Meißen auch in Coswig und Nossen. Sie ist zufrieden mit den Schnelltests. Am Montag gab es kein positives Testergebnis. Auch die Organisation hätte so geklappt, wie sie geplant war. Trotz der knappen Vorbereitungszeit von einer Woche.

Noch vergangene Woche wusste zum Beispiel André Pohlenz nicht, ob er genügend Lehrer gewinnen könne oder ob der Freistaat genügend Testkits sowie Schutzausrüstung rechtzeitig liefert. „Das hat zum Glück alles geklappt. Deswegen konnte ich am vergangenen Wochenende auch ruhig schlafen.“ Neben dem DRK sowie der Stadt Meißen sei er auch den Schülern dankbar, die sich testen lassen haben. Alle hätten sich in der Athletikhalle vernünftig verhalten, keiner störte. Dafür sorgten auch die eigenen Lehrer der Schulklasse, die ihre Schüler kennen.

Um ein Testergebnis zu erhalten, muss ein Abstrich genommen werden (siehe Titelbild). Dieser wird dabei in eine Lösung getunkt, die man auf den Teststreifen tropft. Nach etwa 15 Minuten reagiert dieser und zeigt ein positives oder negatives Ergebnis an.
Um ein Testergebnis zu erhalten, muss ein Abstrich genommen werden (siehe Titelbild). Dieser wird dabei in eine Lösung getunkt, die man auf den Teststreifen tropft. Nach etwa 15 Minuten reagiert dieser und zeigt ein positives oder negatives Ergebnis an. © Claudia Hübschmann
So sieht ein negativer Teststreifen aus. Auf einem positiven gibt es noch einen zweiten Balken.
So sieht ein negativer Teststreifen aus. Auf einem positiven gibt es noch einen zweiten Balken. © Claudia Hübschmann
In kompletter Schutzausrüstung kontrollieren die Freiwilligen vor Ort die Testkits.
In kompletter Schutzausrüstung kontrollieren die Freiwilligen vor Ort die Testkits. © Claudia Hübschmann

Wer testet nach den Winterferien?

In Meißen gibt es insgesamt etwa 900 Schüler in Abschlussklassen sowie Lehrer, die sich testen lassen können. In ganz Sachsen sind es mehr als 50.000 Schüler. Die Jugendlichen stammen aus Ober-, Fachober- oder Förderschulen sowie Gymnasien. Testzwang besteht nicht. Nach den Winterferien können sich Schüler ab der siebten Klassenstufe testen lassen, genauso wie die Lehrer an Schulen sowie Betreuer in Kitas. Denn ab dem 8. Februar kehren die Schüler zurück an die Schulen, laut dem sächsischen Kultusministerium.

Ob dann die Pesta erneute Testschule wird? André Pohlenz sowie Johanna Zabe sagen dazu, mehr als 320 Tests am Tag können sie nicht stemmen. „Dann bräuchten wir mehr Ehrenamtliche“, so Johanna Zabe. Sie sei froh, dass überhaupt so viele in Meißen und den anderen Schulen aushelfen. „Das ist nicht selbstverständlich.“ Auch André Pohlenz meint, dass das Landratsamt sich auf die Freiwilligen verlasse. „Unsere Lehrer machen das zusätzlich zu ihrer Arbeit. Teilweise können sie deswegen ihre Klassen nicht betreuen.“ Insgesamt sind sechs Lehrer der Pesta am Tag eingesetzt. Wenn mehr Schüler getestet werden müssen, fällt notwendigerweise mehr Unterricht aus.

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Prinzipiell seien die Tests aber eine gute Sache. „Dadurch erlangen alle etwas mehr Sicherheit“, so Johanna Zabe. Trotzdem dürfen Schüler, die sich nicht testen lassen, die Schulen weiterhin besuchen. Wenn diese infiziert sein sollten, könnten sie die anderen wiederum anstecken. Am Ende seien Schnelltests zudem nur eine Momentaufnahme, erklärt die DRK-Mitarbeiterin. Das heißt, dass man schon wenig später ansteckend sein könnte, trotz eines negativen Ergebnisses. Doch sie und André Pohlenz vertrauen darauf, dass sich die sächsische Regierung dabei etwas gedacht hat.

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