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Meißen.Lokal

Alle Jahre wieder

Es ist kaum zu glauben - aber heute ist der letzte Tag in 2020. In diesem Jahr war alles anders. Doch das, was immer bleibt, sind Traditionen und Bräuche. In jedem Land.

Allen einen guten Rutsch ins Jahr 2021!
Allen einen guten Rutsch ins Jahr 2021! © pexels.com/ olia danilevich

"Wo ist das Jahr bloß hin? Gerade war gefühlt doch noch Ostern." Ein Spruch, der jedes Jahr auf's Neue in die Runde gestreut wird. Obwohl in diesem Jahr das Leben ein bisschen still stand, man regelrecht zur Ruhe gezwungen wurde, endlich mal Zeit für die Dinge hatte, die sonst nie auf der To-Do-Liste abgehakt wurden, raste die Zeit dennoch. Und auf einmal sitzt man da und es soll der letzte Tag des Jahres sein?

Die einen schütteln ungläubig den Kopf, die anderen schmieden fleißig Pläne für das kommende Jahr und nehmen sich wieder einmal die Kilos vor, die auch in den letzten Jahren nie runter wollten. Neujahrsvorsätze - schon irgendwie eine Tradition. Ähnlich wie Bleigießen, Anstoßen, Neujahrsglückwünsche um Mitternacht oder das Verschenken von Glücksbringern. Doch was machen eigentlich unsere Nachbarn? Auch über die Grenzen und Meere hinweg, können die Menschen an Silvester nicht auf Bräuche verzichten.

Silvesterbräuche rund um den Erdball

Spanien

Wenn um Mitternacht die Turmuhr zwölf Mal schlägt, essen die Spanier bei jedem Glockenschlag eine Weintraube. Dadurch sollen Wünsche in Erfüllung gehen. Unglück bringt es jedoch, wenn bis zum 12. Glockenschlag nicht alle Trauben gegessen sind - also nicht lang genießen, sondern runter damit!

Argentinien

Die Argentinier wollen alles Negative des alten Jahres unbedingt hinter sich lassen. Wie sie das machen? Mit einem Papierschnipsel-Regen, der symbolisch für die Altlasten stehen soll. Tschüß 2020, hallo 2021!

Tschechien

Die Tschechen lieben das Befragen eines Orakels. Kann man sich auf das kommende Jahr freuen? Ähnlich wie bei uns, ist auch das Bleigießen verbreitet. Viel mehr jedoch das Apfelorakel. Das Kerngehäuse eines halbierten Apfels zeigt anhand seiner Anordnung (stern- oder kreuzförmig) das Glück oder Unglück des nächsten Jahres. Der Stern steht hierbei für das Glück.

Aber auch der Geldbeutel wird hier nicht außer Acht gelassen: eine Linsensuppe um Mitternacht steht für einen Topf voller Geld.

Japan

Die Japaner verspeisen traditionell das Reisklößchen Mochi. Das ist äußerst klebrig und führt sogar immer wieder zu Erstickungsgefahr. So gab es jetzt sogar Warnungen der Behörden, man solle die Klößchen lieber in kleinen Stückchen oder in Form einer Suppe zu sich nehmen.

Polen

Hier legt man sich eine Schuppe des Festtagskarpfens ins Portemonnaie. Die Hoffnung, dass das Geld nie knapp wird, ist dabei groß.

Schottland

Wer um Mitternacht als erstes über die Türschwelle des Nachbarn oder Freundes tritt und noch dazu Whiskey, ein Stück Kohle und Shortbread mitbringt, der soll im nächsten Jahr das Glück auf seiner Seite haben. Das gilt übrigens auch für den Gastgeber.

Italien

Der Griff in die Unterwäsche-Schublade fällt an diesem Tag nicht schwer. Denn die Farbe der Unterhose zu Silvester muss bei den Italienern rot sein, um gut ins neue Jahr zu rutschen.

Bulgarien

Hier gibt es einen Schlag auf den Rücken. Klingt schmerzhaft - bringt aber Glück. Zumindest aus Sicht der Bulgaren. Hier wird ein Ast des Kornelkirschbaums bunt geschmückt, mit dem Kinder von Haus zu Haus gehen und den Bewohnern damit auf den Rücken schlagen, natürlich behutsam. Dabei wird ein frohes neues Jahr gewünscht.

Russland

In Russland schreiben die Menschen ihren größten Wunsch für das kommende Jahr auf ein Stück Papier, zünden es an und schütten die Asche in ein Sektglas. Bis Mitternacht muss dieses Glas ausgetrunken sein und der Wunsch soll in Erfüllung gehen. Dieser Brauch ist wohl Geschmackssache.

China

Den 31. Dezember verbringen die Chinesen meist ganz ruhig im Kreise ihrer Lieben. Einen Monat später feiern sie jedoch ausgelassen das chinesische Neujahrsfest nach dem traditionellen Mondkalender. Vor dem Fest wird das Haus mit Bambuszweigen gefegt, um böse Geister zu vertreiben. Außerdem schmücken sie das Haus mit roten und goldenen Glückszeichen. Die Farbe rot ist dabei wichtig. Denn einer Sage nach, soll diese Farbe und lauter Krach ein menschenfressendes Ungeheuer vertreiben.

Ein weiterer Brauch der chinesischen, unverheirateten Frauen ist es, Mandarinen ins Meer zu werfen. Diese sollen Single-Männer anlocken.

Eine Stunde vor dem Jahreswechsel werden dann alle Fenster geöffnet, um das Glück einziehen zu lassen.

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