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Bahnen weiter schlecht ausgelastet

Der VVO rechnet nicht damit, dass die Züge nächstes Jahr sofort voller werden. Das birgt erhebliche Risiken.

Sonst oft proppevoll findet sich derzeit selbst im Berufsverkehr oft noch bequem ein freies Plätzchen in den S- und Regiobahnen im Großraum Dresden.
Sonst oft proppevoll findet sich derzeit selbst im Berufsverkehr oft noch bequem ein freies Plätzchen in den S- und Regiobahnen im Großraum Dresden. © Sven Ellger

Landkreis Meißen. Der Haushalt des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) für das kommende Jahr ist von den Folgen der Corona-Pandemie geprägt. S- und Regionalbahnen dürften deutlich weniger Fahrgäste transportieren als vor der Pandemie.

Der Verband befürchtet einer Mitteilung zufolge deshalb im Eisenbahnverkehr Mindereinnahmen in Höhe von 6,6 Millionen bei den Bahnunternehmen. Um deren wirtschaftliche Situation zu stabilisieren, droht dem Verbund eine außerordentliche Belastung des Haushaltes von bis zu fünf Millionen Euro, für die bisher kein Rettungsschirm vorgesehen ist. „Vor diesem Hintergrund erwarten wir vom Freistaat, seinen Sonderweg zu verlassen und den Rettungsschirm 2020 wie in den anderen Bundesländern auf 100 Prozent aufzustocken“, fordert der Bautzner Landrat Michael Harig (CDU), Verbandsvorsitzender des VVO.

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Bereits im laufenden Jahr steht der VVO nach eigenen Angaben vor Haushaltsrisiken in Höhe von bis zu 6,3 Millionen Euro. Davon gehen rund 2,9 Millionen Euro auf die Corona-Pandemie zurück. Weitere 3,4 Millionen Euro Risiken basieren auf der noch offenen Förderung der Plusbus-Linien. Dabei handelt es sich um Regionalverkehre, die Mindeststandards wie einen festen Stundentakt erfüllen müssen und vom Freistaat finanziell unterstützt werden.

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Im VVO sind inzwischen 15 Linien unterwegs, die die vom Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) erstellten und sachsenweit geltenden Mindestanforderungen erfüllen. „Diese Standards ermöglichen in geringem Maße Ausnahmen vom festen Takt, wenn beispielsweise eine Schule morgens zusätzlich angefahren wird oder eine kurze Stichfahrt in ein Gewerbegebiet erfolgt“, erläutert Landrat Michael Harig, Verbandsvorsitzender des VVO. „Die Finanzierungsverordnung für den ÖPNV sieht jedoch solche Abweichungen nicht vor, so dass die betroffenen Plusbus-Linien aus der Finanzierung herausgefallen sind.“ Hier müsse nachgebessert werden. Der politische Wille sollte nicht auf dem Altar der Bürokratie geopfert werden. (SZ/pa)

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