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Meißen
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Tafel Meißen: "Wir schicken niemanden weg"

Bei der Meißner Tafel waren bislang noch keine Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Ein Begrüßungskorb wurde trotzdem gepackt und übergeben.

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Die Lebensmittelausgabe der Tafel Meißen. Ukrainische Kriegsflüchtlinge waren noch nicht hier.
Die Lebensmittelausgabe der Tafel Meißen. Ukrainische Kriegsflüchtlinge waren noch nicht hier. © Claudia Hübschmann

Meißen. Schwer war er und voll bepackt bis obenhin: Kekse, Schokolade, Nudeln, Eier und vieles mehr steckten in dem Begrüßungskorb der Meißner Tafel. Chefin Ursula Gleisberg hatte ihn am Mittwoch an eine der ersten ukrainischen Flüchtlinge in Meißen-Zaschendorf übergeben. "Darunter waren Kinder, Mütter und Großeltern", sagte Gleisberg gegenüber der SZ. Doch was passiert eigentlich, wenn plötzlich ukrainische Flüchtlinge an der Ausgabestelle der Tafel anstehen? "Bei uns wird niemand weggeschickt. Da bin ich die Letzte, die so was macht", sagt die Tafel-Chefin.

Gleichwohl sieht es derzeit nicht sonderlich gut aus mit dem Lebensmittelvorrat am Kynastweg. "Der Januar war noch super. Jetzt stehen wir etwas auf dem Schlauch", so Gleisberg weiter. Geschäfte, die Waren übrig hätten, könnten sich daher gern melden, hieß es weiter. Ein weiteres Problem seien gegenwärtig die hohen Ausgaben für Sprit. "Ich bin regelrecht erschrocken, als ich die jüngste Abrechnung gesehen habe", erzählt die Tafel-Chefin. Apropos Kosten: Ukrainische Erwachsene müssten ebenso wie alle andere Tafel-Kunden drei Euro bezahlen. Der Wert der ausgegeben Waren ist in der Regel deutlich höher als drei Euro. Seit Tagen versucht man bei der Tafel rauszufinden, ob und wie man in die Hilfsstrukturen eingebunden werden kann. (SZ/asc)