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Schuhfabrik soll verkauft werden

Die Stadträte entscheiden über die Zukunft der Industriebrache an der Hermann-Grafe-Straße.

Keinen schönen Anblick bietet das Produktions- und Verwaltungsgebäude der ehemaligen Schuhfabrik an der Hermann-Grafe-Straße.
Keinen schönen Anblick bietet das Produktions- und Verwaltungsgebäude der ehemaligen Schuhfabrik an der Hermann-Grafe-Straße. © Claudia Hübschmann

Meißen. Das Produktions- und Verwaltungsgebäude der ehemaligen Schuhfabrik Meißen, in dem in den 90er Jahren auch das Finanzamt Meißen untergebracht war, soll verkauft werden. Darüber entscheiden die Stadträte im Verwaltungsausschuss am Mittwoch. Das stark sanierungsbedürftige Objekt an der Herrmann-Grafe-Straße 30 war im Februar von einem Gutachter bewertet und danach auf der Internet-Plattform Immobilienscout24.de öffentlich ausgeschrieben worden.

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„Die Immobilie wird von der Stadt Meißen nicht zur Erfüllung kommunaler Aufgaben benötigt“, heißt es im Beschlussentwurf, den das Sachgebiet Liegenschaften aus dem Rathaus den Stadträten im Ausschuss zur öffentlichen Beratung und Entscheidung vorlegt. Vom anstehenden Verlauf erhofft sich die Stadt, der Industriebrache, auf der sich bereits einige Firmen angesiedelt haben, weiteres neues Leben einzuhauchen. Der Wachstumsimpuls für das Gewerbegebiet-Ost dürfte mittelfristig auch mit baulicher Neuordnung auf dem Gelände an der alten Schuhfabrik verbunden sein.

Die Meißner Schuhfabrik war 1900 gegründet worden. Elf Jahre später errichtete Firmengründer Herbert Möbius das Fabrikgebäude an der Hermann-Grafe-Straße. Nach dem Ersten Weltkrieg kam die Produktion zum Erliegen und wurde 1934 wieder aufgenommen. In der DDR beschäftigte der VEB Meißner Schuhfabrik 700 Mitarbeiter. Er wurde Leitbetrieb für Herrenschuhproduktion. In Meißen wurden auch Schuhe in der sogenannten Gestattungsproduktion für die westdeutsche Marke Salamander hergestellt. „Im Jahr 1989 betrug die Jahresproduktion eine Million Paar Schuhe“, schreibt Claus-Dirk Langer in seinem Bildband „Verlassene Orte in Meißen“. Vom guten Ruf der eleganten Meißner Herrenschuhe zeugte noch bis 2010 eine große Leuchtreklame aus DDR-Zeiten an einer Hauswand in Dresden.

Mit der Wende begann der Niedergang der Meißner Schuhfabrik. Nur noch ein Jahr produzierte die Fabrik nach dem Verkauf an einen russischen Investor 1994. Zwei Jahre später erwarb die Firma Ströber & Co Schuhfabrik GmbH aus Baden-Württemberg das bewegliche Inventar und produzierte hier Herrenschuhe der Marke Meissen. Im Februar 2008 wurden die letzten 15 Mitarbeiter entlassen und der Betrieb geschlossen.

Ausschüsse vergeben Aufträge

Am Montag tagt bereits der Sozial- und Kulturausschuss. Die Tagesordnung sieht im öffentlichen Teil Entscheidungen zur Vergabe der Aufträge für die Einrichtung und Möblierung der Grundschule auf dem Questenberg vor. Außerdem stehen Maßnahmen zur Debatte, mit denen die Stadt in diesem Sommer den Tourismus in Meißen ankurbeln will. Das sollte bereits im vorigen Monat im Sozial- und Kulturausschuss behandelt werden. Allerdings hatte ein Feueralarm, der durch einen Schwelbrand auf einer Toilette im historischen Rathaus am Markt 1 ausgelöst worden war, für ein jähes Ende der Ausschusssitzung gesorgt.

Im Stadtentwicklungsausschuss befassen sich die Stadträte am Dienstag mit der Vergabe von Bauaufträgen. Dabei geht es um die Instandsetzung einer Stützwand am Lommatzscher Tor, Tischlerarbeiten im Zuge der Sanierung der Grundschule auf dem Questenberg sowie Abbruch- und Tiefbauarbeiten auf dem ehemaligen Kohlelagerplatz. Hier soll ein Bürgerpark entstehen.

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