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So teuer werden nicht entfernte Wahlplakate

Teilweise hätten die Wahlplakate im Kreis Meißen schon zwei Tage nach der Wahl nicht mehr hängen dürfen. Unterwegs mit einer Partei, die zu spät dran war.

Über 30 Stunden hat Theresa Bergmann Plakate aufgehängt und wieder abgehängt. Dabei waren es gerade einmal 250 Stück.
Über 30 Stunden hat Theresa Bergmann Plakate aufgehängt und wieder abgehängt. Dabei waren es gerade einmal 250 Stück. © Foto: Marvin Graewert

Meißen. Vereinzelt hängen immer noch Wahlplakate im Landkreis, dabei war es bereits am Freitagabend zu spät: Bundestagskandidatin Theresa Bergmann von der Satirepartei die PARTEI darf deshalb keine Zeit verlieren. Also Warnblinker an und schräg auf der nächsten Einfahrt gehalten. Hastig die Leiter ausgeladen und die Laterne erklommen. In Weinböhla war die Frist, um die Wahlplakate abzuhängen, eigentlich schon am Mittwoch verstrichen. Doch ihre Wahlaufrufe hingen zumindest noch in Gesellschaft von AfD und FDP.

12,80 Euro pro Plakat

Dabei ist Wirksamkeit von Wahlplakaten umstritten. Für die PARTEI geht es in erster Linie darum, auf die Slogans anderer Parteien zu reagieren, statt um Wählerfang. "Trotzdem gibt es nichts Nervigeres, weil es megaviel Zeit kostet", sagt Bergmann. Schon allein um sich über die unterschiedlichen Regelungen der Gemeinden schlauzumachen.

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Damit die relativ kleine Politikerin ihre Plakate besser entfernen kann, hat sich Bergmann ein Hilfsmittel gebastelt und ein Steakmesser an einen Holzstock getapt. Dass sie deutlich mehr Stimmen sammeln konnte als die meisten anderen Direktmandaten ihrer Partei, habe weniger an ihren Wahlplakaten gelegen, sondern an der Konkurrenz im Wahlkreis 155: "Keiner der Kandidaten ist energetisch genug aufgetreten."

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Ursprünglich ist die PARTEI aus einer Aktion des Satiremagazins Titanic hervorgegangen: "Nach einem Wahlkampf und Plakaten wie 'Wer sind Sie' von der SPD und 'Nie gab es mehr' von der FDP, waren wir uns nicht mehr ganz sicher, ob wir immer noch die Partei sind, die Satire macht", sagt Bergmann, die sich selbst gar nicht als Satirikerin sieht: "Ich sehe mich eher als Mensch, der total angepisst ist, von den Dingen wie sie laufen und den schlechten Lösungsangeboten der anderen Parteien. Deshalb sehe ich mein Engagement als Notwehr: Mit unseren Vorstellungen wie eine bessere Welt oder ein besserer Politikstil aussehen könnte, fühlen wir uns so alleine, dass wir es über Schwarzen Humor, Ironie und Sarkasmus zu kompensieren versuchen." Dass sie an der Oberschule Ebersbach Schüler unterrichtet und für eine Partei antritt, sei sicherlich grenzwertig, aber ihr demokratisches Recht.

Nach dem schlechten Abschneiden der CDU suchte sogar Daniela Kuge (CDU) Trost auf der Facebookseite der PARTEI und bot übrig gebliebenes Bier im Tausch gegen ein Wahlplakat an, das Armin Laschet als Zeichentrick-Minion karikiert.

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