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Meißen.Lokal

So ist Streetwork in Meißen

Aliki Reyes hat das tägliche Ziel Menschen bei der Bewältigung unterschiedlichster Lebenssituationen beizustehen. Im Interview erzählt sie von ihrer Arbeit.

Aliki Reyes ist seit 2016 bei der Stiftung Soziale Projekte als Jugend- und Familienarbeiterin tätig.
Aliki Reyes ist seit 2016 bei der Stiftung Soziale Projekte als Jugend- und Familienarbeiterin tätig. ©  Foto: Claudia Hübschmann

Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen als Streetworkerin aus?

Meiner Erfahrung nach gibt es den typischen Tag in der Arbeit nicht. Ich nehme mir grundsätzlich bestimmte geplante Dinge vor und improvisiere oft, wenn Anfragen oder Beratungsgesuche stattfinden. Oft doppeln sich Termine auch und ich arbeite nach Priorität. Grundsätzlich beginnt der Tag um 10 Uhr und endet um 18:30 Uhr.

Was muss man als Streetworkerin mitbringen?

Geduld, Ausdauer und viel (zeitliche) Flexibilität. Es braucht die Fähigkeit, gut zuhören zu können und Konflikte auszuhalten. Das rigorose Akzeptieren von Menschen, ohne sie zu werten, und eine Menge Toleranz ist für mich die Grundvoraussetzung. Für Menschen, die sehr strukturiert und geplant in den Tag starten, ist dieses Berufsfeld jedoch nichts.

Was steckt hinter der Stiftung Soziale Projekte Meißen und wie stehen Sie in Verbindung damit?

Die Stiftung ist der Träger, für den ich arbeite. Finanziert werde ich jedoch vom Jugendamt und der Stadt Meißen.

Innerhalb der Stiftung gibt es verschiedene soziale Projekte, wie die Jugendberufshilfe, das außerschulische Betreuungsangebot "Natur Pur", aber auch eine Küche, die für Kitas kocht und Caterings anbietet. Auch Räumlichkeiten zur Vermietung, den Bereich Wäscherei und Service sowie eine Begegnungsstätte für ältere Menschen im Fellbacher Bogen gehören zur Stiftung.

Wer kann bzw. soll sich in welchen Fällen an Sie wenden?

Grundsätzlich kann sich jeder Mensch in Meißen an mich wenden. Meine Zielgruppe sind junge Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren.

Bei was und wie helfen Sie Betroffenen?

Ich unterstütze jedes Anliegen. Das können Erziehungsfragen, schulische Anliegen im Allgemeinen oder konkret das Ausfüllen von Dokumenten, Auflistung von Schulden, Begleitung zu Ämtern, telefonische Begleitung, aber auch die Organisation und Weitervermittlung zu Kliniken, Beratungsstellen, Behörden, Polizei, etc. sein.

Was ist das am häufigsten vorkommende Problem in Meißen?

Das kann ich so genau nicht sagen. Eins davon ist, dass Menschen Probleme bei der Bewältigung der Lebenssituation haben. Das kann Stress mit Eltern, der Schule, aber auch junge Elternschaft, Sucht oder auch psychische Probleme beinhalten.

Woher ziehen Sie täglich Ihre Kraft? Schaffen Sie es, schwere Fälle nicht mit nach Hause zu nehmen?

Es gibt, wie in jeder anderen Branche, solche und solche Tage. Ich habe ein gutes Netzwerk an Kolleg*innen, mit denen ich im Austausch bin. Ein solides, privates und familiäres Umfeld ist auch hilfreich. Nichtsdestotrotz nehme ich auch menschliche Anliegen mit nach Hause, die mich einfach berühren.

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