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Verkehrslärm: Landrat verspricht Hilfe

Die B 169 führt durch enge Stauchitzer Ortsteile. Doch nicht nur dort klagen die Anwohner über Verkehrslärm.

In Groptitz sind rund 200 Meter Straße noch gepflastert, darunter eine enge Kurve. Anwohner beklagen sich über die durch die Pflasterung hervorgerufene Lärmbelastung.
In Groptitz sind rund 200 Meter Straße noch gepflastert, darunter eine enge Kurve. Anwohner beklagen sich über die durch die Pflasterung hervorgerufene Lärmbelastung. © Klaus Dieter Brühl

Stauchitz. Es ist ein Dauerärgernis nicht nur für die geplagten Anwohner. Die vor einigen Jahren neu gebaute Bundesstraße 169 von Riesa in Richtung Döbeln endet in Seerhausen auf dem Feld. Die großen Lkw, welche in Richtung Autobahn unterwegs sind, müssen sich über die alte B 169 auf einer engen Straße mit zahlreichen Kurven durch die kleinen Stauchitzer Ortsteile quälen. Eine Qual durch Lärm und Abgase ist dies aber vor allem für die Anwohner. Immer wieder und meist vor Wahlen wird versprochen, die Straße weiterzubauen. Doch passiert ist bisher nichts.

Doch auch an anderer Stelle gibt es Ärger wegen Verkehrslärmes. Beispielsweise an einer viel befahrenen Stelle an der Kreisstraße im Ortsteil Groptitz. Der Schwerlastverkehr habe sich in den vergangenen Jahren vervielfacht, klagen die Anwohner. Ein Grund sei, dass die B 169 von Riesa jetzt mautpflichtig sie. Früher seien die Lkws über die Bundesstraße nach Riesa gefahren. Jetzt aber gehe die Route auf einem "Schleichweg" über Groptitz, die Heidebergstraße in Riesa und von dort weiter nach Strehla.

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Zudem habe eine Verkehrszählung lediglich gut 1.500 Fahrzeuge pro 24 Stunden ergeben, wobei der Schwerlastanteil bei vier Prozent lag. Auch eine Geschwindigkeitskontrolle habe keine Argumente geliefert. Der Schnellste sei 17 Kilometer pro Stunde mehr als erlaubt gefahren, die allermeisten Fahrzeuge langsamer als 50 fahren.

Nun könnte allerdings bald etwas passieren. Das versprach jedenfalls der Meißner Landrat Ralf Hänsel (parteilos) bei einem Besuch der Gemeinde. „Wir werden gemeinsam an einer Lösung arbeiten, um die Lärmbelästigung für die Anwohner der Straße durch den gestiegenen Schwerlastverkehr zu reduzieren“, versicherte er. Wie die Lösung konkret aussehen könnte und wann sie realisiert werden soll, sagte er allerdings nicht.

Riesa verhängt Durchfahrtsverbot

Bürgermeister Dirk Zschoke (parteilos) wird da auf Nachfrage der SZ schon deutlicher. Er hat den Landrat gezielt nach Groptitz geholt, damit er das Problem vor Ort in Augenschein nehmen kann. "Das Problem ist, dass die Straße an dieser Stelle zu schmal ist, um als Kreisstraße mit Fußweg ausgebaut werden zu können", sagt er. Doch die Gemeinde wolle jetzt Flurstücke erwerben und diese dem Landkreis zur Verfügung stellen. Doch wann die Straße gebaut werden könne, hänge davon ab, ob und wann sie in das Straßenbauprogramm des Kreises eingeordnet würde. "Das können wir als Gemeinde nicht beeinflussen, doch wir wollten den Landrat auf das Problem aufmerksam machen", so Zschoke.

Für ihn würde es erstmal ausreichen, wenn über die holprige Pflasterdecke eine Bitumendecke gezogen würde. Doch das kommt für den Landkreis nicht infrage. Eine schnelle Lösung wird es also nicht geben.

Das Groptitzer Problem ist teilweise auch der Stadt Riesa zu verdanken. Die hat in dem angrenzenden, zu Riesa gehörenden Ortsteil Mautitz kurzerhand ein Durchfahrtsverbot für Lkw verhängt. Die müssen dadurch alle durch Groptitz fahren.

Ein zweites Versprechen

Eine Lösung zeichnet sich hingegen für den Hort der Grundschule in Ragewitz ab. Der ist viel zu klein, reicht nicht mehr aus, zumal fast alle Mädchen und Jungen den Hort besuchen. Deshalb plant die Gemeinde den Neubau eines Hortgebäudes. Die geplanten Kosten liegen bei 5,3 Millionen Euro. Das geht nur mit Fördermitteln. Auch hier machte der Landrat ein Versprechen: Das Jugendamt des Kreises werde die Gemeinde Stauchitz beim Akquirieren möglicher Fördermittel unterstützen, sagte er.

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