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Vom Suchen und Finden

Im Landkreis Meißen ist eine neue Internetplattform gestartet. Sie soll ehrenamtliche Helfer und Vereine unkompliziert zusammenbringen.

Alexander Weiß koordiniert die App für den Landkreis Meißen.
Alexander Weiß koordiniert die App für den Landkreis Meißen. © Bürgerstiftung Dresden

Von Beate Erler

Fußballtrainer für junge Nachwuchskicker in Coswig, Zeit schenken im Hospiz in Riesa oder Hunde und Katzen pflegen im Tierheim in Meißen. Für den gesamten Landkreis gibt es seit vergangenem Freitag eine gemeinsame Internetplattform für das Ehrenamt. Auf der Seite „ehrensache.jetzt“ können Vereine, gemeinnützige Träger und Initiativen aller Engagement-Bereiche ihre Angebote kostenfrei veröffentlichen und so von ehrenamtlichen Helfern gefunden werden.

Ganz aktuell gibt es auch die Kategorie Corona-Hilfe: Hier sucht derzeit das Mehrgenerationenhaus Sprungbrett in Riesa eine Einkaufshilfe für Senioren und Menschen in Quarantäne. In der Stellenbeschreibung steht: „Wir suchen Freiwillige, die nach Absprache alltägliche Einkäufe übernehmen und den Menschen an die Türe bringen.“ Aber auch sonst gibt es ganz verschiedene Einsatzbereiche: Kochen während der Kinderfreizeit im Sommer, Schaffner bei der Traditionsbahn in Radebeul oder Lebensmittelretter bei der Tafel.

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Das Projekt wurde von der Bürgerstiftung Dresden entwickelt und ging vor zwei Jahren in der Landeshauptstadt an den Start. Seitdem sind mit dem Landkreis Meißen sechs weitere Landkreise dazugekommen: „Das Ehrenamt hat heute eine ganz andere Stellung und wird auch ganz anders gewürdigt als noch vor einigen Jahren“, sagt die Geschäftsführerin der Bürgerstiftung Dresden, Katrin Sachs. Früher habe es als Dankeschön an die freiwilligen Helfer Wurstbrote auf dem Treppenabsatz gegeben, so die Geschäftsführerin. Heute lädt Oberbürgermeister Dirk Hilbert jährlich 1.500 Ehrenamtliche zum Neujahrsempfang ein. Und auch die jungen Leute ticken anders: „Die wollen sofort loslegen“, sagt sie.

Das Ziel war deshalb, einen einfachen Zugang zu lokalem Engagement, ähnlich einer App, auch für junge Leute zu ermöglichen. Mit einem Klick kann man die Region, in der man helfen möchte, auswählen und dann die einzelnen Inserate durchstöbern. Alle wichtigen Informationen stehen übersichtlich auf einer Seite: Eine kurze Stellenbeschreibung mit den zu erledigenden Aufgaben, der Zeitaufwand und Einsatzort sowie verschiedene Kontaktmöglichkeiten.

Zum erst kürzlichen Start der Ehrenamts-App sind aktuell 14 Angebote zu finden. Der neue Koordinator für den Landkreis Meißen, Alexander Weiß, ist aber zuversichtlich: „In ein paar Wochen werden da noch einige mehr Angebote dazukommen“, sagt er. Zu Beginn des Jahres hat er das Projekt bekannt gemacht, nach Vereinen und Initiativen in der Region gesucht und diese kontaktiert. In Zukunft will er den Kontakt unter den Vereinen im Landkreis noch ausbauen: „Wir wollen uns kennenlernen und ein Netzwerk aufbauen“, sagt Alexander Weiß, der erst seit Dezember letzten Jahres zur Bürgerstiftung Dresden gekommen ist. Viel Erfahrung bringt er trotzdem mit: Er ist selbst Vorstand in einem Verein, der ein regionales Bier herstellt und Teile der Einnahmen spendet.

Bisher gibt es im Landkreis zwei Anlaufstellen, die sich um das Ehrenamt bemühen: Die Freiwilligenagentur in Radebeul und die Diakonie Meißen, sagt Alexander Weiß. Trotzdem war es für Menschen, die sich gern engagieren wollen, bisher schwierig etwas zu finden. Und auch die Vereine hätten sich schon zurückgemeldet und sehen in der Plattform ein gutes zusätzliches Instrument. Bis Ende 2022 soll es in allen sächsischen Landkreisen die Ehrenamtsplattform geben: „Egal ob im sozialen Bereich, in der Bildung oder Kinder- und Jugendhilfe, die Vereine leisten wichtige Arbeit und sind ein wichtiges Instrument in der Gesellschaft“, sagt Alexander Weiß.

Zur Ehrenamtsplattform für den Landkreis.

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