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Wann kommt Carsharing nach Meißen?

Seit zwei Jahren wird das Angebot vorbereitet. Nun steht ein Termin im Raum. Ein Treffen in wenigen Tagen könnte entscheidend sein.

Wer nur ab und zu ein Auto braucht, zum Einkaufen und den Wochenendeinkauf, für den gibt es vielleicht schon ab Herbst ein neues Angebot.
Wer nur ab und zu ein Auto braucht, zum Einkaufen und den Wochenendeinkauf, für den gibt es vielleicht schon ab Herbst ein neues Angebot. © Stadt Meißen

Meißen. Seit 2019 wird der Start eines Angebots für gemeinschaftlich genutzte Autos vorbereitet. Fast zwei Jahre später gibt es ein angepeiltes Startdatum für Meißen, allerdings ein unverbindliches: Das Leipziger Unternehmen teilAuto habe fest vor, im Herbst in Meißen mit zwei gemeinschaftlich genutzten Autos zu starten.

Das genaue Datum hänge noch an der Fahrzeugverfügbarkeit und der dahinterstehenden Infrastruktur wie Parkplätze und der Betreuung der Fahrzeuge, erklärt Torsten Bähr, der damals noch die Carsharing-Entwicklung in kleineren Städten für vorangetrieben hat.

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An sich spreche viel für den Standort Meißen: Die Stadtgröße sei vielversprechend, genauso wie die vielen mittelständischen Unternehmen. Außerdem gibt es aufgrund der guten S-Bahn-Anbindung viele Pendler ohne eigenes Auto, die es nur für Wochenendausflüge oder den Baumarkt-Einkauf benötigen würden - die ideale Zielgruppe.

Seit den ersten Überlegungen ist viel passiert - vor allem durch Corona. Und Bähr ist mittlerweile teilAuto-Regionalleiter in Leipzig. Doch nicht nur Corona habe den Start in Meißen ausgebremst: Nachdem das Unternehmen zwei in zwei sächsischen Städten das Angebot aufgrund fehlender Nachfrage eingestellt werden musste, würden neue Standorte nicht mehr blauäugig vergeben: "Wir prüfen sehr viel, bis wir uns für einen Standort entscheiden", erklärt Bähr die lange Wartezeit. "Auf der anderen Seite haben wir dann auch einen langen Atem."

Finden sich 80 Nutzer?

Ob sich die beiden Autos rentieren, lässt sich gar nicht an einer gewissen Nutzeranzahl festmachen. Viel wichtiger sei ein gutes Verhältnis zwischen privaten Nutzern, die auf das Angebot hauptsächlich in den Abendstunden und am Wochenende zugreifen, und Firmenkunden für die restliche Zeit. Zum Start hoffe teilAuto auf 60 bis 80 Nutzer in Meißen.

Damit das Projekt Fahrt aufnehmen kann, mussten erst mal vier Paten gefunden werden, welche die Sauberkeit und Fahrbereitschaft regelmäßig überprüfen und sicherstellen. Frank Buchholz sitzt nicht nur für die Bürger für Meißen/SPD-Fraktion im Bauausschuss, er betreut auch das Carsharing-Projekt. Vier Freiwillige hat er längst gefunden - die sind sogar jetzt schon aktiv, um örtliche Unternehmen und Vereine anzusprechen, die für ein Carsharing-Projekt infrage kommen könnte. Die Sparkasse prüfe gerade, ob sie das Angebot in Anspruch nehmen wolle. Verbindliche Zusagen gibt es aber noch nicht. Für Bähr ist das mehr als verständlich: "Es gibt schließlich auch noch gar kein verbindliches Angebot."

Und auch Buchholz ist äußerst zuversichtlich und spricht viel lieber schon von einem weiteren, dritten gemeinsam genutzten Auto: "Ideal wäre es, dass wir an allen drei S-Bahn-Standorten ein Auto haben", so Buchholz. TeilAuto sei dafür durchaus offen, möchte in der Pilotphase allerdings erst mit einem Auto an der Haltestelle Meißen und Meißen-Altstadt starten. Vor der S-Bahn Meißen hat teilAuto bereits dauerhaft einen Parkplatz reserviert, und zwar kostenlos. Auf dem Kleinmarkt übergibt die Stadt einen sonst kostenpflichtigen Parkplatz an das Leipziger Unternehmen - für zehn Euro im Monat.

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Am 20. Juli gibt es Am Nicolaisteg 8 in Meißen um 18 Uhr ein Treffen mit einem Projektverantwortlichen: "Das Treffen am 20. Juli wird noch mal entscheidend", unterstreicht Buchholz. Unter anderem, um Fragen von Interessenten zu klären, zum anderen soll ein Zwischenstand gezogen werden, wie viele Interessenten es bereits gibt. Um die Nachfrage in Meißen bis dahin zu untermauern, haben die Bürger für Meißen ein Formular zur potenziellen Nutzung eines Carsharing-Angebots zusammengestellt. Buchholz: "Wir sehen darin einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Mobilität eines jeden Einzelnen."

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