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Signale auf Grün

Das Thema Landesgartenschau kommt in Meißen wieder auf die Tagesordnung. Eine Arbeitsgruppe wird sich damit beschäftigen.

Der Park Siebeneichen gehört zum grünen Potenzial der Stadt Meißen – und könnte als Bestandteil einer Gartenschau aufgewertet werden.
Der Park Siebeneichen gehört zum grünen Potenzial der Stadt Meißen – und könnte als Bestandteil einer Gartenschau aufgewertet werden. © Claudia Hübschmann

Meißen. Der Park Siebeneichen, die Klosterruine Heilig Kreuz, die Weinberge, das Spaargebirge und eine überdurchschnittliche Dichte an Kleingärten. So viele außergewöhnliche Grünflächen im Stadtgebiet sind ein Pfund, mit dem Meißen wuchern sollte. Davon ist Ute Czeschka überzeugt. Eine Landesgartenschau wäre eine ideale Gelegenheit, das grüne Potenzial Meißens nicht nur über die Stadtgrenzen hinaus bekannter zu machen. Im Zuge der Vorbereitungen könnte genau an diesen Orten vieles zum Besseren verändert und nachhaltig entwickelt werden, erklärt die Stadträtin der gemeinsamen Fraktion Bürger für Meißen und SPD.

Das Thema war im vergangenen Frühjahr kurz in die Öffentlichkeit gelangt – nachdem eine Studie bekannt geworden war, in der die Machbarkeit eines solchen Ereignisses in Meißen untersucht worden war. In dem 28 Seiten umfassenden Papier hatten Architekten und Landschaftsplaner der Dresdner Kommunalentwicklung Mittelsachsen GmbH (KEM) der Stadt davon abgeraten. Meißen verfüge nicht über die notwendigen Flächen sowie die notwendige Infrastruktur, hieß es darin.

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Die Stadträte hätten von der Studie erst erfahren, als die KEM-Fachleute bereits in der Stadt unterwegs waren, hatte Ute Czeschka seinerzeit das Prozedere kritisiert. Sie hätte sich im Vorfeld eine umfassende Diskussion über den Arbeitsauftrag einer solchen Studie und danach über die Vergabe des Prüfauftrages gewünscht.

Dass auch nach Vorliegen der Studie eine Diskussion dazu nicht stattfand, bemängelt auch Fraktionschef Heiko Schulze. „Demzufolge wird dafür auch kein Geld in den Haushalt eingestellt“, kritisierte er im Zuge der Debatten zum Haushalt für 2021. Dabei ließen sich aus Sicht der Bürger für Meißen/SPD-Fraktion die Themen Klimawandel, Waldumbau und Landesgartenschau sinnvoll miteinander verbinden.

Nicht alle Stadträte sind von der Idee, eine Landesgartenschau in Meißen auszurichten, begeistert. Ihre Skepsis, in der sie sich durch die KEM-Studie bestätigt sahen, gründet sich vor allem auf die mit einem solchen Projekt verbundenen hohen Kosten, die im zweistelligen Millionen-Bereich liegen dürften. Hinzu kämen finanzielle Risiken – etwa, wenn wegen schlechten Wetters oder Hochwasser prognostizierte Besucherzahlen und damit geplante Einnahmen ausbleiben.

Meilenstein auf dem Weg zum Jubiläum

Dem hält Heiko Schulze entgegen, das Projekt Landesgartenschau mit dem 2029 anstehenden 1.100-jährigen Stadtjubiläum zu verknüpfen. Der Wiege Sachsens dürfte mit diesem Jubiläum eine landesweite Bedeutung zukommen. Und damit auch die Aussicht auf neue Fördermöglichkeiten und zusätzliche Finanzierungsquellen. Eine Gartenschau als „Meilenstein auf dem Weg zum Stadtjubiläum“ zu organisieren und zu veranstalten, hatte im vorigen Jahr bereits Linken-Stadtrat Ingolf Brumm ins Gespräch gebracht.

Dass dieses Gespräch in diesem Jahr weitergeführt wird, dafür stehen Signale jetzt auf Grün: In der Arbeitsgruppe, die sich innerhalb des Vorbereitungskomitees zur 1.100-Jahr-Feier mit grünen Themen wie Wald, Parks und Gärten befasst, soll auch über eine mögliche Gartenschau diskutiert werden, berichtet Ute Czeschka. So sei es im Sozial- und Kulturausschuss am Ende des vorigen Jahres in nichtöffentlicher Sitzung vereinbart worden.

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Stadtrat Ingolf Brumm hatte eine Gartenschau ins Gespräch gebracht. Die Meinungen darüber gehen auseinander.

Dabei werde es auch darum gehen, aus Ideen für Meißens grünes Potenzial, ein Konzept zu formen – ein Konzept für eine dezentrale Gartenschau zwischen Siebeneichen, Klosterruine, Weinbergen, Spaargebirge und einigen Kleingartenanlagen. Auch wenn am Beginn dieses Jahres die Termine für Zusammenkünfte der einzelnen Arbeitsgruppen sowie des Festkomitees Pandemie-bedingt wohl verschoben werden müssen – die Debatte um eine mögliche Bewerbung Meißens für das Ausrichten einer Gartenschau in den nächsten Jahren ist wieder eröffnet.

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