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Flanieren bald mehr Radler durch Meißen?

22 Fahrradboxen sollen dazu beitragen, noch mehr Radtouristen in die Altstadt zu locken. Damit reagiert die Stadt auf eine jüngere touristische Entwicklung.

Kändlerpark in Meißen: Christian Friedel, städtischer Tourismuschef, und Landschaftsarchitektin Marion Brod-Kilian starten den Bau symbolisch.
Kändlerpark in Meißen: Christian Friedel, städtischer Tourismuschef, und Landschaftsarchitektin Marion Brod-Kilian starten den Bau symbolisch. © Claudia Hübschmann

Meißen. Regen, Temperaturen unter zehn Grad und starker Wind: Das sind schlechte Bedingungen, um mit dem Fahrrad zu fahren. Doch Christian Friedel freute sich. Er eröffnet eine für ihn wichtige Baustelle: eine von zwei Rastplätzen mit Fahrradboxen. Nach vierjähriger Diskussion und Vorbereitung im Stadtrat und der Verwaltung sollen die Fahrradstellflächen in den nächsten sechs Wochen entstehen.

Gerade für Meißen ist das eine gute Neuigkeit. Denn die Stadt liegt mitten am Elberadweg. Deswegen ist eine Infrastruktur für Radfahrer besonders wichtig. Laut Stadt kommen jährlich Hunderttausende Fahrrad-Touristen nach Meißen. Die aktuelle Pandemie habe dies noch einmal verstärkt, wie auch der aktuelle Fahrradklima-Test für Meißen beschreibt.

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Zwei Rastplätze mit Fahrradboxen

Zwei Plätze sollen künftig vor allem Touristen dazu einladen, in Meißen zu verweilen. Deshalb werden die Fahrradboxen an den Eingängen zur Altstadt aufgestellt: neben dem Kändlerpark sowie an der Ecke Roßmarkt und Marktgasse. Beide Standorte liegen an den Hauptanfahrtsrichtungen der Radtouristen vom Elberadweg. Laut Stadt sind diese aber auch für Meißner ideal, die per Rad die Innenstadt erreichen wollen.

Beide Rastplätze werden nun mit elf Fahrradboxen ausgestattet. Dort können Fahrräder mittels Pfandschlössern angeschlossen werden. Zuvor war als sichere Verwahrung von Rädern nur die Tourist-Information möglich, ausschließlich während der Öffnungszeiten. Die Fahrradboxen werden ganztägig nutzbar sein und funktionieren wie eine Garage für Autos.

Das sind Bilder aus der Entwurfsphase im vergangenen Jahr. Folgende Veränderungen sind noch nicht enthalten: Am Kändlerpark wurde die Boxenreihe nach hinten verschoben. Das lag an den Wurzeln der Esche. Zudem wurde noch ein Picknicktisch ergänzt.
Das sind Bilder aus der Entwurfsphase im vergangenen Jahr. Folgende Veränderungen sind noch nicht enthalten: Am Kändlerpark wurde die Boxenreihe nach hinten verschoben. Das lag an den Wurzeln der Esche. Zudem wurde noch ein Picknicktisch ergänzt. © Visualisierung: LA21 Landschaftsarchitektur
Auf der Marktgasse kommt noch eine Sichtschutzwand hinzu: vor den Boxen in Abstimmung mit dem Denkmalschutz.
Auf der Marktgasse kommt noch eine Sichtschutzwand hinzu: vor den Boxen in Abstimmung mit dem Denkmalschutz. © Visualisierung: LA21 Landschaftsarchitektur

Da viele Radler mittlerweile auch mit E-Bikes auf dem Elberadweg unterwegs sind, erhalten beide Standorte eine elektrische Ladesäule. Weiter noch soll es eine Servicestation der Firma Orion geben, mit Luftpumpe und Basiswerkzeug, sowie einen Picknicktisch und einen Fahrradschlauch-Automaten.

Am Roßmarkt musste der Entwurf zudem an die Denkmalschutzauflagen angepasst werden. Deshalb werden die Dächer der Boxen begrünt, sollen sich farblich und materiell an das bestehende Stadtbild anpassen und gut in die Häuserzeile einfügen. Durch eine passende Sichtschutzwand von zwei Meter Höhe, sechs Meter Breite und fünf Zentimeter Tiefe. Damit die Rastplätze trotzdem leicht zu finden sind, sollen sie gut sichtbar ausgeschildert werden, teilt die Stadt mit.

Aus Mitteln der Gästetaxe folgen weitere Projekte

Die Planungen hat das Dresdner Landschaftsarchitekturbüro LA 21 übernommen. Das hat ebenso die Planung des Bahnhofsvorplatzes umgesetzt. Knapp 100.000 Euro kostet der Bau die Stadt. 85 Prozent davon stammen aus dem Förderprogramm GRW-Infra, um regionale Infrastrukturen zu verbessern und zu stärken. Die Finanzmittel dafür kommen aus dem Haushalt des Sächsischen Landtags. Die Stadt Meißen investiert noch 14.100 Euro.

Dass nun Mittel da sind, um die Infrastruktur für sogenannte Aktivtouristen anzupassen, sei nicht zuletzt der Einführung der Gästetaxe im Januar 2019 zu verdanken. "Die Fahrradfahrer-Rastplätze sind nur ein Baustein, der für dieses Jahr geplanten umfassenden Verbesserungen der touristischen Infrastruktur aus Mitteln der Gästetaxe", so Stadtmarketing- und Tourismuschef Christian Friedel. "Weiterhin steht der Baubeginn für die Modernisierung der Tourist-Information am Markt kurz bevor, und auch die verbesserte Ausschilderung örtlicher Wanderwege wird 2021 ein weiteres Stück vorangetrieben."

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Oberbürgermeister Olaf Raschke ist ebenso zufrieden. Durch die neuen Rastplätze für Radfahrer gebe es nun die Möglichkeit, sein Fahrrad sicher abzustellen. "So können die Radler bald ohne Zeitdruck ein Restaurant besuchen oder in den vielen kleinen Geschäften der Meißner Altstadt bummeln gehen." Jetzt müsse nur noch die Frühlingssaison starten, sagte er beim Pressetermin am Kändlerpark.

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