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Schützenhaus brechen Einnahmen weg

Die Stadt muss deutlich mehr Zuschuss zahlen als in den Jahren zuvor. Besserung ist erst mal nicht in Sicht.

Wegen Corona konnte das Schützenhaus in Lommatzsch in diesem Jahr kaum vermietet werden. Das treibt die Kosten in die Höhe.
Wegen Corona konnte das Schützenhaus in Lommatzsch in diesem Jahr kaum vermietet werden. Das treibt die Kosten in die Höhe. © Claudia Hübschmann

Lommatzsch. Die Stadt Lommatzsch wird in diesem Jahr mehr Zuschuss für das Schützenhaus zahlen müssen. Lommatzsch, der einzige Gesellschafter der 2007 gegründeten GmbH, überweist an die 100-prozentige Tochter der Stadt jährlich im Schnitt rund 90.000 Euro Zuschuss. 2018 waren es 88.844 Euro, im Jahr darauf 91.786 Euro. Die Unterschiede erklären sich auch daraus, dass 2018 die Einnahmen mit 31.327 Euro deutlich höher waren als 2019, weil das Haus eine Woche an das Kreisjugendamt vermietet und die Auslastung des großen Saales deutlich besser war.

Wie hoch der Zuschuss in diesem Jahr ausfällt, steht noch nicht endgültig fest, er wird aber deutlich höher sein müssen. "Fast alle Veranstaltungen, wie Familienfeiern, Abiturientenball, Schulanfang, Tanz- und Firmenveranstaltungen und Ähnliches, sind ausgefallen. Diese Einnahmen aus der Vermietung können wir also knicken", sagt Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP). Auch die Bowlingbahn war coronabedingt wenig gebucht.

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Auch im kommenden Jahr wird es erst mal nicht besser. Der Lommatzscher Carneval Club hat inzwischen alle Faschingsveranstaltungen, die im Januar und Februar im kleinen Saal des Schützenhauses stattfinden sollten, wegen Corona abgesagt.

Zum Bürgerhaus umfunktioniert

Das frühere Volkshaus wurde in den Jahren 1999 und 2000 umfassend saniert. Nachdem sich der Pächter der Gaststätte zurückgezogen hatte und auch die Nachfolger scheiterten, wurde das Schützenhaus zu einem Bürgerhaus umfunktioniert. Seit 2013 befinden sich dort zum Beispiel die Stadtbibliothek, die Meißner Tafel und die Kleiderkammer. Das Haus wird auch von Vereinen genutzt. Der große und der kleine Saal, die Terence-Hill-Bar, die Bibliothek und die Bowlingbahn können gemietet werden.

Eine Schließung des Schützenhauses kommt aus finanziellen Gründen nicht in Betracht. Denn es wurde mit Fördermitteln saniert, die Bindefrist ist noch lange nicht abgelaufen. Würde das Haus geschlossen oder verkauft, müssten die Fördergelder zurückgezahlt werden.

Die Stadt wäre immer noch bereit, die Gaststätte zu verpachten, bewirbt das aber nicht mehr aktiv. Die Chancen, einen Pächter zu finden, sind zu gering. Bisherige Pächter bezahlten die Miete vor allem mit Geld aus der Kulturraumförderung. Seitdem diese aber nicht mehr pauschal, sondern projektbezogen gezahlt wird, funktioniert das nicht mehr.

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