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Verschnaufen im Foyer

Das Schlosscafé in der Albrechtsburg ist wieder geöffnet. Der neue Pächter kommt aus Moritzburg.

Die Kaffeemaschine läuft wieder: Michael Tegethoff (M.) und Isabel Keßler haben das Schlosscafé in der Albrechtsburg wiedereröffnet. Rechts im Bild: Schlossherr Uwe Michel.
Die Kaffeemaschine läuft wieder: Michael Tegethoff (M.) und Isabel Keßler haben das Schlosscafé in der Albrechtsburg wiedereröffnet. Rechts im Bild: Schlossherr Uwe Michel. © Claudia Hübschmann

Meißen. Es hat gefehlt – das Schlosscafé im Foyer der Albrechtsburg. Während das Schlossmuseum nach dem Lockdown im Juni wieder öffnen durfte, blieb das Café im Eingangsbereich geschlossen. Aber die Albrechtsburg mit ihren Ausstellungen zum Porzellan und zur Geschichte der Sachsen ohne ein kleines Angebot an Kaffee, Kuchen und Imbiss – das geht doch nicht! So hatte es Schlossherr Uwe Michel in diesem Sommer immer wieder von Besuchern der Burg gesagt bekommen.

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Über Wochen konnte er dieser Kritik nur zustimmen. Allzu offensichtlich zeigten sich Buffet und die Gästetische gleich hinter dem Ticketverkauf verwaist, seit Domkeller- und Ratskellerwirt Karsten Müller den Pachtvertrag gekündigt hatte, um sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren. Umso glücklicher ist Uwe Michel darüber, dass die Bemühungen zur Suche nach einem neuen Pächter für das Schlosscafé mit einer Vertragsunterzeichnung erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Michael Tegethoff ist der Neue. Der 55-jährige Gastronom stammt aus Bonn und lebt seit 1992 in Sachsen. In Moritzburg betreibt er das Café am Fasanenschlösschen. Und in Ottendorf-Okrilla ein Eiscafé. Das sind gute Voraussetzungen für ein drittes Standbein, das Michael Tegethoff jetzt in Meißen aufbaut.

„Meißen ist eine so schöne Stadt“, schwärmt Michael Tegethoff. Das habe natürlich eine Rolle gespielt in seinen Überlegungen und letztlich dazu beigetragen, das Angebot in Meißen anzunehmen. Seit dem 1. September ist das Café im Foyer der Albrechtsburg nun wieder geöffnet. Auf 44 Plätzen und derzeit weiteren 24 im Außenbereich können die Schlossbesucher verschnaufen bei Kaffee, Tee oder einem Gläschen Wein. Selbstgebackener Kuchen – selbstverständlich auch Eierschecke – und natürlich auch Eis aus eigener Herstellung in Ottendorf-Okrilla gehören ebenso zum Angebot. Auch saisonale Offerten wie Federweißer und Zwiebelkuchen wird es geben, kündigt der neue Schlosscafé-Chef an.

Seit dem Start steht ihm Isabel Keßler als Service-Mitarbeiterin zur Seite. In den nächsten Wochen sollen zwei weitere Mitarbeiter im Schlosscafé beginnen, wie Michael Tegethoff informiert. Das Schlosscafé hat an allen Tagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet, ab 1. November bis Ende März schließt es eine Stunde früher.

Dass es nun wieder ein gastronomisches Angebot in der Albrechtsburg gibt, dürfte sich auf die Attraktivität und langfristig auch auf Besucherzahlen auswirken, hofft Schlossherr Uwe Michel. Immerhin liegen die Hürden seit dem vorigen Jahr, als die Corona-Schutzvorschriften kaum Alternativen zum Reisen in Deutschland zuließen, recht hoch. Neu gestaltete Bereiche, vor allem aber interaktive Entdeckungstouren mit dem Histo-Pad haben für enormen Aufwind gesorgt. Aber nach dem Marsch durch die verschiedenen Ausstellungen sind Möglichkeiten zum Entspannen und Ausruhen willkommen.

Außerdem bemüht sich Uwe Michel und sein Team um spannende Angebote in der Burg. Zur Langen Nacht der Kunst, Kultur und Architektur an diesem Sonnabend bereiten sie eine Familienrallye vor. Ab 18 Uhr kann anhand eines Quiz-Fragebogens das Schloss erkundet werden. Außerdem gibt es eine Kreativaktion, bei der Pantoffeln bemalt werden sollen. Am Sonntag lädt die Albrechtsburg zum „Geometrischen Ballett“. Ab 15 Uhr ist auf dem Burghof eine „Gattungsüberschreitung von Skulptur, Performance, Tanz, Theater und Musik“ zu erleben. Möglich wird diese Veranstaltung dank der Förderung über die Kulturstiftung des Bundes, sodass sie kostenfrei ist. Bei schlechtem Wetter findet das 30-minütige Spektakel in der Großen Hofstube statt.

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