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Weihnachtsfrauen sorgen für Überraschung

Eine Aktion zweier junger Mädchen sorgt in Lommatzsch für Aufsehen und viel Anerkennung.

Mit selbst gebastelten Briefchen und kleinen Geschenken wollen zwei junge Lommatzscherinnen vor allem alten Menschen eine kleine Freude zu Weihnachten machen.
Mit selbst gebastelten Briefchen und kleinen Geschenken wollen zwei junge Lommatzscherinnen vor allem alten Menschen eine kleine Freude zu Weihnachten machen. © Gerhard Schlechte

Lommatzsch. Da war so manch Lommatzscher ein wenig verdutzt. Ja, ist denn schon Weihnachten? Am helllichten Tag zogen zwei Weihnachtsmänner durch die Stadt. Beim genaueren Hinsehen zeigte sich: Es sind Weihnachtsfrauen. "Sie hatten große Säcke dabei, gingen von Briefkasten zu Briefkasten und warfen je einen Brief ein", sagt der Lommatzscher Fotograf Gerhard Schlechte, der zufällig vorbeikam und die Aktion im Bild festhielt. Und den natürlich interessiert, was dahintersteckt. "Wir sind zwei Freundinnen aus Lommatzsch und haben uns ausgedacht, in dieser etwas bedrückten Weihnachtszeit etwas zu tun, um ein kleines bisschen Freude in die Häuser zu bringen", sagt eine der beiden 14-Jährigen, die nicht mit Namen in der Zeitung stehen wollen. Nur so viel. Beide lernen in der Freien Werkschule Meißen.

Mit der Schule hat die Aktion der beiden Mädchen aber nur indirekt zu tun. "Die Schulen sind ja geschlossen, da haben sie jetzt viel Zeit, sind allein zu Hause", sagt die Mutter einer der beiden. Und sie dachten sich, wenn es den alten Leuten ebenso geht und sie sich einsam fühlen, wollen sie sich etwas einfallen lassen, um sie ein wenig zu erfreuen. "Dann haben sie meinen Wunschkalender auseinander- und ihr ganzes Taschengeld zusammengenommen, kleine Briefchen mit netten Sprüchen geschrieben und ein kleines Geschenk wie ein Schokoladentäfelchen oder Teebeutel reingesteckt", sagt die Mutter.

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Eigentlich hatten sich die beiden jungen Damen vorgenommen, 1.000 Briefe zu verfassen. "Bei 400 hat sie aber die Kraft verlassen", sagt die Lommatzscherin. Die Reaktionen seien ausschließlich positiv gewesen. "Ein älterer Mann ist ihnen sogar hinterhergerannt und sich bedankt", sagt die Mutter.

Auch Gerhard Schlechte ist begeistert: "Ich finde diese nette Geste sehr beeindruckend, da sie bestimmt in viele Gesichter, welche durch die jetzige schwierige Zeit durch die Corona-Maßnahmen traurig sind, ein kleines bisschen Freude und etwas Zuversicht zaubern wird", sagt er. Die Mädchen hätten jeden Brief mit der Hand geschrieben, viel Zeit und Liebe reingesteckt, sagt er.

Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP) hat zwar kein Briefchen erhalten, ist trotzdem voll des Lobes. "Das ist eine schöne, solidarische Aktion, wenn sich die Jugend Gedanken macht, wie sie alten Leuten in dieser traurigen Zeit eine kleine Freude machen kann", sagt sie.

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