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Schwierige Zustände am Markt 3

Das von der Meißner Verwaltung genutzte Denkmal, muss technisch saniert werden. Die Bauarbeiten ziehen sich bis ins nächste Jahr.

Der Sitz der Stadtverwaltung am Markt 3 ist im Mittelalter erbaut worden. In diesem und im nächsten Jahr sind umfangreiche Bauarbeiten vorgesehen.
Der Sitz der Stadtverwaltung am Markt 3 ist im Mittelalter erbaut worden. In diesem und im nächsten Jahr sind umfangreiche Bauarbeiten vorgesehen. © Claudia Hübschmann

Meißen. Es stammt aus dem Mittelalter, das Haus am Markt 3. Im Jahr 1550 ist es erbaut worden, wie Jürgen Voigt informiert. Der Meißner Architekt bereitet im Auftrag der Stadtverwaltung umfangreiche Bauarbeiten in dem Gebäude vor. In den 1990er Jahren ist es zwar grundhaft saniert worden – aber die sicherheitstechnischen Anlagen sind „in einem schwierigen Zustand“. So umschreibt Jürgen Voigt die Aufgabe.

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„Das Hauptaugenmerk liegt auf der technischen Sanierung in dem Gebäude“, erklärte Jürgen Voigt im Stadtentwicklungsausschuss, wo er die Pläne für den Markt 3 vorstellte. Bauarbeiten an den Fundamenten sind nicht vorgesehen, zumal die Kellergeschosse nicht genutzt werden, antwortete der Planer auf eine Frage von Andreas Graff (Linke). Rissbildung im Mauerwerk, die bei einem Gebäude dieses Alters durchaus vorhanden sind oder bei den Bauarbeiten zum Vorschein kommen, werden saniert.

Das Gebäude mit einer Nutzfläche von 1.700 Quadratmetern, das aus vier Teilen besteht und in dem, viele Büros der Stadtverwaltung untergebracht sind, soll brandschutztechnisch und energetisch saniert werden. „Die Brandmeldeanlage muss komplett erneuert werden“, so Jürgen Voigt. So sollen in allen Büroräumen Brandschutztüren eingebaut werden. Außerdem erhält das Treppenhaus 1 einen Rauchabzug. Damit der Besprechungsraum im ersten Obergeschoss den Anforderungen des Brandschutzes genügt, wird ein zweiter Fluchtweg errichtet – in Form einer Treppe, die in den Innenhof führt.

Der Besprechungsraum im Hinterhaus erhält einen zweiten Fluchtweg – in Form einer Freitreppe.
Der Besprechungsraum im Hinterhaus erhält einen zweiten Fluchtweg – in Form einer Freitreppe. © Sachverständigen- und Planungsbüro Voigt

Mitarbeiter müssen umziehen

Im Zuge der Bauarbeiten, die Jürgen Voigt in drei Bauabschnitten plant, soll auch die Datentechnik erneuert werden. Dazu bedarf es umfangreicher Arbeiten zum Verlegen von Kabeln in allen vier Gebäudeteilen. Wo es sich als notwendig erweist, sollen Bodenbeläge und Anstriche erneuert werden. Die Beleuchtung wird umgerüstet, um künftig moderne und energiesparende LED-Lampen verwenden zu können.

In diesem Jahr sollen die meisten der anstehenden Arbeiten erledigt werden, sagte Jürgen Voigt vor den Stadträten im Ausschuss. Im Spätsommer des nächsten Jahres soll alles erledigt sein.

Um Baufreiheit zu schaffen, werden die Mitarbeiter der Stadtverwaltung in andere Büros umziehen müssen. Im April soll damit begonnen werden, wie Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) im Ausschuss ankündigte. Zunächst sollen die Büros im Vorderhaus geräumt werden und ins Hinterhaus ziehen. Aus dem Hinterhaus werden die Abteilungen Liegenschaften und Wirtschaftsförderung in das Gebäude der Stadtverwaltung an der Leipziger Straße ziehen. Dort waren Ende vorigen Jahres Büroräume frei geworden, weil das Bauamt in den Schloßberg 9 umgezogen war.

Die Kosten für die anstehenden Bauarbeiten am Markt 3 bezifferte Jürgen Voigt vor den Stadträten im Ausschuss auf insgesamt 925.000 Euro. Mit 658.000 Euro haben die Brandschutzmaßnahmen den größten Anteil innerhalb dieses Budgets. Diese Kosten müssen vollständig aus dem städtischen Haushalt finanziert werden, weil es keine Fördermöglichkeit gibt, erklärte David Herrmann von der EDV-Abteilung der Stadtverwaltung.

Umbau-Pläne für die Tourist-Info

Auf Fördermittel hoffen kann die Stadt hingegen für den Umbau und die Erweiterung der Tourist-Info (TIM) im Erdgeschoss des Hauses am Markt 3. Die städtische Einrichtung soll weitere Räume erhalten, um dem Bedarf nach Beratung und Betreuung von Besuchern der Stadt noch besser entsprechen zu können. Dafür soll das frühere Café am Markt her- und eingerichtet werden. Während der dazu notwendigen Bauarbeiten müssten die Mitarbeiter der TIM umziehen. Als Ausweichort sind Räume in der Stadtbibliothek im Gespräch.

Aber noch ist das nur ein Projekt. Solange aber die finanzielle Förderung dieses Vorhabens nicht geklärt ist, soll in denjenigen Räumen, in denen die Tourist-Info bislang untergebracht ist, lediglich Brandschutz- und EDV-Technik erneuert werden.

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