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Wird die Unfallkreuzung an der B 101 umgebaut?

Durch den Bau der Ortsumfahrung wurde der Verkehr aus Krögis herausgelegt. Doch jetzt gibt es neue Probleme.

Von Jürgen Müller
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Gut ausgebaut ist die B 101 bei Krögis. Das verleitet zum Rasen. Auch ein Blitzer hilft da wenig.
Gut ausgebaut ist die B 101 bei Krögis. Das verleitet zum Rasen. Auch ein Blitzer hilft da wenig. © Claudia Hübschmann

Käbschütztal. Es war ein geradezu jahrzehntelanger Kampf der Gemeinde, eine Ortsumfahrung für Krögis durchzusetzen. Der Verkehr auf der Bundesstraße 101 von Meißen in Richtung Autobahn nach Nossen quälte sich durch die engen Straßen des Ortes. Mit Einführung einer Lkw-Maut nahm der Verkehr noch einmal zu, weil viele "Mautflüchtlinge" die Autobahn verließen und auf die damals noch mautfreie Bundesstraße auswichen.

Nicht nur Dreck und Lärm mussten die Anwohner ertragen, auch Fußgänger waren gefährdet, weil es im Ort keine Fußwege gibt. Vor allem der Hartnäckigkeit - manche sprechen auch von Penetranz - von Bürgermeister Uwe Klingor (CDU) war es zu verdanken, dass die Straße gebaut und das 1,7 Kilometer kurze Stück im August 2014 für den Verkehr freigegeben wurde. Die Baukosten betrugen 3,2 Millionen Euro.

Der Ort war nun nahezu Lkw-frei, doch mit der Umgehung kamen neue Probleme. Die gut ausgebaute Straße verführt zum Rasen. Vor allem die Kreuzungen in Richtung Mauna und Barnitz sind unübersichtlich. Immer wieder kam und kommt es zu teils schweren Unfällen. Auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Kilometer pro Stunde und zwei Blitzer änderten daran wenig.

Gefahrensituation erhöht

"Mittlerweile ist es unerträglich, mit anzusehen, wie sich wöchentlich teilweise schwerste Verkehrsunfälle auf der Bundesstraße 101 im Kreuzungsbereich von Krögis nach Barnitz ereignen. Insbesondere auswärtige Pkw-Fahrer unterschätzen die erhebliche Gefahrenquelle des sehr unübersichtlichen Straßenverlaufes der B 101 in diesem Bereich", schreibt der Barnitzer Clemens Cordes in einem Leserbrief an die SZ. Die schlechten Sichtverhältnisse würden durch die durchgängigen Leitplanken an den Straßenrädern noch erheblich verstärkt. Durch die „Begradigung“ und den Ausbau der Bundesstraße sowie der Schaffung der Ortsumfahrung von Krögis vor einigen Jahren, habe sich die Gefahrensituation erheblich erhöht, sagt er. "Wie viele Unfälle, Verletzte und leider auch Tote müssen noch beklagt werden, damit sich dieser Umstand nachhaltig ändert?", fragt der Barnitzer.

Schon zu Beginn der Planungsarbeiten sei vom damaligen Gemeinderat Käbschütztal die Schaffung eines großzügig dimensionierten Kreisverkehrs an dem nun vorhandenen Unfallschwerpunkt angeregt. Dieses sei jedoch mit der Begründung abgewiesen worden, dass es zu wenige Fahrzeuge seien, die gemäß Verkehrszählung täglich die B 101 von Krögis nach Barnitz queren. Es sei eine Schande, dass die Verkehrsplaner nicht in der Lage sind, diese Fehleinschätzung einzugestehen und zu beseitigen, so Clemens Cordes.

Viele Unfallfahrer waren zu schnell unterwegs

Die Probleme sind dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr bekannt. Dessen Sprecher Franz Grossmann weist auf SZ-Nachfrage jedoch darauf hin, dass der Knotenpunkt regelkonform als plangleiche Kreuzung ohne Ampelanlage errichtet wurde. "Er wurde nach den damals für die Planung gültigen Richtlinien geplant und vorbereitet und entspricht auch heute noch den aktuell gültigen Richtlinien für die Anlage von Landstraßen. Es ist richtig, dass sich hier eine Unfallhäufungsstelle herausgebildet hat, die von der Verkehrsunfallkommission des Landkreises Meißen bearbeitet wird", so Grossmann.

Als maßgeblich unfallverursachend werde hier überhöhte Geschwindigkeiten im Verlauf der B 101 festgestellt. Aufgrund des Unfallgeschehens an der Kreuzung erfolgten im Zuge der Arbeit der Verkehrsunfallkommission bereits mehrfach Anpassungen. So wurde die Größe des Verkehrszeichens „zulässige Höchstgeschwindigkeit 70 km/h“ von 60 auf 75 Zentimeter erhöht, zudem das Zusatzzeichen „Unfallgefahr“ montiert. Weiterhin wurde der Austausch der Zeichen „Vorfahrt gewähren.“ in Zeichen „Halt. Vorfahrt gewähren.“ mit Aufbringen der jeweiligen Haltelinien in den Nebenrichtungen beschlossen.

Ebenfalls wurde eine stationäre Geschwindigkeitsmessanlage aufgestellt. Die Wirksamkeitskontrolle zu den umgesetzten Maßnahmen laufe noch bis Ende des Jahres. "Sollten die umgesetzten Maßnahmen bei der Nachkontrolle nicht den erhofften Erfolg erzielt haben, werden weitere Maßnahmen erforderlich", so der Behördensprecher. Welche möglichen baulichen Maßnahmen getroffen werden könnten, könne im Moment aber noch nicht gesagt werden.