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Trauer um Meißner Sport-Legende

Hans-Jochen Richter war Gönner, Förderer und Aktiver. Nun ist "Nugge" im Alter von 78 Jahren gestorben.

Hans-Jochen Richter (1943-2021).
Hans-Jochen Richter (1943-2021). © Foto: SZ/Archiv

Meißen. Den Meißnern war er als langjähriger Obermeister der Kfz-Innung, vor allem aber als Sportenthusiast bekannt: Hans-Jochen Richter (geboren 1943) ist am 15. März gestorben.

Der Stadtsportverband Meißen hat ihn jetzt in einem Nachruf als Funktionär gewürdigt, ohne die der Sport nicht auskomme. "Das gesellschaftliche Leben ohne ehrenamtliche Helfer ist kaum denkbar. Glücklicherweise gibt es sie zu Hunderttausenden als Übungsleiter, Kampf- und Schiedsrichter oder sonstige Helfer. Hans-Jochen Richter war einer von ihnen", heißt es in der Würdigung.

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Schon im April 1995 wurde er wegen seiner umsichtigen Arbeit zum Vorsitzenden des FC Meißen, dem Vorläufer des Meißner SV 08, gewählt. Gerade in der Nachwendezeit, als finanzielle Zuwendungen der vormaligen Volkseigenen Betriebe wegfielen, seien "Macher" wir Hans-Jochen Richter gefragt gewesen. Denn es galt, Trainings- und Spielbetrieb von mehr als einem Dutzend Mannschaften im Verein organisatorisch und finanziell zu sichern. Zweifellos kamen ihm dabei unternehmerische Erfahrungen zugute.

Doch nicht nur der Fußballsport hat ihm unendlich viel zu verdanken. Auch Gewichtheber, Speedwayfahrer, der Frauenhandball oder der Tanzkreis "Rot-Gold" erfuhren durch ihn viel Unterstützung. Auch die Kultur in seiner Heimatstadt war ihm nicht gleichgültig. Bei Weinfesten zum Beispiel bereicherte er mit dem Festzelt seines Autohauses das Geschehen mit Spiel und Spaß sowie dem Auftritt von Prominenten aus Sport und Unterhaltung.

Trotz wachsender beruflicher Belastung - Richter war inzwischen Obermeister der Kfz-Innung - ließ er in seinem Wirken zwischen Autohaus und Stadion nicht nach. Wenn Hans-Jochen Richter, den man in Sportlerkreisen besser unter seinem Spitznamen "Nugge" kannte, gefragt war, dann stand er auch zur Verfügung.

Selbst als aktiver Fußballer hat "Nugge" Geschichte mitgeschrieben. Er gehörte zu jener Meißner Juniorenmannschaft, die Anfang der 1960er Jahre im Junge-Welt-Pokal Dynamo Dresden nach einem 2:1 aus dem Wettbewerb warf.

"Meißens Sportwelt hat nicht nur einen Förderer und Gönner, sondern eine große Persönlichkeit verloren", heißt es im Nachruf des Stadtsportverbandes. "In Sportlerkreisen wird man den stets zu einem Scherz aufgelegten und leidenschaftlichen Skatspieler noch lange im Gedächtnis behalten."

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